Herzlich Willkommen


Herzlich Willkommen im Staudengarten Gross Potrems

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis Oktober von 10.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten. Bitte Voranmeldung! per E-Mail : jochen@wildstaudenzauber.de, Telefon: 03820813345 oder Handy: 017661658902. Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.



Dienstag, 26. April 2016

Kühle Meeresluft polaren Ursprungs

Kühle Meeresluft polaren Ursprungs bekommen wir hier in Mecklenburg aus erster Hand. Wie gut haben es die Nichtgärtner, sie freuen sich über den herrlichen Anblick von roten Tulpen auf weißem Schnee, und wir Gartenfreunde leiden mit unseren Pflanzen.

Der Winter mit -12°C, Barfrost, eine Woche lang, hat ohnehin schon Schäden angerichtet. Die so angesagten Knöterichgewächse haben zwei ihrer schönsten Vertreter verloren, den Glockenknöterich und den kleinen Bruder der 'Johanniswolke' (Polygonum paniculatum ssp. frondosum).
Bereits 2014 habe ich über die Frosthärte der beiden Knöterich geschrieben: http://wildstauden.blogspot.de/2014/03/christrosen-heute-nur-noch-kurzlebig.html.

Glocken-Knöterich Polygonum campanulatum
Polygonum paniculatum ssp. frondosum

Donnerstag, 21. April 2016

Buchtipp: Berggarten



Sabine Zessin / Stefan Schulze (Fotografien):
Herrenhäuser Gärten: Berggarten

96 Seiten, 80 Farbfotos, EUR 19,90, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer, 2016, ISBN 3-8001-1269-2

Es gibt viele schöne Gärten in Deutschland, doch wenn man einen eigenen Garten hat, fehlt oft die Zeit andere Gärten zu besuchen. Deshalb ist es angenehm, dass die Gärten auch zu mir kommen und zwar in Buchform. Ein besonderes Gartenjuwel wird in diesem Buch gezeigt. Der Garten wurde 2015 mit dem European Garden Award ausgezeichnet und beherbergt eine Pflanzensammlung von mehr als 12000 Arten und Sorten. Nach einer kurzen Einführung in der auch die Geschichte des Gartens beschrieben wird, führen uns die Autorin und der Fotograf durch die zahlreichen, verschiedenen Bereiche des Gartens, wie z.B. den Steingarten, den Steppengarten, den ersten Präriegarten Deutschlands, den Schmuckstaudenbeeten und auch durch die verschiedenen tropischen und subtropischen Häusern. Die Bilder sind angenehm warmtonig und oft sonnendurchflutet, wie auch schon im Titelbild zu sehen. Die Bildunterschriften informieren detailliert mit deutschen und botanischen Namen über die dargestellten Pflanzen. Ein Nachpflanzen besonders gelungener Kombinationen im eigenen Garten wird dadurch möglich.
Fest steht, dass wir diesen Garten unbedingt besuchen werden.

Montag, 18. April 2016

Herbst- oder Frühjahrspflanzung von Stauden

Im November letzten Jahres habe ich über das Für und Wider der Herbst- bzw. Frühjahrsplanzung von Stauden geschrieben (http://wildstauden.blogspot.de/2015/11/november-kein-ende-des-gartenjahres.html). Im Internet wird es konträr diskutiert, und böse Zungen behaupten, die Staudengärtner plädieren für den Herbst, denn sie wollen ja auch im Herbst was verkaufen!? Zitat: "Die beste Pflanzzeit ist nach wie vor der Herbst, von September bis November: Dann ist das oberirdische Wachstum der Stauden abgeschlossen, während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen." Das ist z. B. eine oft verbreitete Meinung.
Jedenfalls habe ich im letzten Herbst mal wieder Stauden im 9x9-Pöttchen gekauft, obwohl ich in der Vergangenheit eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Oben steht: "...während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen". Schön und gut, aber was passiert im Winter???
Der letzte Winter brachte eine Woche Barfrost von -12°C und anschließend Schneeregen, der wegen des Frostes nicht versickern konnte und einen Eispanzer über das Beet legte.


 Das Ergebnis sehen Sie im zweiten Bild. Der im Herbst vorhandene Wurzelballen ist nicht weiter gewachsen, sondern vergammelt!! Der Austrieb ist demzufolge sehr dürftig.



