Freitag, 21. Oktober 2016

Die Fotos des Jahres

Wenn der November nicht mehr fern ist, und sein typisches Regen- und Nebelwetter den Garten beherrscht, wird es Zeit die Fotos des Jahres in die Homepage einzubauen. Doch zuerst werden die schönsten Bilder für einen Monatskalender ausgesucht, der dann zu Weihnachten an die Familie und an Freunde geschickt wird.
Ich möchte die Bilder hier mal zeigen und wenn jemand mir bei der Auswahl helfen könnte, würde ich mich sehr freuen. Welches Bild sollte rausfliegen?

Das soll das Deckblatt werden.

Januar

Februar

März

April 1

April 2

Mai 1

Mai 2

Juni 1

Juni 2

Juni 3

Juli 1

Juli 2

Juli 3

August 1

August 2

September 1

September 2

September 3

Oktober 1

Oktober 2

Oktober 3

November

Dezember

Sonntag, 16. Oktober 2016

Staudentausch

Zum "Offenen Garten" hatte ich in diesem Jahr keine Staudentöpfchen zum Verkauf und hatte schon ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Besuchern. Etwa die Hälfte von Hunderten Besuchern zum "Offenen Garten" fragten nach "Ablegern" und ich bat sie, ihre Wünsche per e-Mail mitzuteilen und dann im Herbst vorbei zu kommen. Es war bis jetzt nicht einer hier!
Besonders der Gartenfreund, der sich Iris sibirica 'Silver Edge' so sehr wünschte, dass ich sofort mit dem Spaten in das Beet stieg und beim ersten Stich ein Wespennest traf, möge sich umgehend melden. 10 'Silver Edge' und einige andere Schätze stehen im Anzuchtbeet zum Tausch oder auch zum Verkauf. Am liebsten ist mir ein Staudentausch mit großen Batzen, die gleich im ersten Jahr wirken und nicht als kleiner Ableger in meiner "Wildnis" untergehen. Viele Garten-Neulinge kommen zum "Offenen Garten" und haben natürlich kaum was zum Tausch. Aber auch sie können sich melden und bekommen dann sehr preiswert schöne Batzen.
Wer zuerst kommt...
Ein Bild aus vergangenen Jahren, rechts die Töpfchen auf den Tischen und links die Anzuchtbeete


Jetzt gibt es keine Töpfchen mehr, sondern große, kräftige Pflanzen aus der Umgestaltung

