Herzlich Willkommen



Um wirklich glücklich zu sein, brauchst du nur etwas, wofür du dich begeistern kannst.

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Groß Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 700 Seiten mit fast 3.000 Bildern unseren Naturgarten kennen lernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Von 2000 bis 2012 habe ich verschiedene Naturstandorte unserer Stauden in Asien und Amerika besucht. Sie gaben mir zahlreiche Hinweise zur Verwendung der Wildstauden im Garten. Seit mehr als 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern. Daneben gibt es auch einen großen Gemüsegarten und eine Streuobstwiese, die ebenfalls nach den Prinzipien des Naturgartens bewirtschaftet werden.

Unseren Garten können Sie täglich von Mai bis Oktober von 10.00 bis 12.00 und von 15.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten, auch für Einzelpersonen. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten.
Bitte nur nach Voranmeldung, vorzugsweise per E-Mail (jochen@wildstaudenzauber.de) oder Telefon: 03820813345.

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können. Leider ist das Buch z. Zt. vergriffen. Über eine Neuauflage wird demnächst entschieden.







Sonntag, 14. April 2019

Blumenwiesen sparen?



Blumenwiese mit Reiherschnabel (Erodium cicutarium) im April 2007 in der Nähe unseres Dorfes

Der gleiche Blick im April 2019. Die Blumenwiese wurde ein Maisacker mit reichlich Mist.




Wollen wir das wirklich?

Mittwoch, 10. April 2019

Das kleine Fröschlein


Die letzte Winterarbeit war das Stutzen des Efeus. Vom Dach musste alles runter und an der Wand haben wir die Altersform abgeschnitten. Vor 7 Jahren habe ich das noch selbst gemacht. Wie doch die Zeit vergeht! (https://wildstauden.blogspot.com/2011/03/monster-efeu-schneiden.html). 
Der Efeu diente gleich als Startkapital für eine Benjeshecke. Für die Benjeshecke habe ich mich entschieden, da das Verbrennen wohl nicht die beste Lösung war, und weil ich eine Überwinterungsmöglichkeit für Igel brauche.  Vor ein paar Tagen entdeckte ich ihn im Kompost. Gerade noch rechtzeitig vor dem Ausbringen! Nun muss ich damit bis Mitte April warten, sagt unsere Igelmutter in Groß Potrems. Dann wird er erwachen.

Monsterefeu

Benjeshecke im Obstgarten
Da schläft der Igel, schnell wieder zudecken.

Schnell wieder zudecken.

Mit meiner Enkelin auf Entdeckungstour. Die ersten Frösche und Molche sind bereits wach.

Pikieren im Glashaus bei 25°C.

Erste Versuche, die kleinen Fingerchen sind gut zum Pikieren geeignet.

Bei den Schneeglöckchen im Schlosspark, die inzwischen schon verblüht sind.





Mittwoch, 27. März 2019

Pflegeleichte Stauden

Gerade habe ich ein Buch vorgestellt, das "Pflegeleichte Blumenbeete für jeden Garten" zeigt. Doch wie erkenne ich pflegeleichte Stauden?
Ein Zeichen für notwendige Pflege ist die Tonsur!
Laut Wikipedia ist die Tonsur (lat. tonsura „Scheren“, von tondere „scheren“) die vollständige oder teilweise Entfernung des Kopfhaares aus religiösen Gründen bzw. die daraus entstandene Frisur. Sie ist aus verschiedenen Religionen wie Christentum, Buddhismus oder Hinduismus bekannt.
Eine Tonsur begegnet uns auch im Garten, besonders in älteren Pflanzungen und bei bestimmten Pflanzen. Die Pflanzen zeigen in der Mitte keinen Austrieb mehr, sondern nur am Rand. Die Wiesenmagerite 'Silberprinzesschen', z. B., eine großblütige und kompakte Form unserer Wiesenmargerite zeigt die Tonsur bereits im dritten Jahr nach der Aussaat (2. Bild). Soll sie länger Leben, muss die Pflanze geteilt werden, und die Teilstücke mit Austrieb können in frische Erde gepflanzt werden. Also eine zusätzliche Arbeit.

