Herzlich Willkommen


Herzlich Willkommen im Staudengarten Gross Potrems

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis September von 10.00 bis 12.00 und von 15.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten. Auf Grund der geringen Größe und der schmalen Wege in unserem Garten können wir nur maximal 15 Personen (keine Busse!) empfangen.
Bitte nur nach Voranmeldung, vorzugsweise per E-Mail (jochen@wildstaudenzauber.de) oder Telefon: 03820813345. Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.



Mittwoch, 21. September 2016

Deutlich zu trocken

Das sagte heute Morgen unser Wetterfrosch im NDR: "Sowohl im Frühjahr als auch im Sommer war es im Nordosten deutlich zu trocken, und es ist noch kein Ende in Sicht". In der Ostseezeitung stand unter der Überschrift: "MV trocknet aus", dass erst 14 % des im September üblichen Regens im Raum Rostock gefallen ist. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 50 Jahren eine solche Regenknappheit erlebt zu haben. Aber an die Wetterrekorde müssen wir uns wohl gewöhnen.
Da ich kaum gieße oder beregne und mich bemühe, meine Wildstauden standortgerecht zu pflanzen, konnte ich aus dieser Trockenheit viel lernen und deutliche Unterschiede feststellen. Nehmen wir die Ligularien oder auch Goldkolben genannt, von denen ich 10 Arten rund um meinen natürlichen Teich gepflanzt habe (der Teich ist fast leer). Alle haben schwere Trockenschäden nur L. veitchiana steht trotz ihrer großen Blätter in grüner Pracht. Ähnliches kann man bei den ebenfalls großblättrigen Rodgersien, den Schaublättern, beobachten. Sie stehen alle auf der Nordseite des Hauses und alle stehen noch gut, nur R. podophylla 'Rotlaub' liegt flach. Sehr gut stecken die Wild- oder Waldastern die Trockenheit unter Bäumen weg: A. ageratoides, A, divaricatus, A. laevis. Aruncus, der Waldgeißbart, ist auch noch kräftig grün. Verschiedene Sonnenblumen, allen voran H. microcephalus, die Kleinköpfige Sonnenblume und H. kellermanii halten die Trockenheit gut aus.
Wenn es dann endlich mal tagelang regnet, werde ich die Liste vervollständigen.

L. veitchiana steht trotz ihrer großen Blätter in grüner Pracht (links)

R. podophylla 'Rotlaub' liegt flach.

Sonntag, 4. September 2016

Ein Kreuz mit den Kreuzkräutern


Die Gattung Senecio hat laut Wikipedia mehr als 1.000 Arten. Allein in Mitteleuropa sind 30 Arten heimisch. Dazu kommen Hybridisierungen. Kein Wunder, dass da nomenklatorisch manches durcheinander geht. Aber vielleicht kann ja jemand helfen? In jedem Falle sind es sehr schöne und robuste Wildstauden für den naturalistischen Garten.
Beim GdS-Samentausch 2010 habe ich Senecio fuchsii bekommen. Die brusthohen Pflanzen wucherten bereits im ersten Jahr recht kräftig und haben grüne Stängel. Ich pflanzte sie in den trockenen Schatten und vom Wuchern war nichts mehr zu spüren. Werde sie im nächsten Jahr etwas besser stellen, um mehr von ihnen zu haben.
Im Mai 2015 habe ich ein Kreuzkraut unter dem Namen Senecio doria in einer Staudengärtnerei gekauft (Bild 3) und im Herbst Samen gesammelt. Sie gingen zahlreich auf, also war meine Staude nicht steril, wie unten behauptet.
Beschreibung für Senecio fuchsii 'Doria' bei https://www.die-staudengaertnerei.de/Senecio-fuchsii-Doria: "gut standfeste, lange im Hochsommer blühende Wildstaude, deren reicher Samenansatz (Fruchtschmuck!) zum Glück steril ist. Gute Solitärstaude. (Wird unter dem falschen Namen S. doria gehandelt)."
Meine S. doria hat auch einen reichen , schmückenden Samenansatz und dunkelrote Stängel.
Von einem Staudenfreund aus Sachsen habe ich Samen von Senecio nemorensis bekommen. Die Pflanzen von meinem S. doria sind identisch mit S.nemorensis. Sie haben keine Ausläufer aber schon im ersten Jahr recht lange Wurzeln. Die Stängel sind dunkelrot. Um die Verwirrung komplett zu machen gibt es bei Jelitto Samen von Senecio nemorensis ssp. fuchsii. Die Art S. nemorensis hat laut Hortipedia 12 Synonyme aber Senecio nemorensis ssp. fuchsii ist nicht dabei. Eigentlich der Zeitpunkt um aufzugeben meine Kreuzkräuter zu identifizieren!?