Sonntag, 9. Oktober 2016

Intermingling


Endlich Regen!! Seit April warte ich auf mal mehr als 10 Liter/m². Nun ist es soweit. Hoffentlich nicht zu spät. Das werde ich im nächsten Jahr sehen.
Zeit, sich mal wieder mit "Intermingling" zu beschäftigen. Der deutsche Begriff wäre Mischpflanzung und dazu gibt es schon lange Bücher (http://wildstauden.blogspot.de/2013/01/staudenmischpflanzungen.html) und bis heute mehr als 80 Staudenmischungen für das öffentliche Grün, die man quadratmeterweise kaufen kann. Die Verwirklichung einer naturalistischen Pflanzung im eigenen Garten ist aber mehr und immer noch in der Diskussion.
Thomas Rainer aus den USA schrieb die folgenden, bedeutenden Sätze: "To create a native garden is not only a statement against exotic plants, but it is a statement against traditional garden forms altogether. In our effort to imitate nature, we’ve turned our back on the forms and meaning of 4,000 years of garden history."
Noel Kingsbury aus England schreibt in Landscape Design vom 14. Juli 2016 (http://www.ecolandscaping.org/07/landscape-design/effectively-intermingled-perennials/):
"Closely linked to the rise in interest in naturalistic planting and the use of native plants, intermingling offers the opportunity to create finely-textured and detailed perennial combinations. However there are plenty of potential problems. The older style of planting in monocultural blocks is relatively simple to design and maintain. With intermingling it can be difficult to design in a good graphic quality to plant combinations, and in some cases intermingled mixes can all too often end up looking a bit of an undifferentiated mess – maybe good ecologically but losing public interest and support. A particular problem is that the level of competition between species can sometimes result in one taking over and dominating."
Intermingling, was bedeutet das für meinen Garten? Ja, mein Garten sieht etwas unordentlich aus, und die naturalistischen Staudenwiesen sind nicht leicht unter Kontrolle zu halten. Sämlinge von Stauden sind willkommen, aber die wuchernden Ungräser verdrängen auf gutem Boden die weniger wüchsigen Stauden. Wesentlich einfacher und visuell wirksamer ist es in Blocks zu pflanzen. Siehe auch: http://wildstauden.blogspot.de/2012/08/uberwaltigend-oder-lieblich.html. Doch das ist für mich Vergangenheit.
Die visuelle Wirkung der Staudenwiesen wird hauptsächlich durch die Blüte erreicht. Wie aber kreiert man den berühmten immerblühenden Garten? Um das auf 1000 m² zu ereichen, habe ich für meinen Garten entschieden, den Schwerpunkt der Wirkung auf die Monate Juni bis September auszurichten. Das heißt, die im zeitigen Frühjahr und im späten Herbst blühenden Stauden habe ich entfernt, um Platz für Sommerblüher zu schaffen. Damit konnte ich die visuelle Wirkung in den Monaten, in denen wir uns im Garten aufhalten, steigern. Für das "Wiesendesign" wurden auch zu kleine, schnell überwucherte und zu große, das Bild dominierende Stauden und Gräser entfernt.
Wenn Besucher meines Gartens die Goldruten und andere wuchernde Stauden, Noel Kingsbury nennt sie "Guerrilla plants" sehen, fragen sie meist, ob die nicht zu sehr wuchern oder sich aussäen. Nein, das ist bei mir nicht der Fall, weil eine naturalistische Pflanzung keine braune Erde kennt. Ihre Ausbreitung über Ausläufer und Sämlinge ist für die naturalistische Anmutung der Pflanzung sehr wertvoll.
Erfolgreiches Intermingling bzw. das Design der Staudenwiesen erfordern solide Pflanzenkenntnisse und langjährige Erfahrung. Irgendwo habe ich gelesen, eine naturalistische Pflanzung ist wissenschaftliche Gartengestaltung!? An anderer Stelle stand, "mit der Ästhetik naturnaher Gärten verhält es sich vermutlich nicht anders als mit zeitgenössischer Kunst: Man muss sich auf sie einlassen, sich mit ihnen auseinandersetzen, um sie schön zu finden. Dabei gilt es, die eigenen Sehgewohnheiten in Frage zu stellen und offen zu sein für den Reiz des Natürlichen." Das größte Hindernis zur Akzeptanz sind nach meiner Meinung die Sehgewohnheiten, geschult durch Zeitschriften, Bücher und Kataloge.

Nun ein paar Bilder zum Thema.

Staudenwiesen Ende September
trockene Wiese

feuchte Wiese um den Teich, in der Bildmitte Aster puniceus

mannshohe Wiese mit Kerzenknöterich, Molinia 'Transparent' und Fillipendula rubra
Rudbeckia in Blockpflanzung

Rudbeckia in naturalistischer Pflanzung




Mittwoch, 28. September 2016

Blauer September

Im letzten Post schrieb ich von der Trockenheit im Garten und heute ein Lichtblick: Beim Umpflanzen der völlig vertrockneten Veronicastrum virginicum sah ich die kräftigen Überwinterungsknospen, die ein gutes Zeichen fürs nächste Gartenjahr sind.
Auch wenn es noch so trocken ist, die hellblaue Aster laevis enttäuscht nie. Auch alle anderen Wildastern und die Selektionen der Rau- und Glattblattastern färben den Septembergarten noch mal kräftig ein, allen voran mit dem im Sommer so seltene Blau.
Im letzten Bild ein Vergleich der blauen Wildastern. A. cordifolius leuchtet am stärksten, A. laevis ist ein Trockenkünstler und A. puniceus hat einen sehr starken Wuchs und Wolken von hellblauen Blütchen.