Chrysanthemum maximum 'Silberprinzesschen'


Wiesenmargerite 'Silberprinzesschen'

Pflanzfertige Teilstücke der Margerite




























Ganz anders verhalten sich die Neuaustriebe der
 Goldkolben (Ligularien). Sie kuscheln sich zusammen, wie ein "Wurf Goldhamster". Die Pflanze im Bild steht hier seit mehr als 30 Jahren. Nebenbei sei erwähnt, dass der Giersch im Umfeld der Pflanze sich nach deren Entwicklung eines großen Blattschopfes bald verzieht. Also eine pflegeleichte Staude!

Goldkolben (Ligularia veitchiana)


Goldkolben nach 30 Jahren Standzeit.


Die folgende Pflanze ist eine sehr schöne hellblaue Glattblattaster. Im vergangenen Jahr habe ich sie in die Bildmitte gepflanzt. Jetzt im 2. Standjahr bedecken ihre Ausläufer mehr als 1 m². Das ist keine Tonsur sondern es sind schlicht "Läufer". Dazwischen siedelt sich jede Menge Unkraut an. Also eine sehr Pflege intensive Staude.

Glattblattaster läuft.

Wie ein "Wurf Goldhamster" zeigt sich auch die Taglilie und das nach vielen Jahrzehnten am gleichen Platz. Eine sehr pflegeleichte Stauden, wenn man nicht alle verblühten Blumen abschneidet.


Taglilienhorst


Samstag, 16. März 2019

Die richtige Erde

Ab und zu bekomme ich Anfragen wie die folgende, und da die Beantwortung ja doch etwas Zeit in Anspruch nimmt, möchte ich sie hier im Blog veröffentlichen, und vielleicht kommt ja doch mal ein kleiner Diskussionsbeitrag aus der Leserschaft meines Blogs. Einen ähnlichen Beitrag finden Sie hier: https://wildstauden.blogspot.com/2018/06/das-wie-der-staudenwiesen.html.

"Guten Tag,
 ich bin bei meinen Recherchen zu Naturgärten und Wildstauden auf ihre Seite gestoßen. Ich bin begeistert von ihrem Garten und von den Themen auf ihrer Webseite. 
Ich bin neuerdings auch Besitzer eines Gartens und möchte verschiedene Wildstaudenbeete anlegen (von Sonne bis Schatten) und ein Thema ist wenig auf Internetseiten und Büchern vertreten: 
Die richtige Erde! 
Bei ihrem Garten sieht man auch Rasen zwischen den Beeten, sodass ich davon ausgehe, dass sie bei Beetanlage erst Gras entfernen mussten. 
Ich entferne gerade Grasnarben und die erste Frage für einen Umweltschützer ist: Wohin damit. Lässt sich das sinnvoll verwenden, kompostieren? 
Und zweitens, wie füllt man den Boden am besten wieder auf. In Baumärkten gibt es unglaublich viel und unterschiedlich teure Gartenerde. Oder doch lieber Mutterboden liefern lassen, dessen genaue Zusammensetzung aber unbekannt ist? 
Mich würde ihre Bodenvorbereitung interessieren und auch, wie sie den Rasen daran hindern wieder ins Beet zu wachsen (sie scheinen kein Kiesbeete zu haben). 
Für ein paar Tipps wäre ich dankbar. Danke im Voraus 
Mit freundlichen Grüßen, S.H."

Die richtige Erde! 
Ich würde die Frage zunächst einmal so beantworten: Im Naturgarten geht es nicht in erster Linie um die richtige Erde, sondern um die Pflanzen für die vorhandene Erde und auch nicht nur um die Erde sondern insgesamt um die richtigen Pflanzen für die vorhandenen Standorte im Garten.
Die beiden folgenden Bilder zeigen, wie Wildstauden mit der vorhandenen Erde (in diesem extremen Fall so gut wie ohne Erde) auskommen. Natürlich gibt es auch Pflanzen, die eine bestimmte Erdzusammensetzung erfordern, z. B. sauren Boden oder alkalischen Boden. Es sind aber nicht sehr viele, doch für einen Pflanzensammler-Garten ist es schon wichtig. Ein Naturgarten muss nicht unbedingt Raritäten beherbergen.