Senecio fuchsii mit zahlreichen Ausläufern im zweiten Jahr
 
Senecio fuchsii im tiefsten Schatten unter einer Haselnuss

Senecio doria, brusthoch mit zinkgelben Blüten in voller Sonne

Samenstände von S. doria



Senecio doria im ersten Jahr ohne Ausläufer




Dienstag, 23. August 2016

Goldbaldrian, Patrinia scabiosifolia


Vom Baldrian im letzten Post nun zum Goldbaldrian. Ich sah ihn im Herbst im Kuju Hochland, Japan. Er ist in Japan eine der für den Herbst characteristischen Wildstauden. Er blüht im August/September. Eine gute Beschreibung gibt es unter:
http://www.telegraph.co.uk/gardening/howtogrow/3305743/How-to-grow-Patrinia-scabiosifolia.html. Dort steht auch, dass er sehr sonnig, mit guter Drainage und möglichst unbedrängt von anderen Pflanzen stehen sollte.
In unserem Garten war er im zweiten Jahr regelrecht verfault. Er erholte sich am neuen Standort und faulte dann erneut.
Kress hingegen schwärmt in seinem Sarastro-Rundbrief 8/11 vom Goldbaldrian:
"Einmal gepflanzt entwickelt er sich wie von selbst und erobert deinen Gehölzrand im Handumdrehen. Du kannst ihn zunächst gewähren lassen. Dann blüht plötzlich dein gesamter Gehölzrand, deine Funkien erleben eine zweite Saison in leuchtendem Gelb! Ab Mitte Juli bis Ende August beherrscht das knie- bis brusthohe Patrinia scabiosifolia Teile deines Gartens."
Diese Aussagen und meine schöne Erinnerung an die Herbstwiesen in Japan, verlangten nach einem neuen Versuch der Ansiedlung in meinem Garten. Ich zog 60!! Pflanzen, eine ganze Multitopfpalette, im letzten Jahr an und verpflanzte an die verschiedensten Stellen in meinem Garten. Nur 1!! Pflanze erreichte Brusthöhe, alle anderen sind kaum zu sehen. Sie sind regelrecht verkrüppelt und auch die eine brusthohe Pflanze hat schon Blattverfärbungen. Was läuft hier nur schief? Welche Erfahrungen habt Ihr mit dem Goldbaldrian?

Goldbaldrian im Kuju Hochland, Japan

Eine Pflanze von 60 blühte

...aber auch sie hatte Blattverfärbungen.

Am gleichen Standort eine zwar blühende aber verkrüppelte Pflanze mit Blattverfärbungen.

Die meisten Pflanzen trieben aus, bildeten aber keine Blütenstängel und alle hatten sie mehr oder weniger Blattverfärbungen


Donnerstag, 11. August 2016

Chaerophyllum hirsutum oder Valeriana officinalis?