Oben vier im Frühjahr gekaufte Aster macrophyllus, unten zwei Pflanzen vom Herbst.

Das Gesagte trifft nicht auf das Umsetzen von Stauden zu. Teilstücke aus dem eigenen Garten wachsen auch im Herbst sehr gut an und überstehen den Winter recht gut.

Freitag, 15. April 2016

Schattenplätze im Garten

Buchtipp:
Elke Borkowski / Helga Gropper
Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten. Vielfältig, bewährt, einfach schön.
2016. 160 Seiten, zahlreiche Farbfotos, gebunden ISBN: 978-3421040039, 29,99 €

Schatten im Garten hat wohl jeder mehr oder weniger, und oft wird es als ein Problem gesehen. Das Buch hilft mit diesem Vorurteil aufzuräumen. Ausgehend von den in der Natur vorkommenden schattigen Lebensbereichen: Gehölz und Gehölzrand, werden die verschiedenen Arten des Schattens: Halbschatten, Vollschatten, tiefer Schatten, Tropfenfall, Laubfall und Wurzeldruck umfangreich und leicht verständlich erläutert, und es werden Lösungsmöglichkeiten angeboten.  Es ist ein besonderes Verdienst des Buches, dass statt umfangreicher technischer Systeme, wie die der Bewässerung trockener Schattenflächen, die Auswahl standortgerechter Gehölze und Stauden vorgeschlagen wird. Die im ganzen Buch verstreuten Tipps geben wertvolle Zusatzinformationen.
Schon oft habe ich gelesen, dass im Schatten helle Blüten zu bevorzugen sind. Das im Gegenzug violette, dunkelblaue und tiefrote Blüten ungeeignet sind, verrät mir einer der Tipps. Äußerst aktuell ist auch die Liste der schneckensicheren Stauden.
Am Ende des Buches befindet sich eine Zusammenstellung der Gehölze und Stauden für den Schatten mit sehr schönen Bildern, die auch das ganze Buch enorm bereichern.

Für den, der noch kein Schattengartenbuch hat, eine wertvolle Ergänzung der Gartenbibliothek.

Hier noch ein Bild von der Schattenseite unseres Hauses im Juni. Rechts blühen Rodgersien und das Tafelblatt.






Mittwoch, 16. März 2016

Heimische Pflanzen für den Garten

Elke Schwarzer
Heimische Pflanzen für den Garten. 100 Blumen, Sträucher und Bäume für mehr Artenvielfalt. 2016. 128 S., 117 Farbfotos, ISBN 978-3-8001-8455-2. € 12,90

Das Buch hat mich sehr neugierig gemacht, da ich mich schon seit vielen Jahren mit dem naturalistischen Gartenstil beschäftige und da ist die Verwendung heimischer Pflanzen nicht weit entfernt. Für mich habe ich allerdings entschieden nicht nur heimische Pflanzen zu verwenden, sondern den Schwerpunkt auf die Verwendung von Wildstauden aus Europa, Asien und Amerika zu legen um so auch mehr Artenvielfalt zu erreichen. Mehr dazu in meinem Buch "Wildstauden". Grund ist das immer wieder beobachtete Interesse heimischer Insekten an den "Exoten", z. B. dem Sonnenhut und den Astern. Außerdem finden wir im Herbst kaum attraktiv blühende, heimische Stauden.
Der Kugellauch unter der Überschrift "Heimische Pflanzen für den Garten" kommt aus Zentralasien!
Insofern war ich erfreut, dass die Autorin bereits auf Seite 6 betont, dass Ganze bloß nicht zu eng zu sehen. 
Im ersten Kapitel unter der Überschrift: "Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen" werden die Projekte: Insektenhotel, Vogelhaus, Miniteich und Igelburg nebst Bauanleitungen vorgestellt. Damit ist das Thema des Buches und des Kapitels etwas weit gefaßt.
Im Hauptteil des Buches werden 40 Stauden, 6 Kletterpflanzen, 34 Sträucher und 14 Bäume porträtiert. Alle Arten sind mit sehr schönen  Bildern der Autorin illustriert und mit eigenen Tipps bereichert. Es werden sehr übersichtlich zu jeder Art Sorten erwähnt und in einem Steckbrief kurz und informativ die wichtigsten Daten der Pflanzen genannt. Statt der schon sehr oft beschriebenen "Projekte" hätte ich mir mehr heimische Staudenporträts gewünscht. Hat doch so mancher Staudengärtner mehr als 100 im Angebot und eine spezialisierte Gärtnerei sogar mehr als 800. 