Spornblume (Centranthus ruber)in Mauerritzen  (Foto: I. Renner)

Veilchen (Viola cornuta) in Steinfugen (Foto: I. Renner)


Entfernte Grasnarbe:  Wohin damit?
Entweder gar nicht entfernen sondern untergraben, oder mit der Grasseite nach unten aufsetzen bzw. dem evtl. schon vorhandenem Kompost zuführen.

Wie füllt man den Boden am besten wieder auf ?
Keinesfalls würde ich dazu Erde aus dem Bau- oder Gartenmarkt kaufen. Viel zu teuer und oft auf Torfbasis, was wir Umweltschützer ja auch nicht wollen. Ich kaufe vom 10 km entferntem Betrieb "Erden & Kompost" eine LKW-Ladung (ca. 4 m³) Mutterboden (die exakte Bezeichnung ist Oberboden-Kompost) für 120 Euro um evtl. Lücken in den Beeten aufzufüllen. Die Zusammensetzung kann man erfragen und auch selbst bestimmen.

Rasen daran hindern wieder ins Beet zu wachsen
Der ordentliche Gärtner pflegt seine Rasenkanten mit entsprechenden Geräten oder begrenzt den Rasen mit Rasenkantensteinen.
Ich als Naturgärtner lass es wachsen. Allerdings bemühe ich mich für den Abschluss des Beetes zum Rasen Stauden zu pflanzen, die das für mich erledigen und den Rasen stoppen: Funkien, Frauenmantel, Storchschnabel, Taglilien und alle anderen überhängenden Gewächse.



Sie scheinen keine Kiesbeete zu haben?
Nein, das würde auch für einen Garten "Am Schlossteich" nicht natürlich sein. Ich halte übrigens auch nichts vom Mulchen mit anderen Stoffen. Die Stauden sollten so dicht wachsen, dass Mulchen nicht nötig ist. Unkraut muss natürlich gezogen werden. Die bei Wildstauden zahlreich erscheinenden Sämlinge sind erwünscht.
Ich gebe zu, ein naturnaher Staudengarten ist für ordentliche Gärtner gewöhnungsbedürftig. 
Alexandra Rigos vermutet in ihrem sehr lesenswertem Buch "Der Naturgarten", "das es sich mit der Ästhetik naturnaher Gärten nicht anders verhält als mit zeitgenössischer Kunst: Man muss sich auf sie einlassen, sich mit ihnen auseinandersetzen, um sie schön zu finden, Dabei gilt es, die eigenen Sehgewohnheiten in Frage zu stellen und offen zu sein für den Reiz des Natürlichen."






Sonntag, 10. März 2019

Es geht los

Herrlich, wenn draußen der Sturm pfeift und im Glashaus 25°C sind. Die ausgesäten Samen der Samentauschaktion der GdS können schon pikiert werden. Alle Bestellungen bei den Online-Staudengärtnern sind geliefert und können sich im Glashaus kräftigen. Zu lange können sie aber nicht dort bleiben. Sie müssen auch abgehärtet werden. Im letzten Frühjahr habe ich die Lieferungen verschiedener Staudengärtner verglichen (https://wildstauden.blogspot.com/2018/04/staudenkauf-online.html). Leider musste ich feststellen, das ein namhafter Staudengärtner aus dem Süden, der letztes Jahr von mir als ausgezeichnet eingestuft wurde, in diesem Jahr diese mickrigen Astern 'Schöne von Dietlikon' (Bild 2) geliefert hat. Da hilft auch nicht der grüne Biotopf, das ist Murcks! Es ist wohl doch ein Lottospiel, online einzukaufen.
Gerade las ich ein Interview von Eckart von Hirschhausen: "Gartenarbeit ist ein schönes Bild für die Freude im Alter. Man ist aktiv, bewegt sich an der frischen Luft, sieht etwas wachsen, ist weder über- noch unterfordert und das Wichtigste: Man ist eigentlich nie damit fertig.
In diesem Sinne gehen bei mir die diesjährigen Umgestaltungen im Staudengarten los, und da ist nach fast 50 Jahren!! immer noch was zu tun.
Als Erstes möchte ich eine Pflanzung aus Deschampsia 'Goldtau' bzw. 'Palava' mit bunten Blüten von Echinacea und Rudbeckia durchwirkt, gestalten. Es wird oft mit Nasella tenuissima gearbeitet, doch dieses Gras ist bei mir nicht winterhart. Deshalb will ich es mit Deschampsia versuchen. Beide Sorten wachsen kompakt und säen sich nicht aus.