Chaerophyllum hirsutum 'Roseum', unter diesem Namen habe ich die Pflanze 2010 von einem bekannten Staudengärtner erworben. Das erste Photo zeigt die hellrosa Blütendolden der kniehohen Pflanze. Im Katalog sind 60 cm Wuchshöhe und dunkelgrüne gefiederte Blätter angegeben.
Im Herbst 2014 nahm ich Samen und im Frühjahr 2015 trieben sie willig aus. Die gekaufte Pflanze war im Frühjahr verschwunden. Noch im Herbst pflanzte ich die Sämlinge in die Umgebung unseres natürlichen Teiches, also feucht. Kaum zu glauben was sich daraus in diesem Jahr entwickelte: mannshohe, also doppelt so hohe Pflanzen, mit vollen, gewölbten, weißen Blütenständen. Die Blätter sind hellgrün, wie die ganze Pflanze. Sie erinnern an Baldrian, nur blühte der bei mir schon im Mai.
Habe mir gerade den Baldrian in Wikipedia angeschaut. Die Blätter und Blüten meiner Pflanzen deuten ziemlich eindeutig auf Baldrian hin. Nur die Blütezeit ist sehr spät. Was ist was, und wo fand die Verwechslung statt? Typisch "Blackbox gardening"?
 





Montag, 1. August 2016

Es wird nicht durchgeblüht

"Es wird durchgeblüht" postulierte einst Karl Foerster und daran habe ich mich auch Jahrzehnte orientiert. Doch nun brauche ich Platz für die vielen Schätze der Prärien und Steppen. Erweitern kann ich mein Grundstück nicht, also werde ich die Blühzeiten auf die Sommermonate ausrichten. Ab sofort will ich das realisieren und gebe folgende kräftige Stauden ab. Nur an Selbstabholer aus der Umgebung! Bei der Gelegenheit möchte ich auch die zahlreichen Besucher des "Offenen Gartens" daran erinnern, dass Sie mir ihre Pflanzenwünsche per E-Mail zuschicken.


Camassia leichtlinii, die kniehohe Blaue Prärielilie ist eine Zwiebelpflanze aus Nordamerika. Sie blüht sehr früh im Jahr, Ende April bis Anfang Mai, leider meist schon vor den gelben Taglilien und den roten Kugeln des Riesenlauchs. Sehr schön mit Sumpfdotterblumen, Trollblumen und Dichternarzissen. Sie bevorzugt frischen Boden, wächst bei mir aber auch in eher trockenen Boden recht gut. Die Bestände sind sehr langlebig.
10 kräftige Zwiebeln für nur 5 Euro.

Lunaria rediviva, das Ausdauernde Silberblatt oder auch Mondviole genannt, kommt in Europa und West-Sibirien vor. Es wächst auch im stärkeren Halbschatten und fast in jedem Boden. Es blüht zu einer Zeit im Mai, wenn ansonsten noch alles grün ist. Im Herbst schmückt es sich mit silbernen Fruchtständen. Bilder unter: http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/lunaria_rediviva.htm
3 kräftige Pflanzen

Thermopsis chinensis die kniehohe Chinesische Fuchsbohne oder Goldlupine kommt aus Asien und blüht bereits im Mai. Sie mag es sonnig und ist ansonsten sehr anspruchslos und langlebig. Im Unterschied zur Berg-Fuchsbohne wuchert sie nicht. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/thermopsis_montana.htm
1 Pflanze 


Bergenia, Bergenien, kommen in 10 Arten in Zentralasien vor. Es gibt zahlreiche Hybriden. Es sind recht grobschlächtige Pflanzen. Das schadet aber nicht dem Ansehen einer Wildstaude, man muss es nur bei der Benachbarung beachten. Sie sind auch im Winter grün und blühen sehr zeitig schon im April. Sie vertragen keine Staunässe. Wenn sie in der Sonne stehen gibt es eine schöne Herbstfärbung. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/bergenia_cordifolia.htm
1 kräftige Hybride 'Abendglocken'

