Herzlich Willkommen


Herzlich Willkommen im Staudengarten Gross Potrems

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis Oktober von 10.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten. Bitte Voranmeldung! per E-Mail : jochen@wildstaudenzauber.de, Telefon: 03820813345 oder Handy: 017661658902. Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.



Montag, 25. Juli 2016

Sommerwiesen

Eine Hitze im Nordosten! Da kann man nichts im Garten machen. Mal wieder Zeit für einen Post.
In manchen Büchern und Artikeln kann man lesen , das der Blumengarten im Hochsommer eine Blühpause einlegt. Wenn man viele Rosen hat, kann der Eindruck sicher entstehen. Ein Wildstaudengarten mit den Schätzen der nordamerikanischen Prärien oder der asiatischen Steppen hat auch im Juli viel zu bieten. Ich denke die Bilder zeigen es. Wenn Sie sich überzeugen möchten, wir haben noch freie Termine für eine Gartenführung. Bitte per E-Mail Termin vereinbaren.
An der Ostsee ist auch noch Platz.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die mir zum Geburtstag gratuliert haben.





Cephalaria gigantea, die Giraffen-Scabiose, bildet eine schwefelgelbe Wolke über der Pflanzung

Die rosa Wolken von Filipendula rubra, der "Queen of the Prairies" und der einheimische Blauweiderich.

Monarda fistulosa, die Indianernessel zusammen mit dem Siebenbürger-Perlgras, Melica transsilvanica.

Noch Mal Blauweiderich, Veronica longifolia mit dem Ochsenauge oder Schein-Alant, Telekia speciosa.

Ein seltener Rittersporn, Delphinium exaltatum und Echinacea purpurea, der Rote Sonnenhut.


Delphinium tatsienense, der Sichuan-Rittersporn aus China mit dem Rosen-Storchschnabel, Geranium oxonianum.
Chaerophyllum hirsutum, der Behaarte Kälberkropf vor Goldkolben, Ligularia und Blutweiderich, Lythrum.

Lilium leichtlinii, die Japanische Lilie wächst in feuchter Erde am Teich und wird mannshoch.
Sonnenauge Heliopsis helianthoides, Entenschnabel-Felberich, Lysimachia clethroides und Kerzenknöterich, Polygonum amplexicaule.


Donnerstag, 14. Juli 2016

Exuvien

Exuvien, dieser eigenartige Begriff begegnete mir im Zoologischen Institut der TU Dresden im Jahre 1965. In Dresden lernte ich nach dem Abitur den Beruf: "Zoologischer Präparator und Tierausstopfer".  Noch heute hängen die Kästen mit Insekten (im Bild: Libellen) über meinem Schreibtisch, und schon lange wollte ich mal das Schlüpfen der Libellen an meinem Gartenteich beobachten. Die Exuvien sah ich schon öfter, aber den Moment des Schlüpfens erst jetzt. Es ist schon erstaunlich, wie aus so einem häßlichen Wassertier eine prächtige Libelle wird. Die Flügel müssen noch etwas trocknen und dann startet der Helikopter und wird mich nie wieder so nah ranlassen.









Mittwoch, 6. Juli 2016

New German Style

Frank M. von Berger: New German Style für den Hausgarten Moderne Gartengestaltung pflegeleicht und dauerschön, 144 S., 146 Fotos, Flexcover EUR 24,90, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer, 2016, ISBN 978-3-8001-0307-2