Überwinterungsknospen bei Veronicastrum virginicum

Aster laevis


Aster puniceus Sumpfaster

Aster cordifolius 'Little Carlow'

A. cordifolius, A. laevis, A. puniceus




Mittwoch, 21. September 2016

Deutlich zu trocken

Das sagte heute Morgen unser Wetterfrosch im NDR: "Sowohl im Frühjahr als auch im Sommer war es im Nordosten deutlich zu trocken, und es ist noch kein Ende in Sicht". In der Ostseezeitung stand unter der Überschrift: "MV trocknet aus", dass erst 14 % des im September üblichen Regens im Raum Rostock gefallen ist. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 50 Jahren eine solche Regenknappheit erlebt zu haben. Aber an die Wetterrekorde müssen wir uns wohl gewöhnen.
Da ich kaum gieße oder beregne und mich bemühe, meine Wildstauden standortgerecht zu pflanzen, konnte ich aus dieser Trockenheit viel lernen und deutliche Unterschiede feststellen. Nehmen wir die Ligularien oder auch Goldkolben genannt, von denen ich 10 Arten rund um meinen natürlichen Teich gepflanzt habe (der Teich ist fast leer). Alle haben schwere Trockenschäden nur L. veitchiana steht trotz ihrer großen Blätter in grüner Pracht. Ähnliches kann man bei den ebenfalls großblättrigen Rodgersien, den Schaublättern, beobachten. Sie stehen alle auf der Nordseite des Hauses und alle stehen noch gut, nur R. podophylla 'Rotlaub' liegt flach. Sehr gut stecken die Wild- oder Waldastern die Trockenheit unter Bäumen weg: A. ageratoides, A, divaricatus, A. laevis. Aruncus, der Waldgeißbart, ist auch noch kräftig grün. Verschiedene Sonnenblumen, allen voran H. microcephalus, die Kleinköpfige Sonnenblume und H. kellermanii halten die Trockenheit gut aus.
Wenn es dann endlich mal tagelang regnet, werde ich die Liste vervollständigen.

L. veitchiana steht trotz ihrer großen Blätter in grüner Pracht (links)

R. podophylla 'Rotlaub' liegt flach.

Sonntag, 4. September 2016

Ein Kreuz mit den Kreuzkräutern


Die Gattung Senecio hat laut Wikipedia mehr als 1.000 Arten. Allein in Mitteleuropa sind 30 Arten heimisch. Dazu kommen Hybridisierungen. Kein Wunder, dass da nomenklatorisch manches durcheinander geht. Aber vielleicht kann ja jemand helfen? In jedem Falle sind es sehr schöne und robuste Wildstauden für den naturalistischen Garten.
Beim GdS-Samentausch 2010 habe ich Senecio fuchsii bekommen. Die brusthohen Pflanzen wucherten bereits im ersten Jahr recht kräftig und haben grüne Stängel. Ich pflanzte sie in den trockenen Schatten und vom Wuchern war nichts mehr zu spüren. Werde sie im nächsten Jahr etwas besser stellen, um mehr von ihnen zu haben.
Im Mai 2015 habe ich ein Kreuzkraut unter dem Namen Senecio doria in einer Staudengärtnerei gekauft (Bild 3) und im Herbst Samen gesammelt. Sie gingen zahlreich auf, also war meine Staude nicht steril, wie unten behauptet.
Beschreibung für Senecio fuchsii 'Doria' bei https://www.die-staudengaertnerei.de/Senecio-fuchsii-Doria: "gut standfeste, lange im Hochsommer blühende Wildstaude, deren reicher Samenansatz (Fruchtschmuck!) zum Glück steril ist. Gute Solitärstaude. (Wird unter dem falschen Namen S. doria gehandelt)."
Meine S. doria hat auch einen reichen , schmückenden Samenansatz und dunkelrote Stängel.
Von einem Staudenfreund aus Sachsen habe ich Samen von Senecio nemorensis bekommen. Die Pflanzen von meinem S. doria sind identisch mit S.nemorensis. Sie haben keine Ausläufer aber schon im ersten Jahr recht lange Wurzeln. Die Stängel sind dunkelrot. Um die Verwirrung komplett zu machen gibt es bei Jelitto Samen von Senecio nemorensis ssp. fuchsii. Die Art S. nemorensis hat laut Hortipedia 12 Synonyme aber Senecio nemorensis ssp. fuchsii ist nicht dabei. Eigentlich der Zeitpunkt um aufzugeben meine Kreuzkräuter zu identifizieren!?