Ein kleines Büchlein mit sehr schönen Fotos und wertvollen Informationen für den Gartenbesitzer, der mehr "Biene, Piepmatz und Co." in seinen Garten locken möchte und dafür heimische Pflanzen nutzen will.

Dienstag, 23. Februar 2016

Seltene Stauden II

Da hier bei uns im Nordosten bei Schneeregen und Wind noch nicht viel im Garten zu sehen ist, möchte ich jetzt nochmal seltene Stauden meines Gartens vorstellen und zwar die der zweiten Jahreshälfte.



Astilboides tabularis, das tischhohe Tafelblatt ist eine sehr exotisch wirkende Blattpflanze für den Schatten. Der weiße Blütenstand steht hoch über dem Laub und ist den Astilben ähnlich, wie der Name schon sagt. Ich musste sie mehrmals umsetzen, bevor sie mit ihrem Platz zufrieden war. Bei Trockenheit werden die großen Blätter nach der Blüte frühzeitig unansehnlich. Sie blüht Anfang Juli.


Filipendula kamtschatica, das Kamtschatka-Mädesüß wegen seiner Höhe bis zu 3 m wird es auch Riesen-Mädesüß genannt, wächst in Ostasien in sumpfigem Gelände. Links daneben die auch recht hohe Rote oder Amerikanische Scheinspiere. Sie wird auch als "Queen of the Prairie" bezeichnet. Sie blühen im Juli.
Obwohl das Kamtschatka-Mädesüß sehr groß ist, hat es einen vergleichsweise kleinen und flachen Wurzelballen, und lässt sich daher gut verpflanzen.

Galega x hartlandii, die brusthohe Geißraute kommt aus Südost-Europa und ist gelegentlich auch in Deutschland verwildert anzutreffen, da sie früher als Heil- und Futterpflanze genutzt wurde. Sie blüht im Juni/Juli. Sie wächst auf sonnigen Standorten mit lehmigem, nährstoffreichem Boden bei immer ausreichender Feuchtigkeit am besten. Auf trockenem und halbschattigem Standort wird sie nur halb so hoch.
Die Sorte 'Alba' hat weiße Schmetterlingsblüten mit wunderbarem Duft. Sie rankt mit ihren bis 1,50 m langen Trieben in andere Pflanzen hinein und breitet sich auf mehr als einem Quadratmeter aus. Im Frühjahr können unter ihr Tulpen oder andere Blumenzwiebeln gut wachsen. Sie blüht den ganzen Sommer. Ich habe sie wegen ihres Duftes neben eine Bank gepflanzt.
Offensichtlich habe ich die Wildart, denn sie samt sich stark aus, wächst sehr üppig und kann sich nicht selbst halten und sieht in der zweiten Jahreshälfte sehr unordentlich aus. Deshalb habe ich sie kompostiert. Es gibt auch sterile, weniger wuchernde Sorten, z. B. 'His Majesty'.



Gypsophila pacifica, das brusthohe Mandschurische Schleierkraut kommt aus Nordost-China und ist unentbehrlich für Blumensträuße. Es kann nicht geteilt werden, da es eine Pfahlwurzel hat, die bei Mäusen sehr beliebt ist. Es ist sehr langlebig. Seine Blüten sind größer als die von Gypsophila paniculata. Es blüht vom Juli bis September. Das Mandschurische Schleierkraut ist ein ausgezeichneter "Weichzeichner" für die naturalistischen Pflanzungen in unserem Garten.


Lysimachia ephemerum, der Spanische Felberich, kommt, wie der Name sagt, aus Spanien. Er wird auch als Weißfelberich bezeichnet. Da er aus dem Süden kommt, soll er auch recht frostempfindlich sein. Sicherheitshalber habe ich einige Pflanzen im Gewächshaus über den Winter gebracht.  Nach dem zweiten Winter 2009/10 war er weg. Ich denke, es ist kein Verlust, denn die verschiedenen Sorten von Veronica und Veronicastrum bringen schönere Blütenkerzen in den Sommergarten. Er blüht im Juli.