Mittwoch, 6. März 2019

Schnell, einfach, blüht!


Die folgenden drei Bilder zeigen Blumenbeete am Alten Strom in Warnemünde. Sie bestehen hauptsächlich aus nicht winterharten Pflanzen, die im Herbst kompostiert werden. Ein klassischer Vertreter ist die Studentenblume in ihren zahlreichen Zuchtformen (erstes Bild). Die Pflanzung ist gut geplant und herrlich bunt anzusehen. Sie blüht den ganzen Sommer lang.




















Schnell, einfach, blüht. Pflegeleichte Blumenbeete für jeden
Garten. Renate Hudak, Harald Harazim. 2019. 144 S., 167 Farbfotos, 11 farbige Zeichnungen, Klappenbroschur. ISBN 978-3-8186-0085-3. € 17,95

Die oben gezeigten Blumenbeete sind im Buch nicht gemeint, sondern Staudenbeete, wie auf der rückwärtigen Umschlagseite auch steht. Beide Begriffe sollten etwas Unterschiedliches bezeichnen.
Mal wieder "Pflegeleichte Blumenbeete"!? Was hier im Buch pflegeleichter ist als in anderen Staudenbüchern, ist mir nicht ganz klar. "Schnell, einfach, blüht" ist da schon eher treffend. Sind doch die im Buch empfohlenen Module von jedem Anfänger sehr  schnell und einfach nachzupflanzen.
Das Buch besteht aus drei Kapiteln. Im Kapitel "Basiswissen Standort und Gestaltung" werden alle wichtigen und grundlegenden Ausführungen zum Staudenbeet gemacht. Während im dritten Kapitel "Staudenpflege" alle wichtigen Hinweise zur Erhaltung des Beetes gegeben werden. Im Hauptteil des Buches wird die Zusammenstellung von Stauden in Modulen mit klaren Pflanzplänen gezeigt. Die Module sind für die Lebensbereiche: Freifläche, Beet, Gehölz und Gehölzrand entwickelt. Diese Unterteilung ist für Anfänger sicher sehr hilfreich. Die Module haben auch ihre Schwächen. Wenig unterschiedlich scheint mir Modul 4 "Bunte Blütenpracht" und Modul 5 "Mixed Borders" zu sein.  Die Gelbe Wiesenraute (Boden frisch bis feucht) den Rosenkavalieren zuzuordnen scheint mir fragwürdig.

Das Buch kann für Anfänger sehr empfohlen werden.

Die Gelbe Wiesenraute Thalictrum flavum ssp. glaucum wird bei mir 2 Meter hoch.


Freitag, 1. März 2019

Winterschäden

Das Frühlingswetter dieser Tage lockte schon im Februar in den Garten. Von Winterschäden im üblichen Sinne kann man nicht sprechen, denn die tiefste Temperatur dieses Winters (bis jetzt) war -5°C und so gut wie kein Schnee und der Boden war nur sehr oberflächlich gefroren. Ein ideales, monatelanges Betätigungsfeld für die Wühlmaus. Beim Abharken des alten Staudenkrautes musste ich üble Schäden feststellen. Ein Molinia-Horst drehte sich um,wie ein Teller, völlig ohne Wurzeln. Zum Vorschein kam ein großer Wühlmausgang. Hier hatte sich eine Wühlmaus wohl den ganzen Winter bedient, schön bequem auf dem Rücken liegend, alle Wurzeln abgefressen.