Senecio fuchsii mit zahlreichen Ausläufern im zweiten Jahr
 
Senecio fuchsii im tiefsten Schatten unter einer Haselnuss

Senecio doria, brusthoch mit zinkgelben Blüten in voller Sonne

Samenstände von S. doria



Senecio doria im ersten Jahr ohne Ausläufer




Dienstag, 23. August 2016

Goldbaldrian, Patrinia scabiosifolia


Vom Baldrian im letzten Post nun zum Goldbaldrian. Ich sah ihn im Herbst im Kuju Hochland, Japan. Er ist in Japan eine der für den Herbst characteristischen Wildstauden. Er blüht im August/September. Eine gute Beschreibung gibt es unter:
http://www.telegraph.co.uk/gardening/howtogrow/3305743/How-to-grow-Patrinia-scabiosifolia.html. Dort steht auch, dass er sehr sonnig, mit guter Drainage und möglichst unbedrängt von anderen Pflanzen stehen sollte.
In unserem Garten war er im zweiten Jahr regelrecht verfault. Er erholte sich am neuen Standort und faulte dann erneut.
Kress hingegen schwärmt in seinem Sarastro-Rundbrief 8/11 vom Goldbaldrian:
"Einmal gepflanzt entwickelt er sich wie von selbst und erobert deinen Gehölzrand im Handumdrehen. Du kannst ihn zunächst gewähren lassen. Dann blüht plötzlich dein gesamter Gehölzrand, deine Funkien erleben eine zweite Saison in leuchtendem Gelb! Ab Mitte Juli bis Ende August beherrscht das knie- bis brusthohe Patrinia scabiosifolia Teile deines Gartens."
Diese Aussagen und meine schöne Erinnerung an die Herbstwiesen in Japan, verlangten nach einem neuen Versuch der Ansiedlung in meinem Garten. Ich zog 60!! Pflanzen, eine ganze Multitopfpalette, im letzten Jahr an und verpflanzte an die verschiedensten Stellen in meinem Garten. Nur 1!! Pflanze erreichte Brusthöhe, alle anderen sind kaum zu sehen. Sie sind regelrecht verkrüppelt und auch die eine brusthohe Pflanze hat schon Blattverfärbungen. Was läuft hier nur schief? Welche Erfahrungen habt Ihr mit dem Goldbaldrian?

Goldbaldrian im Kuju Hochland, Japan

Eine Pflanze von 60 blühte

...aber auch sie hatte Blattverfärbungen.

Am gleichen Standort eine zwar blühende aber verkrüppelte Pflanze mit Blattverfärbungen.

Die meisten Pflanzen trieben aus, bildeten aber keine Blütenstängel und alle hatten sie mehr oder weniger Blattverfärbungen


Donnerstag, 11. August 2016

Chaerophyllum hirsutum oder Valeriana officinalis?