Der New German Style geistert seit Jahrzehnten durch Zeitschriften und Bücher zur Staudenverwendung. Ein Buch, dass hier mal Klarheit schafft, war überfällig. Mit dem Untertitel "für den Hausgarten" spricht es jeden Staudenfreund an, und doch hat es mich enttäuscht.
Nach einer sehr interessanten Einführung zum Gegenstand des Buches beginnt ein "Mischmasch" von Pflanzenporträts und banalem Gartenwissen, z. B. "Wie breit sollte ein Beet sein" oder einer völlig verwirrenden Definition von Wildstauden (Seite 29). Ausführliche Pflanzenporträts finden sich in jedem beliebigen Gartenbuch und wären so hier nicht notwendig gewesen. Wer ein Buch mit dem Titel "New German Style" kauft, muss nicht über das Aussehen von Rittersporn, Bartiris und Phlox informiert werden. Wohl aber wäre eine Zusammenstellung von typischen Stauden für den New German Style durchaus wünschenswert. Doch warum wurde das so Häppchenweise serviert? Zu jedem Stichwort, z. B. Präriestauden, wurden nur jeweils drei Vertreter beschrieben. Dafür wiederholten sich z. B. die Präriestauden mehrfach. Auf Seite 30 unter dem Stichwort, Nordamerikanische Wildstauden, auf Seite 92 unter Präriestauden, auf Seite 124 unter Wildformen vom Scheinsonnenhut.
Das die Spornblume kurzlebig sein soll (S. 40) ist nicht zutreffend. In meinen Garten im Nordosten Deutschlands stehen Jahrzehnte alte Exemplare (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/centranthus_ruber.htm). Für die Glatte Aster (S. 71) wird ein feuchter Boden empfohlen. Bei mir steht sie in sehr trockenem Boden. Auf Seite 72 wird Daucus carota als Wildstaude bezeichnet. Sie ist aber nur zweijährig. Auf S. 74 wird Nordamerika als Heimat von Aconogon speciosum 'Johanniswolke' angegeben. Die Pflanze kommt laut Staudengärtner Gaissmayer u. a. Quellen aus dem Himalaya. Auf S. 94/95 werden neue Echinacea-Sorten vorgestellt und es wird erwähnt, dass einige Sorten recht kurzlebig sind. Fakt ist aber, dass 63 Sorten von Sonnenhut-Neuzüchtungen auf ihren Gartenwert getestet wurden und die Hälfte als entbehrlich eingestuft wurde.

Das Buch enthält sehr schöne Bilder und viele Tipps für Gartenanfänger, die sich für Staudenverwendung interessieren.

Samstag, 25. Juni 2016

Wegelagerer

Die lange Trockenheit war wirklich nicht schön, aber die Stauden standen wenigstens. Nach einem kräftigen Gewitterguß liegen jetzt einige, allen voran der Frauenmantel (Alchemilla mollis). Seine grüngelben Wolken am Wegesrand haben mich all die Jahre begeistert, als meine Staudenpflanzungen noch nach den Regeln der alten englischen Rabatte bepflanzt waren: das Niedrige vorn, das Hohe hinten. Doch am Ende der Blütezeit lagen die Wolken doch ziemlich unordentlich herum. Abschneiden und auf den Neuaustrieb warten war eine Variante. Das sieht aber erst mal nicht sehr natürlich aus. Die andere war, die kleineren Schwestern des Molligen zu pflanzen (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/alchemilla_epipsila.html und http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/alchemilla_sericata.html). Da ich das Pflanzschema der englischen Staudenrabatte schon länger verlassen habe, und mich um eine wiesenartige Pflanzung bemühe, liegt es nahe das Problem der Wegelagerung durch Pflanzung in die zweite oder dritte Reihe zu begegnen. Im letzten Bild hat sich der Frauenmantel von selbst (durch Aussaat) in die zweite Reihe begeben. Wie haltet Ihr es mit dem Frauenmantel?