Tulpen, Lilien, Taglilien und Glockenblumen mit fleischigen Wurzeln stehen seit Jahren in meinem Garten auf der Speisenkarte der Wühlmäuse, doch dass sie auch Gräserwurzeln fressen, war mir neu. Oft finde ich beim Umgraben eine Höhle mit Hunderten Löwenzahn- und Windenwurzeln, gewissermaßen als "Hamsterkammer", wenn der Boden stark durchgefroren ist. Das ist ja ganz löblich, doch der Schaden überwiegt.
Diesmal waren Miscanthus, Astern, Witwenblumen u. a. betroffen.  Die Aster cordifolius 'Little Carow', meine liebste Aster, war durch Sturm umgefallen, wie beim Mikado. Die Wurzeln waren abgefressen und konnten sie nicht halten.



Alle geschädigten Stauden habe ich zerteilt und die Teilstücke in Töpfe gepflanzt. Vielleicht schlagen sie Wurzeln. Im Bild eine abgenagte Knautia macedonica.




Links im Bild die Reste eines Miscanthus und darunter das Loch der Wühlmaus.



Das ist der Übeltäter! Durch die Verwühlprobe, d. h. das Verschließen des Ganges durch die Maus nach wenigen Stunden, war mir klar, dass sie noch da ist. Zuerst habe ich sie einen Tag lang mit einer Zichorienwurzel angefüttert und dann eine Doppelzangenfalle mit derselben Zichorienwurzel beködert. Erfolgreich, wie man sieht. Seit Jahren war es mir nicht mehr gelungen eine Wühlmaus zu fangen. Sie sind äußerst vorsichtig. Ich hoffe Sie haben kein Mitleid mit diesen Biestern.
Leider benutzen auch die geschützten Maulwürfe offensichtlich die selben Gangsysteme wie die Wühlmäuse, und sie tappen viel öfter in die Fallen.  Statt Fallen vertraue ich nun auf die Katzen.




Mittwoch, 20. Februar 2019

Mein Schmetterlingsgarten

Es geht nicht um meinen Schmetterlingsgarten, sondern um das Buch von Elke Schwarzer, rechtzeitig im Lese-Winter 2019 erschienen.

Mein Schmetterlingsgarten. 
Schöne Pflanzen für Falter und Raupe. Elke Schwarzer. 2019. 128 S., 111 Farbfotos, Klappenbroschur. 
ISBN 978-3-8186-0378-6. € 16,95
Ein wundervolles Foto vom Schwalbenschwanz auf dem Umschlag  macht Lust das Buch von Elke Schwarzer in die Hand zu nehmen. Einen Schwalbenschwanz sah ich in meinem Garten vor vielen Jahren zum letzten Mal. Wie der Untertitel verspricht, geht es aber nicht nur um die Schmetterlinge, die mit wunderschönen Bildern und umfassender Beschreibung porträtiert werden, sondern auch um Raupenfutterpflanzen und Nektarpflanzen für die Falter, mit dem Ziel im eigenen Garten etwas zum Erhalt der wunderbaren Schmetterlingswelt beizutragen. Mit nur 20 Falterporträts sind sicher nicht alle im Garten vorkommenden Tag-und Nachtfalter erfasst, aber dazu gibt es bereits Bücher und auch Adressen im Internet, die im Serviceteil des Buches genannt werden. Die umfangreich porträtierten Raupenfutter- und Nektarpflanzen ermöglichen es jedem Gartenfreund seine Pflanzensammlung für Schmetterlinge im Garten zu optimieren. Interessant wäre es sicher auch gewesen, Pflanzen zu nennen, die absolut keine Nahrung für Insekten bieten und somit ausgetauscht werden könnten, denn die Größe der Gärten ist meistens limitiert. Die persönlichen Tipps der Autorin zu jeder Pflanze sind sehr informativ.

Ein besonders für den Gartenanfänger geeignetes und sehr ansprechend gestaltetes Buch mit sehr schönen Fotos der Autorin.


Für mich ist dieser Lese-Winter von Insekten beherrscht. Von allen Medien wird man auf die Problematik gestoßen, doch die Fakten sind rar. Neben dem "Schmetterlingsgarten" habe ich das Buch "Das große Insektensterben" von Segerer und Rosenkranz, ein ganz altes Buch von 1901 "Der Schmetterlingsfreund" und einige Medienberichte zum Thema gelesen.