Chaerophyllum hirsutum 'Roseum', unter diesem Namen habe ich die Pflanze 2010 von einem bekannten Staudengärtner erworben. Das erste Photo zeigt die hellrosa Blütendolden der kniehohen Pflanze. Im Katalog sind 60 cm Wuchshöhe und dunkelgrüne gefiederte Blätter angegeben.
Im Herbst 2014 nahm ich Samen und im Frühjahr 2015 trieben sie willig aus. Die gekaufte Pflanze war im Frühjahr verschwunden. Noch im Herbst pflanzte ich die Sämlinge in die Umgebung unseres natürlichen Teiches, also feucht. Kaum zu glauben was sich daraus in diesem Jahr entwickelte: mannshohe, also doppelt so hohe Pflanzen, mit vollen, gewölbten, weißen Blütenständen. Die Blätter sind hellgrün, wie die ganze Pflanze. Sie erinnern an Baldrian, nur blühte der bei mir schon im Mai.
Habe mir gerade den Baldrian in Wikipedia angeschaut. Die Blätter und Blüten meiner Pflanzen deuten ziemlich eindeutig auf Baldrian hin. Nur die Blütezeit ist sehr spät. Was ist was, und wo fand die Verwechslung statt? Typisch "Blackbox gardening"?
 





Montag, 1. August 2016

Es wird nicht durchgeblüht

"Es wird durchgeblüht" postulierte einst Karl Foerster und daran habe ich mich auch Jahrzehnte orientiert. Doch nun brauche ich Platz für die vielen Schätze der Prärien und Steppen. Erweitern kann ich mein Grundstück nicht, also werde ich die Blühzeiten auf die Sommermonate ausrichten. Ab sofort will ich das realisieren und gebe folgende kräftige Stauden ab. Nur an Selbstabholer aus der Umgebung! Bei der Gelegenheit möchte ich auch die zahlreichen Besucher des "Offenen Gartens" daran erinnern, dass Sie mir ihre Pflanzenwünsche per E-Mail zuschicken.


Camassia leichtlinii, die kniehohe Blaue Prärielilie ist eine Zwiebelpflanze aus Nordamerika. Sie blüht sehr früh im Jahr, Ende April bis Anfang Mai, leider meist schon vor den gelben Taglilien und den roten Kugeln des Riesenlauchs. Sehr schön mit Sumpfdotterblumen, Trollblumen und Dichternarzissen. Sie bevorzugt frischen Boden, wächst bei mir aber auch in eher trockenen Boden recht gut. Die Bestände sind sehr langlebig.
10 kräftige Zwiebeln für nur 5 Euro.

Lunaria rediviva, das Ausdauernde Silberblatt oder auch Mondviole genannt, kommt in Europa und West-Sibirien vor. Es wächst auch im stärkeren Halbschatten und fast in jedem Boden. Es blüht zu einer Zeit im Mai, wenn ansonsten noch alles grün ist. Im Herbst schmückt es sich mit silbernen Fruchtständen. Bilder unter: http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/lunaria_rediviva.htm
3 kräftige Pflanzen

Thermopsis chinensis die kniehohe Chinesische Fuchsbohne oder Goldlupine kommt aus Asien und blüht bereits im Mai. Sie mag es sonnig und ist ansonsten sehr anspruchslos und langlebig. Im Unterschied zur Berg-Fuchsbohne wuchert sie nicht. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/thermopsis_montana.htm
1 Pflanze 


Bergenia, Bergenien, kommen in 10 Arten in Zentralasien vor. Es gibt zahlreiche Hybriden. Es sind recht grobschlächtige Pflanzen. Das schadet aber nicht dem Ansehen einer Wildstaude, man muss es nur bei der Benachbarung beachten. Sie sind auch im Winter grün und blühen sehr zeitig schon im April. Sie vertragen keine Staunässe. Wenn sie in der Sonne stehen gibt es eine schöne Herbstfärbung. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/bergenia_cordifolia.htm
1 kräftige Hybride 'Abendglocken'