rechte Seite zurück geschnitten
Frauenmantel rechts unten in der zweiten Reihe



Donnerstag, 23. Juni 2016

Trockenheit im Frühjahr 2016

Während im Süden Deutschlands Überschwemmungen berichtet wurden und auch hier in Meckpom im Westen des Landes und auch kürzlich im Osten reichlich Regen fiel, haben wir im Raum Rostock in diesem Frühjahr eine große Trockenheit zu verkraften. Im Internet (wetterkontor.de) werden für Rostock im Mai nur 10 und für Juni 21 L/m² angegeben, das sind nur 18 bzw. 30% des Durchschnitts. Für meine 1.000 m² naturalistischen Wildstaudengarten habe ich schon seit Jahren keine Beregnung oder Begießung vorgesehen. Ich baute immer darauf, dass die Wurzeln der Stauden immer tiefer in den bindigen und wassernahen Boden (Am Schlossteich!) eindringen. Meist war ich froh, wenn der "Mai nicht kühl und nass" war, denn ich will ja nicht "Scheuer und Faß" füllen. Ein trocknes Frühjahr hatte kürzere und damit standfestere Stauden bewirkt. Jahrelang hatte ich aufgeschrieben, welche Staude bei Trockenheit und Hitze schlappt, also am falschen Standort steht und sie im Herbst oder Frühjahr umgesiedelt. Dadurch hatte ich bzw. meine Stauden die Trockenperioden der letzten Jahre recht gut ohne Beregnung überstanden. Doch nun ist wohl nach 2 Monaten Trockenheit die Grenze erreicht. Welche Stauden Probleme mit dem Wassernachschub haben, will ich hier vorstellen.
Da sind zunächst die Ligularien zu nennen. Ihre großen, weichen Blätter verdunsten einfach zu viel. Interessant ist aber, dass es Unterschiede zwischen den Arten gibt. Ligularia veitchiana (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/ligularia_veitchiana.htm) hält sich am besten. Im Bild hinten, zusammen mit L. stenocephala (vorn), die viel eher schlappt.

Heliopsis helianthoides schlappt an allen trockenen Standorten. Laut Wikipedia wächst sie in Prärien, trockenen lichten Gehölzen und ruderal. Ein Staudengärtner empfiehlt, sie trockner zu stellen, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Ich werde sie wohl doch näher zum Teich pflanzen.


Der Wasserdost senkt seine Häupter. Interessanterweise steht die weiße Form noch kerzengerade (rechts im Bild).




Mittwoch, 15. Juni 2016

Rote Lichtnelke Silene dioica

Seit fünf Wochen kein Post und kein Regen hier im Nordosten. Doch nun regnet es und postet es. Das war ein arbeitsreiches Frühjahr mit vielen Umgestaltungen, das am vergangenen Wochenende zum "Offenen Garten" mit etwa 300 Besuchern seinen Abschluss fand. Das schönste Kompliment war für mich, das ein Besucher meinte, durch die Wiesen seiner Kindheit gegangen zu sein.
Einen wesentlichen Beitrag hat jetzt im Juni wohl auch die Rote Lichtnelke (Silene dioica) dazu geleistet. Die Idee sie zu verwenden und auch den Samen habe ich von Katrin aus Österreich bekommen (http://hardy-geranium.blogspot.de/2014/05/staudenbeete-im-mai-die-fulle-nimmt-zu.html). Im Jahr der Aussaat hatte die Silene bereits eine erste zaghafte Blüte, allerdings im August zusammen mit den Goldkolben. Im zweiten Jahr blüht sie bereits seit Anfang Mai zusammen mit den gelben Sumpfdotterblumen und ist jetzt Mitte Juni immer noch zu sehen. Sehr schön zusammen mit der gelben Wiesentaglilie, der Trollblume und der blauen Wieseniris. Leider habe ich sie in Unkenntnis der langen Blütezeit auch zu den Martagon-Lilien gepflanzt. Das geht nicht. Die Lilien werden nicht deutlich sichtbar. So eine ausgiebige Blüte! Wird sie durch Absterben der Pflanzen quittiert werden?

Silene dioica im Aussaatjahr



Silene im zweiten Jahr, Anfang Mai, mit Sumpfdotterblume


Anfang Juni mit Trollblume, gelber Wiesentaglilie und Wieseniris