Das Buch vom Insektensterben hat mich sehr berührt. Hat doch der Autor, der auch über seine Kindheit und Kariere erzählt, sehr viele Ähnlichkeiten mit meinem Lebenslauf. Im Buch wird mit wissenschaftlicher Akribie das Insektensterben deutlich belegt, und es wird als noch größere Bedrohung für die Menschheit als der Klimawandel bezeichnet. Ich könnte hier noch viel schreiben was alles auf den 200 Seiten des Buches steht. Lesen Sie bitte selbst und werden Sie dabei nicht traurig. 


Nur noch ein paar interessante Fakten aus verschiedenen Quellen:

In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten um etwa 80% zurückgegangen (Krefeld-Studie, 2017).
In Deutschland gibt es mindestens 33.000 Insektenarten und 580 Wildbienenarten. Die Hälfte der Wildbienen steht auf der Roten Liste.
Honigbienen tragen nur zu 10-20% zur Blütenbestäubung bei. Der größte Teil wird von Wildbienen und Hummeln erledigt.
Zwei Drittel der einheimischen Schmetterlinge sind Kleinschmetterlinge, auch Motten genannt und kaum in unserem Gesichtsfeld.

Ein Schwalbenpärchen benötigt in einer Brutsaison 250.000 Insekten.
Mit den Insekten verschwinden auch andere Tierarten; heute leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren.

Die Bundesumweltministerin hat angekündigt, umfassend dafür zu sorgen, den Insektenrückgang aufzuhalten und neue Lebensräume zu schaffen.
Der Präsident des Bauernverbandes hat in seinem eigenen Hof auf einer Fläche von 18 Fußballfeldern Blühwiesen und Blühstreifen angelegt. (OZ vom 19.02.19)

Die Fläche der Privatgärten in Deutschland ist etwa sechsmal so groß, wie die aller Naturschutzgebiete zusammengenommen.

Oft werden Blumenwiesen aus der Saattüte für Gärten empfohlen, die öfter gemäht werden müssen. Für mich unvorstellbar, ein Kahlschlag mitten im Sommer.

In meinem Garten versuche ich durch die Verwendung von Wildstauden Insekten eine Heimat zu geben. Diese Staudenwiesen werden nur einmal im Februar gemäht.









Vor etwa einem Monat war da ein Artikel in der Ostseezeitung, der mich zunächst überraschte. Schon der Titel: "Das große Flattern" suggeriert, das da alles in Ordnung ist. Als Erstes steht da: "In den letzten 100 Jahren gingen in MV wenige Arten verloren. Das Land bietet den geflügelten Schönheiten gute Bedingungen". Na also, wer redet da von Insektensterben?
Beim Lesen und genauerem Hinschauen stellt sich jedoch heraus, das es sich lediglich um die aktuelle Verbreitung der Nachtfalter aus der Gruppe der Widderchen, Bären, Schwärmer und Spinner in Mecklenburg-Vorpommern handelt. Die Nachtfalter sehen wir recht selten im Garten. Uns interessieren vor allem die Tagfalter. 
Über die guten Bedingungen in MV will ich lieber nichts sagen. Siehe dazu meine Posts: 
https://wildstauden.blogspot.com/2015/05/unsere-wiesen.html,  https://wildstauden.blogspot.com/2014/10/gelb-die-stoppelfelder.html

Im hier gezeigten Buch  von 1901 geht es um das Fangen, Züchten und Präparieren von Schmetterlingen für eine Sammlung.
"Es soll manchen wißbegierigen Knaben, der seine freien Stunden mit Schmetterlingszucht und -fang zubringen will, manche frohe Stunde bereiten."
Das Buch stammt aus meinen Kindertagen und meine Insektensammlung hängt noch immer über meinem Schreibtisch. Wer hätte damals gedacht, dass die Schmetterlinge mal knapp werden?