Melica transsilvanica, das hüfthohe Siebenbürger-Perlgras kommt, wie der Name sagt, aus Siebenbürgen, Rumänien. Es bildet schon zeitig im Jahr grüne Gräserhorste, ähnlich dem Garten-Sandrohr (Calamagrostis x acutiflora). Es möchte trocken und sonnig stehen. Im Juni sind die Blütenstände graubraun und im Juli silbergrau bis fast weiß.

 Sanguisorba canadensis, der brusthohe Kanada-Wiesenknopf kommt aus Nordamerika. Einen weißen Wiesenknopf fand ich im Juli im Yukon, Kanada. In "Wildflowers of the Alaska Highway" wird er als Sanguisorba stipulata bezeichnet. Laut Wikipedia kommt Sanguisorba stipulata in Rußland, Japan, Korea und China vor !?
Phillips und Rix (1992) erwähnen, dass beide sich sehr ähnlich sind, wobei S. stipulata, synonym auch als S. sitchensis bezeichnet, etwas kleiner ist und aus Japan kommt. S. canadensis ist nach den beiden Autoren im nordöstlichen Nordamerika beheimatet. Der Yukon liegt aber im Nordwesten!?
Im Internet kann man auch Sanguisorba canadensis var. sitchensis mit Heimat in China finden. Mein Wiesenknopf ist sehr kräftig und blüht noch spät im Herbst.




Sanguisorba menziesii, der brusthohe Alaska-Wiesenknopf auch als Roter Wiesenknopf bezeichnet, syn. S. microcephala, stammt aus Samen von "Alaskan Wildflowers", die wir in Alaska gekauft haben. Er kommt nur in Alaska vor. Kress gibt als Heimat in Gartenpraxis 09/2009 das östliche Sibirien und China an. Vielleicht haben ja die frühen Einwanderer Amerikas die Pflanzen von China und Ost-Sibirien via Bering-Straße vor mehr als 11.000 Jahren nach Alaska gebracht?
Bei http://www.gardensnorth.com/site/ können wir lesen:
This species was a Gardens North introduction to the trade; originally brought back from a seed collecting trip to Alaska and the Yukon. Sometimes confused with S. officinalis, which blooms much earlier and has smaller, chubbier, tighter spikes of maroon. S. menziesii also has quite distinct grey-green foliage in contrast to the dark green of officinalis.
Sanguisorba menziesii unterscheidet sich von anderen Wiesenknöpfen durch seine frühe Blüte schon ab Ende Mai und seine aufrechten, fingerlangen Blütenstände.  Die Blätter sind grau-grün. Noch etwas widersprüchlich.



Verbascum chaixii, die fast mannshohe Österreichische Königskerze ist eine relativ kleine aber immer noch brusthohe Königskerze aus Mittel-Europa. Sie blüht Anfang Juli. Es gibt auch eine weiße Form 'Album'. Im Unterschied zu V. nigrum, die ähnlich aussieht und nur kurzlebig ist, ist die Österreichische Königskerze sehr langlebig. Bei mir steht die weiße Form schon seit über 10 Jahren am gleichen Platz. Zum Ende der Blüte macht oft Raupenfraß die Pflanzen unansehnlich.


Verbesina helianthoides, der hüfthohe Sonnenblumenartige Kronbart oder auch Goldstrahl genannt, kommt aus den Prärien Nordamerikas. Er blüht Ende Juni bis Ende Juli. Die Blüten sehen aus wie  missgebildet. Ich habe die Pflanze rausgeschmissen. Es gibt genug Gelb im Juli. Der Missouri Botanical Garden schreibt, dass die Pflanze nicht schön genug für Blumenbeete ist (Not sufficiently ornamental for borders).


Wesentlich ansehnlicher ist Verbesina alternifolia, der mannshohe Gelbe Kronbart. Er kommt aus der Hochgrasprärie Nordamerikas. Wir fanden ihn auf dem Blue Ridge Parkway, Virginia. Er blüht im August/September.
Mehrere Quellen schreiben, das er recht genügsam ist. Bei uns in der Sonne und trocken wurde er immer weniger und bekam gelbes Laub mit braunen Spitzen.  Ich habe ihn näher zum Teich gepflanzt und etwas beschattet durch die mächtige Aster aglehni. Durch seinen straffen Wuchs kann er dort auch gleich als Stütze für die Wiesenrauten dienen.


