Herzlich Willkommen


Herzlich Willkommen im Staudengarten Gross Potrems

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis Oktober von 10.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten. Bitte Voranmeldung! per E-Mail : jochen@wildstaudenzauber.de, Telefon: 03820813345 oder Handy: 017661658902. Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.



Sonntag, 8. Mai 2016

Blackbox gardening

Wohl jeder Staudenverwender weiß inzwischen was dieser seltsame Begriff beinhaltet. Wenn nicht, hier ist meine Buchrezension von 2014 (http://wildstauden.blogspot.de/2014/06/blackbox-gardening.html). Schon damals schrieb ich: "In meinem eigenen Garten, auf recht fruchtbaren und feuchten Boden habe ich über viele Jahre das Aussamen und auch Wuchern meiner Wildstauden zugelassen. „Hochdynamisch“ entwickelten sich vor allem das Unkraut und die Ungräser. Der Pflegebedarf eines solchen Gartens ist enorm hoch!" Nach nunmehr 5 bis 7 Jahren waren in meinem Garten in vielen Arealen weder die  "Initialpflanzen" noch deren Sämlinge zu finden. Giersch, Quecke und auch die besonders aggresive Winde hatten sich flächendeckend ausgebreitet. Natürlich lassen sich eingewachsene Taglilien,  blattgewaltige Ligularien, Rodgersien, große Knöteriche oder mannshohe Gräserhorste nicht von Giersch & Co. ans Bein pinkeln, aber alle kleineren Pflanzen gehen in der "Blackbox" unter und müssen neu gekauft werden.
Das heißt "Blackbox gardening" eignet sich nach meiner langjährigen Erfahrung keinesfalls für guten Gartenboden.



Die "Blackbox" in der keine gewollten Pflanzen mehr zu sehen sind, steche ich Stück für Stück spatentief und -breit ab. Der Klumpen wird dann solange auf das Spatenblatt geschlagen und immer wieder ausgeschüttelt bis Erde und Pflanzen getrennt sind. Die pflanzlichen Teile kommen in die Schubkarre und zum Kompost, die weißen, dicken Windenwurzeln in die Mülltonne. Die ausgeschüttelte Erde wird anschließend nochmal nach Wurzeln durchsucht. Bei 1000 m² Staudenpflanzungen eine zeitaufwändige Prozedur in die "Blackbox" etwas Licht zu bringen.

Dienstag, 26. April 2016

Kühle Meeresluft polaren Ursprungs

Kühle Meeresluft polaren Ursprungs bekommen wir hier in Mecklenburg aus erster Hand. Wie gut haben es die Nichtgärtner, sie freuen sich über den herrlichen Anblick von roten Tulpen auf weißem Schnee, und wir Gartenfreunde leiden mit unseren Pflanzen.

Der Winter mit -12°C, Barfrost, eine Woche lang, hat ohnehin schon Schäden angerichtet. Die so angesagten Knöterichgewächse haben zwei ihrer schönsten Vertreter verloren, den Glockenknöterich und den kleinen Bruder der 'Johanniswolke' (Polygonum paniculatum ssp. frondosum).
Bereits 2014 habe ich über die Frosthärte der beiden Knöterich geschrieben: http://wildstauden.blogspot.de/2014/03/christrosen-heute-nur-noch-kurzlebig.html.

Glocken-Knöterich Polygonum campanulatum
Polygonum paniculatum ssp. frondosum

Donnerstag, 21. April 2016

Buchtipp: Berggarten



Sabine Zessin / Stefan Schulze (Fotografien):
Herrenhäuser Gärten: Berggarten

96 Seiten, 80 Farbfotos, EUR 19,90, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer, 2016, ISBN 3-8001-1269-2

Es gibt viele schöne Gärten in Deutschland, doch wenn man einen eigenen Garten hat, fehlt oft die Zeit andere Gärten zu besuchen. Deshalb ist es angenehm, dass die Gärten auch zu mir kommen und zwar in Buchform. Ein besonderes Gartenjuwel wird in diesem Buch gezeigt. Der Garten wurde 2015 mit dem European Garden Award ausgezeichnet und beherbergt eine Pflanzensammlung von mehr als 12000 Arten und Sorten. Nach einer kurzen Einführung in der auch die Geschichte des Gartens beschrieben wird, führen uns die Autorin und der Fotograf durch die zahlreichen, verschiedenen Bereiche des Gartens, wie z.B. den Steingarten, den Steppengarten, den ersten Präriegarten Deutschlands, den Schmuckstaudenbeeten und auch durch die verschiedenen tropischen und subtropischen Häusern. Die Bilder sind angenehm warmtonig und oft sonnendurchflutet, wie auch schon im Titelbild zu sehen. Die Bildunterschriften informieren detailliert mit deutschen und botanischen Namen über die dargestellten Pflanzen. Ein Nachpflanzen besonders gelungener Kombinationen im eigenen Garten wird dadurch möglich.
Fest steht, dass wir diesen Garten unbedingt besuchen werden.

Montag, 18. April 2016

Herbst- oder Frühjahrspflanzung von Stauden

Im November letzten Jahres habe ich über das Für und Wider der Herbst- bzw. Frühjahrsplanzung von Stauden geschrieben (http://wildstauden.blogspot.de/2015/11/november-kein-ende-des-gartenjahres.html). Im Internet wird es konträr diskutiert, und böse Zungen behaupten, die Staudengärtner plädieren für den Herbst, denn sie wollen ja auch im Herbst was verkaufen!? Zitat: "Die beste Pflanzzeit ist nach wie vor der Herbst, von September bis November: Dann ist das oberirdische Wachstum der Stauden abgeschlossen, während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen." Das ist z. B. eine oft verbreitete Meinung.
Jedenfalls habe ich im letzten Herbst mal wieder Stauden im 9x9-Pöttchen gekauft, obwohl ich in der Vergangenheit eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Oben steht: "...während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen". Schön und gut, aber was passiert im Winter???
Der letzte Winter brachte eine Woche Barfrost von -12°C und anschließend Schneeregen, der wegen des Frostes nicht versickern konnte und einen Eispanzer über das Beet legte.