Samstag, 26. Januar 2019

Gartenrundgang

Was gibt es Schöneres als bei Schneeregen durch den Garten zu gehen, sich an grün-bunten Bildern zu erfreuen und neue Pflanzen für den eigenen Garten kennen zulernen. Im Internet auf meiner Homepage ist das ganzjährig möglich. Gerade habe ich die Bilder vom letzten Jahr hoch geladen. Ich möchte Ihnen hier im Blog zeigen, was man bei diesem Gartenrundgang alles machen kann und Sie herzlich einladen, sich die lange Winterzeit etwas schöner zu machen.
Sie können sich hier mit Hilfe des virtuellen Rundganges auch den Monat eines reellen Besuches in unserem Garten aussuchen. Sie wissen ja, wir haben täglich von Juni bis September nach Voranmeldung per E-Mail für Sie geöffnet. Eine Führung und ein anschließender Austausch bei Kaffee und Kuchen ist inbegriffen.

Zunächst folgen Sie diesem Link: www.wildstaudenzauber.de, und Sie kommen auf meine Startseite. Dort können Sie links "Gartenrundgang" anklicken.







Oder Sie gehen gleich zu den Gartenrundgängen indem Sie diesen Link folgen:
https://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Gartenrundgang.html. Sie werden das folgende Bild sehen. Hier gibt es noch Mal eine Einführung zu den Gartenrundgängen, die nach Monaten unterteilt sind. Als Beispiel habe ich hier den Juli gewählt.




Der Juli-Rundgang enthält 24 Bilder. Als Beispiel habe ich gleich das erste Bild gewählt. Hier blühen jetzt in der Feuchtwiese um den Teich die gelben Kerzen des Goldkolbens (Ligularia species) und die roten Kerzen des Blutweiderichs. Links im Bild sind rosa Kerzen zu sehen. Ist das auch ein Blutweiderich? Wenn sie mit dem Kursor drauf gehen, erscheint der deutsche und lateinische Name der Pflanze, und wie hier, der Name der rosa Sorte: 'Blush'. Nun möchte ich mehr über den Blutweiderich erfahren und klicke dazu auf die Pflanze.

Damit komme ich ins Stauden-ABC meiner Homepage, hier sind 600 verschiedene Wildstaudenarten unseres Naturgartens beschrieben und abgebildet. Oft habe ich die Stauden auch am Naturstandort irgendwo in Europa, Asien oder Amerika gefunden. Dem Blutweiderich bin ich in allen drei Erdteilen begegnet. Zum Blutweiderich gibt es hier 10 Bilder. Nach der Beschreibung folgt ein Bild aus dem Erzgebirge.

 Hier ein Bild vom Blutweiderich (Lythrum salicaria) und dem nahe verwandten Rutenweiderich (Lythrum virgatum) (links).

Dann die ausgefallene rosa Sorte 'Blush', die sehr schön im Abendlicht funkelt.























Die Blüte von 'Blush' in einer Nahaufnahme. Das waren nur 4 von 10 Bildern. Mit dem Zurück-Pfeil können Sie Ihren Gartenrundgang fortsetzen. Mir hat mal eine Besucherin des Gartenrundgangs gestanden, dass sie fast die ganze Nacht unterwegs war?!



Mittwoch, 16. Januar 2019

Neuzugänge 2018


Es ist schon erstaunlich, dass man nach 43 Jahren Pflanzensammlung im 73. Lebensjahr immer noch wieder neue Stauden für seinen Garten in den verschiedensten Quellen entdeckt.
Ich zeige hier nicht alle Neuzugänge, da viele noch recht unscheinbar im Anzuchtbeet stehen und nicht gerade fotogen sind. Schuld ist sicher auch die Trockenheit. Wie ich bereits im Frühjahr schrieb (http://wildstauden.blogspot.com/2018/04/staudenkauf-online.html) gab es bei den gekauften Neuzugängen große Unterschiede in der Pflanzenqualität. Jetzt nach einem Sommer kommt noch dazu, dass einige Pflanzen nicht die richtigen waren. Im Bild oben ist links Aster ageratoides var. ovatus 'Ashran' und rechts eine sehr ähnliche Pflanze zu sehen. Es sollte rechts aber Aster ageratoides 'Ezo Murasaki' mit rötlichen Blüten sein. Ärgerlich!!