Iris sibirica, die hüfthohe Sibirische Schwertlilie oder Wieseniris, gehört zum ganz alten Bestand meines Gartens, d.h. sie ist unverwüstlich. Ihre Heimat sind kalkhaltige Sumpfwiesen in Mittel- und Osteuropa bis zum Iran aber wohl nicht Sibirien. Sie blüht im Juni. Von den etwas später blühenden Hybriden, die sehr schön großblütig sind, haben sich bei mir vor allem die roten 'Ewen' und die blauen 'Silver Edge' gehalten. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/iris_sibirica.htm
10 Pflanzen

Cenolophium denudatum, die brusthohe Baltische Petersilie kommt in Europa, Rußland und West-China vor. Sie wird auch als Hohlrippe bezeichnet. Sie ist wie Selinum sehr gut für die Auflockerung von Wiesen und auch für frische Blumensträuße und Trockensträuße geeignet. Sie blüht im Juni. Es gibt nur eine Art in der Gattung. Sie ist sehr anpassungsfähig, für Sonne und Schatten und für jeden etwas feuchten aber gut drainierten Boden. Sie soll sehr tiefe Temperaturen vertragen und langlebig sein. Die Samen habe ich von der RHS (Royal Horticultural Society) aus England bekommen. Sie keimten unter normalen Bedingungen sehr gut. http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/cenolophium_denudatum.htm
mehr als 10 Pflanzen

Polygonum japonica, der Japan-Knöterich ist überall in Japan zu finden. Mal rot oder rosa, meistens jedoch weiß. Seine Wuchskraft ist schon erstaunlich. Ich fand einen Knöterich am Rande eines Vulkankraters, wo nicht mal Gras wächst. Der Vulkan speit immer noch Schwefelgas.
Der Japanknöterich ist weltweit ein gefürchtetes Unkraut und steht auf der Liste der 100 schlimmsten, gebietsfremden invasiven Arten. Eine Ausnahme macht der kniehohe P. japonicum var. compacta 'Rosea' von Förster- Stauden.http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/polygonum_japonica.htm
1 große Pflanze

Vielleicht läßt sich auch noch der eine oder andere Wunsch erfüllen!



Montag, 25. Juli 2016

Sommerwiesen

Eine Hitze im Nordosten! Da kann man nichts im Garten machen. Mal wieder Zeit für einen Post.
In manchen Büchern und Artikeln kann man lesen , das der Blumengarten im Hochsommer eine Blühpause einlegt. Wenn man viele Rosen hat, kann der Eindruck sicher entstehen. Ein Wildstaudengarten mit den Schätzen der nordamerikanischen Prärien oder der asiatischen Steppen hat auch im Juli viel zu bieten. Ich denke die Bilder zeigen es. Wenn Sie sich überzeugen möchten, wir haben noch freie Termine für eine Gartenführung. Bitte per E-Mail Termin vereinbaren.
An der Ostsee ist auch noch Platz.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die mir zum Geburtstag gratuliert haben.





Cephalaria gigantea, die Giraffen-Scabiose, bildet eine schwefelgelbe Wolke über der Pflanzung

Die rosa Wolken von Filipendula rubra, der "Queen of the Prairies" und der einheimische Blauweiderich.

Monarda fistulosa, die Indianernessel zusammen mit dem Siebenbürger-Perlgras, Melica transsilvanica.

Noch Mal Blauweiderich, Veronica longifolia mit dem Ochsenauge oder Schein-Alant, Telekia speciosa.

Ein seltener Rittersporn, Delphinium exaltatum und Echinacea purpurea, der Rote Sonnenhut.


Delphinium tatsienense, der Sichuan-Rittersporn aus China mit dem Rosen-Storchschnabel, Geranium oxonianum.
Chaerophyllum hirsutum, der Behaarte Kälberkropf vor Goldkolben, Ligularia und Blutweiderich, Lythrum.