 Das Ergebnis sehen Sie im zweiten Bild. Der im Herbst vorhandene Wurzelballen ist nicht weiter gewachsen, sondern vergammelt!! Der Austrieb ist demzufolge sehr dürftig.



Oben vier im Frühjahr gekaufte Aster macrophyllus, unten zwei Pflanzen vom Herbst.

Das Gesagte trifft nicht auf das Umsetzen von Stauden zu. Teilstücke aus dem eigenen Garten wachsen auch im Herbst sehr gut an und überstehen den Winter recht gut.

Freitag, 15. April 2016

Schattenplätze im Garten

Buchtipp:
Elke Borkowski / Helga Gropper
Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten. Vielfältig, bewährt, einfach schön.
2016. 160 Seiten, zahlreiche Farbfotos, gebunden ISBN: 978-3421040039, 29,99 €

Schatten im Garten hat wohl jeder mehr oder weniger, und oft wird es als ein Problem gesehen. Das Buch hilft mit diesem Vorurteil aufzuräumen. Ausgehend von den in der Natur vorkommenden schattigen Lebensbereichen: Gehölz und Gehölzrand, werden die verschiedenen Arten des Schattens: Halbschatten, Vollschatten, tiefer Schatten, Tropfenfall, Laubfall und Wurzeldruck umfangreich und leicht verständlich erläutert, und es werden Lösungsmöglichkeiten angeboten.  Es ist ein besonderes Verdienst des Buches, dass statt umfangreicher technischer Systeme, wie die der Bewässerung trockener Schattenflächen, die Auswahl standortgerechter Gehölze und Stauden vorgeschlagen wird. Die im ganzen Buch verstreuten Tipps geben wertvolle Zusatzinformationen.
Schon oft habe ich gelesen, dass im Schatten helle Blüten zu bevorzugen sind. Das im Gegenzug violette, dunkelblaue und tiefrote Blüten ungeeignet sind, verrät mir einer der Tipps. Äußerst aktuell ist auch die Liste der schneckensicheren Stauden.
Am Ende des Buches befindet sich eine Zusammenstellung der Gehölze und Stauden für den Schatten mit sehr schönen Bildern, die auch das ganze Buch enorm bereichern.

Für den, der noch kein Schattengartenbuch hat, eine wertvolle Ergänzung der Gartenbibliothek.

Hier noch ein Bild von der Schattenseite unseres Hauses im Juni. Rechts blühen Rodgersien und das Tafelblatt.






Mittwoch, 16. März 2016

Heimische Pflanzen für den Garten

Elke Schwarzer
Heimische Pflanzen für den Garten. 100 Blumen, Sträucher und Bäume für mehr Artenvielfalt. 2016. 128 S., 117 Farbfotos, ISBN 978-3-8001-8455-2. € 12,90

Das Buch hat mich sehr neugierig gemacht, da ich mich schon seit vielen Jahren mit dem naturalistischen Gartenstil beschäftige und da ist die Verwendung heimischer Pflanzen nicht weit entfernt. Für mich habe ich allerdings entschieden nicht nur heimische Pflanzen zu verwenden, sondern den Schwerpunkt auf die Verwendung von Wildstauden aus Europa, Asien und Amerika zu legen um so auch mehr Artenvielfalt zu erreichen. Mehr dazu in meinem Buch "Wildstauden". Grund ist das immer wieder beobachtete Interesse heimischer Insekten an den "Exoten", z. B. dem Sonnenhut und den Astern. Außerdem finden wir im Herbst kaum attraktiv blühende, heimische Stauden.
Der Kugellauch unter der Überschrift "Heimische Pflanzen für den Garten" kommt aus Zentralasien!
Insofern war ich erfreut, dass die Autorin bereits auf Seite 6 betont, dass Ganze bloß nicht zu eng zu sehen. 
Im ersten Kapitel unter der Überschrift: "Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen" werden die Projekte: Insektenhotel, Vogelhaus, Miniteich und Igelburg nebst Bauanleitungen vorgestellt. Damit ist das Thema des Buches und des Kapitels etwas weit gefaßt.
Im Hauptteil des Buches werden 40 Stauden, 6 Kletterpflanzen, 34 Sträucher und 14 Bäume porträtiert. Alle Arten sind mit sehr schönen  Bildern der Autorin illustriert und mit eigenen Tipps bereichert. Es werden sehr übersichtlich zu jeder Art Sorten erwähnt und in einem Steckbrief kurz und informativ die wichtigsten Daten der Pflanzen genannt. Statt der schon sehr oft beschriebenen "Projekte" hätte ich mir mehr heimische Staudenporträts gewünscht. Hat doch so mancher Staudengärtner mehr als 100 im Angebot und eine spezialisierte Gärtnerei sogar mehr als 800. 

Ein kleines Büchlein mit sehr schönen Fotos und wertvollen Informationen für den Gartenbesitzer, der mehr "Biene, Piepmatz und Co." in seinen Garten locken möchte und dafür heimische Pflanzen nutzen will.