Eupatorium aromaticum, der kniehohe Ageratum-Dost, Aromatischer Wasserhanf, Aromatischer Natternwurz oder auch Weiße Schlangenwurzel ist eine schöne Wildstaude aus der nordamerikanischen Prärie. Die zahlreichen Namen deuten daraufhin, dass die Pflanze für medizinische Zwecke verwendet wird. Die duftigen weißen Blütenrispen füllen farbkräftige Herbststräuße und locken Schmetterlinge an. Die Staude blüht von Juli bis Oktober. Ihre Blüten und Blätter sind nahezu identisch mit denen von E. rugosum. Letzterer ist aber mannshoch.

Helianthus occidentalis, die brusthohe Westliche Sonnenblume oder auch Wenigblättrige Sonnenblume kommt, wie der Name sagt aus der westlichen USA. Dort wächst sie auf trockenen und sandigen Wiesen. Sie ist wegen ihrer kleinen Blüte und den wenigblättrigen Stängeln nicht mit anderen Sonnenblumen zu verwechseln. Sie blüht spät von August bis Oktober.



Ligularia sibirica der hüfthohe Sibirische Goldkolben ist von Osteuropa bis Sibirien verbreitet. Er ist wohl der Kleinste unter den ansonsten recht wuchtigen Goldkolben, und er blüht recht spät im Jahr. Nun habe ich von einem anderen Staudenbetrieb noch einen Sibirischen Goldkolben bekommen. Nebeneinander gepflanzt, sieht man doch deutliche Unterschiede. Der zweite Sibirier setzt schon Anfang Juni Blüten an.
Bei Wikipedia steht: "In China wird die Unterart Ligularia sibirica subsp. speciosa (Schrad.) DC. als Nahrungsmittel genutzt. Hierzu werden die Blätter der Pflanze gekocht. ..." Bei: "http://www.theplantlist.org/tpl/record/gcc-70285" findet man eine var. sibirica. Mal sehen, wie ich die beiden auseinander kriege.
Die Blütezeiten sind deutlich unterschiedlich, auch scheint der frühe Goldkolben in der Blüte höher zu sein.


Von den 10 Goldkolben-Arten in meinem Garten sollen nur zwei genannt werden. Ligularia tangutica, der brusthohe Sibirische Säulen-Goldkolben, China-Greiskraut oder auch Tungusisches Greiskraut genannt, stammt aus Asien. Die Pflanze sieht nicht wie eine typische Ligularie aus. Vielleicht hat sie deshalb auch zwei Synonyme, Sinacalia und Senecio. Sie wächst nicht so schön buschig, wie die anderen Ligularia-Arten. Statt eines Wurzelballens findet man Knollenrhizome, ähnlich Tombinambur mit denen sie durch die Pflanzungen wandert, was nicht immer erwünscht ist. Sie soll auch im seichten Wasser wachsen. Ihre Samenstände sind sehr schön. Sie blüht im August zusammen mit Ligularia veitchii und Solidago. Bei soviel gelben Blüten kann man eigentlich auf sie verzichten.


Senecio doria, das hüfthohe Großblättrige oder Hohe Greiskraut ist ein Verwandter der Ligularien. Es kommt in Süd- und Westeuropa bis Westsibirien auf sonnigen, frischen Standorten vor.


Vernonia fasciculata die Büschelige Scheinaster kommt aus den feuchten Prärien der mittleren USA. Ihre englische Bezeichnung Ironweed, Eisenkraut, soll von der enormen Standfestigkeit der über 2 m hohen Staude stammen. Wikipedia schreibt, dass die Pflanze Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimeter erreicht. Nun könnte ich ja zweifeln, ob es die richtige Pflanze ist, aber ich habe die Samen auf der BUGA in Schwerin gesammelt und hoffe doch, dass das Namensschild stimmte. Sie blüht im August.
Vernonia baldwinii, die brusthohe Baldwins Scheinaster kommt ebenfalls aus der mittleren USA. Sie wächst in durchschnittlichen, durchlässigem Boden in voller Sonne. Sie toleriert feuchte und trockene Standorte. An feuchten Standorten wächst sie höher, was meist nicht erwünscht ist. Sie hat sehr lange Wurzeln, was ein Verpflanzen schwierig macht.