Iris sibirica, die hüfthohe Sibirische Schwertlilie oder Wieseniris, gehört zum ganz alten Bestand meines Gartens, d.h. sie ist unverwüstlich. Ihre Heimat sind kalkhaltige Sumpfwiesen in Mittel- und Osteuropa bis zum Iran aber wohl nicht Sibirien. Sie blüht im Juni. Von den etwas später blühenden Hybriden, die sehr schön großblütig sind, haben sich bei mir vor allem die roten 'Ewen' und die blauen 'Silver Edge' gehalten. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/iris_sibirica.htm
10 Pflanzen

Cenolophium denudatum, die brusthohe Baltische Petersilie kommt in Europa, Rußland und West-China vor. Sie wird auch als Hohlrippe bezeichnet. Sie ist wie Selinum sehr gut für die Auflockerung von Wiesen und auch für frische Blumensträuße und Trockensträuße geeignet. Sie blüht im Juni. Es gibt nur eine Art in der Gattung. Sie ist sehr anpassungsfähig, für Sonne und Schatten und für jeden etwas feuchten aber gut drainierten Boden. Sie soll sehr tiefe Temperaturen vertragen und langlebig sein. Die Samen habe ich von der RHS (Royal Horticultural Society) aus England bekommen. Sie keimten unter normalen Bedingungen sehr gut. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/cenolophium_denudatum.htm
mehr als 10 Pflanzen

Polygonum japonica, der Japan-Knöterich ist überall in Japan zu finden. Mal rot oder rosa, meistens jedoch weiß. Seine Wuchskraft ist schon erstaunlich. Ich fand einen Knöterich am Rande eines Vulkankraters, wo nicht mal Gras wächst. Der Vulkan speit immer noch Schwefelgas.
Der Japanknöterich ist weltweit ein gefürchtetes Unkraut und steht auf der Liste der 100 schlimmsten, gebietsfremden invasiven Arten. Eine Ausnahme macht der kniehohe P. japonicum var. compacta 'Rosea' von Förster- Stauden.http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/polygonum_japonica.htm
1 große Pflanze

Vielleicht läßt sich auch noch der eine oder andere Wunsch erfüllen!



Montag, 25. Juli 2016

Sommerwiesen

Eine Hitze im Nordosten! Da kann man nichts im Garten machen. Mal wieder Zeit für einen Post.
In manchen Büchern und Artikeln kann man lesen , das der Blumengarten im Hochsommer eine Blühpause einlegt. Wenn man viele Rosen hat, kann der Eindruck sicher entstehen. Ein Wildstaudengarten mit den Schätzen der nordamerikanischen Prärien oder der asiatischen Steppen hat auch im Juli viel zu bieten. Ich denke die Bilder zeigen es. Wenn Sie sich überzeugen möchten, wir haben noch freie Termine für eine Gartenführung. Bitte per E-Mail Termin vereinbaren.
An der Ostsee ist auch noch Platz.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die mir zum Geburtstag gratuliert haben.





Cephalaria gigantea, die Giraffen-Scabiose, bildet eine schwefelgelbe Wolke über der Pflanzung

Die rosa Wolken von Filipendula rubra, der "Queen of the Prairies" und der einheimische Blauweiderich.

Monarda fistulosa, die Indianernessel zusammen mit dem Siebenbürger-Perlgras, Melica transsilvanica.

Noch Mal Blauweiderich, Veronica longifolia mit dem Ochsenauge oder Schein-Alant, Telekia speciosa.

Ein seltener Rittersporn, Delphinium exaltatum und Echinacea purpurea, der Rote Sonnenhut.


Delphinium tatsienense, der Sichuan-Rittersporn aus China mit dem Rosen-Storchschnabel, Geranium oxonianum.
Chaerophyllum hirsutum, der Behaarte Kälberkropf vor Goldkolben, Ligularia und Blutweiderich, Lythrum.

Lilium leichtlinii, die Japanische Lilie wächst in feuchter Erde am Teich und wird mannshoch.
Sonnenauge Heliopsis helianthoides, Entenschnabel-Felberich, Lysimachia clethroides und Kerzenknöterich, Polygonum amplexicaule.