Lilium leichtlinii, die Japanische Lilie wächst in feuchter Erde am Teich und wird mannshoch.
Sonnenauge Heliopsis helianthoides, Entenschnabel-Felberich, Lysimachia clethroides und Kerzenknöterich, Polygonum amplexicaule.


Donnerstag, 14. Juli 2016

Exuvien

Exuvien, dieser eigenartige Begriff begegnete mir im Zoologischen Institut der TU Dresden im Jahre 1965. In Dresden lernte ich nach dem Abitur den Beruf: "Zoologischer Präparator und Tierausstopfer".  Noch heute hängen die Kästen mit Insekten (im Bild: Libellen) über meinem Schreibtisch, und schon lange wollte ich mal das Schlüpfen der Libellen an meinem Gartenteich beobachten. Die Exuvien sah ich schon öfter, aber den Moment des Schlüpfens erst jetzt. Es ist schon erstaunlich, wie aus so einem häßlichen Wassertier eine prächtige Libelle wird. Die Flügel müssen noch etwas trocknen und dann startet der Helikopter und wird mich nie wieder so nah ranlassen.









Mittwoch, 6. Juli 2016

New German Style

Frank M. von Berger: New German Style für den Hausgarten Moderne Gartengestaltung pflegeleicht und dauerschön, 144 S., 146 Fotos, Flexcover EUR 24,90, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer, 2016, ISBN 978-3-8001-0307-2

Der New German Style geistert seit Jahrzehnten durch Zeitschriften und Bücher zur Staudenverwendung. Ein Buch, dass hier mal Klarheit schafft, war überfällig. Mit dem Untertitel "für den Hausgarten" spricht es jeden Staudenfreund an, und doch hat es mich enttäuscht.
Nach einer sehr interessanten Einführung zum Gegenstand des Buches beginnt ein "Mischmasch" von Pflanzenporträts und banalem Gartenwissen, z. B. "Wie breit sollte ein Beet sein" oder einer völlig verwirrenden Definition von Wildstauden (Seite 29). Ausführliche Pflanzenporträts finden sich in jedem beliebigen Gartenbuch und wären so hier nicht notwendig gewesen. Wer ein Buch mit dem Titel "New German Style" kauft, muss nicht über das Aussehen von Rittersporn, Bartiris und Phlox informiert werden. Wohl aber wäre eine Zusammenstellung von typischen Stauden für den New German Style durchaus wünschenswert. Doch warum wurde das so Häppchenweise serviert? Zu jedem Stichwort, z. B. Präriestauden, wurden nur jeweils drei Vertreter beschrieben. Dafür wiederholten sich z. B. die Präriestauden mehrfach. Auf Seite 30 unter dem Stichwort, Nordamerikanische Wildstauden, auf Seite 92 unter Präriestauden, auf Seite 124 unter Wildformen vom Scheinsonnenhut.
Das die Spornblume kurzlebig sein soll (S. 40) ist nicht zutreffend. In meinen Garten im Nordosten Deutschlands stehen Jahrzehnte alte Exemplare (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/centranthus_ruber.htm). Für die Glatte Aster (S. 71) wird ein feuchter Boden empfohlen. Bei mir steht sie in sehr trockenem Boden. Auf Seite 72 wird Daucus carota als Wildstaude bezeichnet. Sie ist aber nur zweijährig. Auf S. 74 wird Nordamerika als Heimat von Aconogon speciosum 'Johanniswolke' angegeben. Die Pflanze kommt laut Staudengärtner Gaissmayer u. a. Quellen aus dem Himalaya. Auf S. 94/95 werden neue Echinacea-Sorten vorgestellt und es wird erwähnt, dass einige Sorten recht kurzlebig sind. Fakt ist aber, dass 63 Sorten von Sonnenhut-Neuzüchtungen auf ihren Gartenwert getestet wurden und die Hälfte als entbehrlich eingestuft wurde.

Das Buch enthält sehr schöne Bilder und viele Tipps für Gartenanfänger, die sich für Staudenverwendung interessieren.