Aster ageratoides, die hüfthohe Ageratum-Aster kommt aus Japan. Sie ist zusammen mit A. divaricatus und A. cordifolius eine "Gehölzrand"-Aster, d. h. eine echte Wild-Aster, die Schatten, Trockenheit und Wurzeldruck verträgt. Ich habe die Varietät und Sorte Aster ageratoides var. ovatus 'Asran' und die Form A. ageratoides var. ovatus f. yezoensis. Letztere wird auch als A. ageratoides var. yezoensis oder Aster microcephalus var. yezoensis bezeichnet. Yezo oder Ezo ist die alte Bezeichnung für Hokkaido, der nördlichsten Insel Japans. Im Buch Staudenmischpflanzungen wird eine Aster trinervius subsp. ageratoides 'Asran' genannt. Welcher Name richtig ist oder ob es die selbe ist muss sich noch zeigen.
A. ageratoides var. ovatus f. yezoensis hat queckenartige Ausläufer. Bin gespannt, wie sie sich an verschiedenen Standorten benimmt.
In der Staudensichtung (Gärtner-Fachzeitschrift 3/2010 Seite 44) wird Aster ageratoides ’Asran’ folgendermaßen charakterisiert: "Diese ostasiatische Asternart ist noch relativ neu. Am stärksten durchgesetzt hat sich die als sehr gut bewertete Sorte ’Asran’. Sie besticht zunächst durch ihre Frohwüchsigkeit, Gesundheit und hellviolette Blütenfarbe. Dabei erreicht sie mittlere Höhen von 80 cm, ist äußerst standfest und Schnecken stabil. Da sie stark Ausläufer bildet, kann sie ab dem dritten Standjahr schwächere und auch spät austreibende Partner verdrängen. Ideal ist sie als Partnerin zu Bambus, eingewachsenen Gehölzen, auf trockenen Baumscheiben, als Unterpflanzung unter Kiefern. Sie blüht von August bis Oktober und wird von Bienen oft besucht."



Aster ptarmicoides, syn. Oligoneuron album, syn. Solidago ptarmicoides, die kaum kniehohe Weiße Hochland-Aster oder Schleier-Aster wird auch noch als Prärie-Aster bezeichnet und kommt aus Nordamerika. Sie blüht von Juli bis Oktober.

Eine weitere seltene Aster ist die Aster puniceus, die brusthohe Rotgestielte oder Sumpf-Aster aus Nordamerika, wächst dort in Sümpfen. Sie ist der Aster laevis sehr ähnlich und steht bei uns am Teich. Sie blüht von Ende September bis in den Oktober hinein.




Polygonum paniculatum ssp. frondosum hat noch keinen deutschen Namen aber viele botanische Synonyme z. B. P. molle.  Der brusthohe Busch ähnelt einer kleineren Ausgabe des Wolken-Knöterichs (Polygonum polymorphum) und ist wie dieser sehr gut zu gebrauchen. Er blüht sehr lange, von Juli bis zum Frost. Seine Winterhärte ist leider fraglich.


Polygonum weyrichii, Weyrichs Knöterich kommt aus Ost-Asien und ist ein großer Busch von etwa 1,50 m Höhe. P. weyrichii soll nach den meisten deutschen Quellen von August bis September blühen. Unser Knöterich beginnt aber schon Ende Juni zu blühen. In der folgenden Homepage (http://www.pfaf.org/database/plants.php?Polygonum+weyrichii) wird Juli bis August als Blütezeit angegeben.
In den Bergen Japans gibt es oberhalb der Baumgrenze eine Varietät von P. weyrichii, genannt P. weyrichii var. alpinum. Vielleicht ist das mein Knöterich. Er steht bei mir mehr als 15 Jahre am gleichen Platz.