Das Highlite der Neuzugänge in meinem Garten sind die Sämlinge der Japanischen Pracht-Iris von der GdS-Samentauschaktion. I. ensata, syn. Iris kaempferi, die kniehohe Japanische Pracht-Iris, kommt aus Japan, China und Ostsibirien. Sie blüht Anfang Juli. Die Wildform wächst auf feuchten Wiesen. Sie ist also keine Sumpf-Iris, wie I. pseudacorus, I. laevigata oder I. versicolor. Sie wird seit Jahrhunderten in Japan gezüchtet, und es gibt sehr viele Zuchtformen in verschiedenen Farben. Sie vertragen keinen Kalk und gelten als heikel. Bis auf 'Sensation' sind bei mir alle wieder verschwunden.  Mal sehen, wie lange sich die wunderschönen Sämlinge halten.

Iris ensata Japanische Sumpf-Schwertlilie Sämling

Die Zuchtform Iris ensata 'Sensation'













Trifolium rubens, der kniehohe Purpur-Klee oder auch Blut-Klee genannt, kommt aus Mitteleuropa und Kleinasien und blüht von Juni bis August. Er ist ein Insektenmagnet. 'Red Feathers' ist besonders großblütig. Im ersten Jahr war er noch etwas unscheinbar.

Trifolium rubens, Purpur-Klee




Potentilla recta var. sulphurea, das Schwefelgelbe Fingerkraut stammt ebenfalls aus der Samentauschaktion. Es soll den Wiesenaspekt meiner Pflanzungen verstärken.

Potentilla recta var. sulphurea, das Schwefelgelbe Fingerkraut


Die Hohe oder Prächtige Wiesenraute (Thalictrum rochebruneanum) stand schon lange auf meiner Wunschliste. Im ersten Jahr noch etwas dürftig, sollte sie später ein Blickfang werden.


Hohe oder Prächtige Wiesenraute (Thalictrum rochebruneanum)

Eupatorium perfoliatum, der hüfthohe Durchwachsene Wasserdost ist eine schöne Wildstaude aus der nordamerikanischen Prärie. Die zahlreichen Hinweise im Internet deuten daraufhin, dass die Pflanze intensiv für medizinische Zwecke verwendet wird. Die Staude blüht von Juli bis September und liebt feuchte Standorte.




Eine weitere, sehr erfreuliche, neue Errungenschaft ist Pennisetum alopecuroides var. viridescens. Sie beginnt mit der Blüte bereits im August und entwickelte schon im ersten Jahr nach dem Kauf einen mächtigen Blattschopf mit unzähligen Blüten. Die Varietät wird auch als Dunkles Lampenputzergras bezeichnet. Die Blütenähren sind dunkler als bei den anderen Sorten und die Blätter sind grün bis in den Winter.



























Deschampsia cespitosa 'Goldtau' , ein weiteres Gras habe ich erst jetzt als gedrungen wachsende und sich nicht selbst aussäende Selektion für meinen Garten entdeckt. 'Goldtau' wurde bereits vor mehr als 30 Jahren in Potsdam-Bornim selektiert. Inzwischen gibt es mit ähnlichen Eigenschaften 'Palava', selektiert in Tschechien. Kennt jemand die Vor- und Nachteile der Beiden?


























  Agastache aurantiaca,
auch als A. barberi oder A. rupestris bezeichnet, die hüfthohe Mexikanische Duftnessel kommt aus dem Süden Nordamerikas. Sie blüht von Juli bis September. Wie die Herkunft schon vermuten läßt, ist die Winterhärte bei uns in Norddeutschland fraglich. Die Sorte 'Pink Sunrise', eine Kreuzung zwischen A. aurantiaca und A. rupestris, ausgelesen im Sichtungsgarten Wilfleinsdorf, soll eine hohe Winterhärte haben. Man muss schon genau hinschauen, um die hochgelobte, außergewöhnliche Blütenfarbe zu schätzen. Auf Bildern im Internet werden Pflanzen mit üppigeren Blüten gezeigt. Wahrscheinlich wurde mir ein Sämling verkauft? 

Agastache 'Pink Sunrise'