Aster simplex, die Rispen-Aster, kommt aus Nordamerika. Sie ist mannshoch und wurde mir als "Riesenaster" angeboten. Riesig ist nicht nur ihre Höhe, sondern vor allem der jährliche Zuwachs. Es war nicht einfach sie zu bestimmen. Ein Synonym ist A. lanceolatus, doch A. lanceolatus ist parallel in der Literatur zu finden, und ich habe damit eine sehr ähnliche aber viel später blühende Aster bezeichnet. Hier einige Daten: Höhe im trockenen Boden 1,80 m, untere Blätter bis 21 cm lang und 1,8 cm breit, lineal-lanzettlich, spitz, am Rande fein gesägt bzw. rau, Blüten weiß, bis 30 Zungen, 2 cm breit, innen gelb, später braun. Den Ausschlag gab der Satz: "Identify it by the curly dead leaves" auf der Homepage: http://ontariowildflowers.com/main/species.php?id=14. Die Höhenangabe von bis zu 1,20 m in dieser Homepage werden in meinem Garten weit übertroffen, obwohl sie sehr trocken im Wurzeldruck einer Linde steht. Sehr schön zusammen mit der blauen Aster novae-angliae und Helianthus microcephalus 'Lemmon Queen'. Sie blüht von September bis Oktober.
Sie hält sich 14 Tage im warmen Zimmer in der Bodenvase.


Aster tataricus, die Tataren-Aster, kommt aus Ost-Asien. Sie ist über mannshoch und standfest. Sie blüht sehr spät im Jahr ab Mitte Oktober bis Mitte November. Sie ist die allerletzte Blüte in meinem Garten. Ein paar Frosttage schaden ihr nicht und das Schönste ist, sie hält sich auch noch sehr lange in der Vase. Im Jahr 2012 ist sie nicht mehr zur Blüte gekommen!? Im Frühjahr 2013 hat die vor 3 Jahren gepflanzte Staude etwa 100!! Triebspitzen (Ausläufer). Ich werde ihr mehr Platz einräumen und die Bodenbedingungen abmagern. Auf der Website des Missouri Botanical Garden fand ich den Hinweis, dass sie aller 2 Jahre geteilt bzw. verpflanzt werden sollte, um ihre Wuchskraft zu erhalten. Auch kann man sie Mitte des Jahres um die Hälfte zurückschneiden um sie buschiger zu gestalten. Ob sie dann bei uns im Nordosten aber noch zur Blüte kommt ist fraglich.
Die Sorte 'Jin Dai' wird auch als Zwerg-Tataren-Aster bezeichnet, und ist eine kompakte, etwa brusthohe Selektion der riesigen Tataren-Aster. Sie wurde in einem botanischen Garten in der Nähe von Tokio gefunden.



Boltonia asteroides, die mannshohe Scheinaster aus dem Osten Nordamerikas hat Gänseblümchen-Blüten in Augenhöhe zu bieten. Ansonsten ist sie den weißen Herbstastern ähnlich.
Die Scheinaster wird fast 2 m hoch und kommt in 3 Variationen vor var. asteroides, var. latisquama und var. recognita. Von Staudengärtnereien wird die Boltonia asteroides 'Snowbank' unter dem Namen Sternwolkenaster angeboten, die nur brusthoch wird. Sie ist wohl die var. latisquama. Sicher die bessere Wahl wegen der Standfestigkeit. Sie blüht im Oktober.
In ihrer Heimat wächst sie auf feuchten Böden, kommt aber bei mir auch mit normalem Boden zurecht. Als Schnittblume hält sie sich mindestens 1 Woche in der Bodenvase.
Die Amerikanische Gartenbaugesellschaft zählt diese Pflanze zu den 75 besten Gartenstauden. Das kann ich nicht behaupten. Die zur gleichen Zeit blühenden, und sehr ähnlichen, Aster simplex und Aster lanceolatus sind auch bei trockneren Boden wesentlich wüchsiger.

So, das wäre geschafft! Nochmal zur Erinnerung: Das Kriterium seltene Stauden meines Gartens bedeutet, die Staude wächst in meinem Garten und meine Seite in der Homepage ist bei der Google-Suche auf der ersten Seite. In der zweiten Jahreshälfte (dieser Post) sind das 25 Staudenarten (Sorten wurden nicht berücksichtigt). Im vorherigen Post (erste Jahreshälfte) waren es 12 Arten. Aus Zeitgründen kann ich keine Pflanzen versenden. Wer meinen Garten nach Voranmeldung besucht, kann gern einen Ableger bekommen.