Montag, 11. November 2013

Novembergarten

Kein Wind, blauer Himmel und Sonnenschein! Nach einem sonnigen Oktober nun auch noch so ein schöner November. Es blüht kaum noch etwas, denn die sehr spät Blüher oder gar nicht erst Aufgeher, wie Tatarenaster, Aster ericoides 'Schneetanne', diverse Chrysanthemen und andere, habe ich in wärmere Gefilde deportiert. Die Rolle der Blüten übernehmen jetzt die Samenstände.
Die Gattung Knöterich, die schon lange blüht, hat ein paar Gestalten, die sich in vollem Ornat in den Winter stürzen (Kerzen- und Glockenknöterich, sowie der neue Aconogonum paniculatum ssp. frondosum).
Im Teich hat sich in diesem Jahr wohl zum ersten Mal eine mir unbekannte Schwimmpflanze angesiedelt und nach Art der Algen alle freien Wasserflächen besiedelt. Wer kennt die Pflanze? Sollte ich sie jetzt abfischen oder bindet sie Nährstoffe, so dass im Frühjahr weniger Fadenalgen auftreten?




Glocken-Knöterich
Aconogonum paniculatum ssp. frondosum

Kerzen-Knöterich
 
 


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Samstag, 2. November 2013

Staudenwiesen noch mal

Wie die alten Staudenbeete beseitigt werden, hatte ich im letzten Post beschrieben. Wie sehen aber die neuen Staudenwiesen aus? Es gibt sie ja schon in unserem Garten.
Beginnen wir im Juni mit den Wiesen am Teich. Im ersten Bild sind vorallem Wiesen- und Sumpfiris zu sehen.

Bei genauerem Hinschauen sieht man auch Iris versicolor und I. laevigata. Sumpf-Vergißmeinnicht und die gelbe Gauklerblume sind dazwischen gewebt. Auch eine Orchidee hat sich angefunden (Bildmitte hinten).

Im dritten Bild vorn Gillenia trifoliata, Sanguisorba menziesii, links Euphorbia sarawschanica und ein sehr schön weiß blühender Doldenblütler, oft als Giersch gescholten, erzeugt den Wiesencharakter.
























Im Hochsommer beherrschen die Goldkolben (Ligularia) das Scenario am Teich (hinten links). Dazu gesellen sich Wasserdost, Giraffenscabiose, Silberkerzen, Mädesüß und im Vordergrund im trockneren Bereich, Stachys officinalis und Färberkamille. Auch der Kerzenknöterich (rechts) beginnt mit seiner Blüte.

Die Astern sind die letzte Nahrung der Schmetterlinge, hier Aster puniceus, die wohl einzige Aster, die am feuchten Teichrand gedeiht.

























Bilder aus dem Monat Oktober sind von einer überbordenden Farbigkeit von Gehölzen aber auch von Stauden. Rechts Darmera peltata, das Schildblatt, hat eine Färbung wie Ahornblätter.

Die Staudenwiesen sind zum Ende des Gartenjahres von den Gräsern beherrscht. Oft zieht schon Morgennebel durch den Garten.













































Wenn dann doch die Sonne durchbricht, ist der Wildstaudenzauber in unseren Staudenwiesen vollkommen. Im Vordergrund Aster laevis.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Staudenwiesen

War das ein Oktober! So viel Sonne und Wärme, dass man noch viel im Garten machen konnte. Bei mir waren es vorallem Umgestaltungen von eher englischen Staudenrabatten, vor Jahrzehnten angelegt, in Staudenwiesen, d. h. Auflösung großer Blocks von z. B. Herbstastern zugunsten gemischter Staudenpflanzungen. Dieses Herbstasternbeet ist jetzt ein schöner Anblick doch im Sommer ist es eine grüne Wand.

Spatenstich für Spatenstich werden die Pflanzen hochgenommen. Dann wird mit der Krele die Erde entfernt und etwaige Unkräuter und Steine in bereit stehende Gummieimer gesammelt. Die Stängel werden abgeschnitten und das Ganze wird kompostiert (im Bild Goldrute).

Interessant, was man so in der Erde findet. Hier im Bild eine Vorratskammer der Wühlmaus, gefüllt mit Windenwurzeln. Brav, liebe Maus, da muss ich sie nicht mühsam suchen. Manchmal sind die Kammern aber auch voller Tulpenzwiebeln.
In den alten Mäusegängen findet sich auch ab und zu eine Kröte, ein Frosch oder auch ein Molch. Sie haben sich schon zum Winterschlaf zurückgezogen. Pardon für die Störung!

Er beschwert sich über den Krach im obersten Erdreich.
(Das Foto ist gestellt. Der Maulwurf war schon tot, als ich ihn fotografierte. Wie er zu Tode gekommen ist, weis ich nicht. Er lag im Gemüsegarten.)

So sollte die ehemalige Staudenrabatte später mal aussehen: Gräser und verschiedenste Wiesen- und Präriestauden bunt gemischt. Der Blühhöhepunkt sollte im Sommer liegen, wenn der Garten auch genutzt wird.


Montag, 21. Oktober 2013

Landlust, Landliebe...


Als ich noch ein Kind war, spannte der benachbarte Bauer seinen Ochsen vor den Karren um das Getreide vom Feld zu holen. Nach Beendigung der Grundschule arbeitete ich für 99 Pfennig Stundenlohn beim Volksgut: Rüben verziehen, Flachs raufen, Hocken aufstellen, Kartoffeln lesen, alles Tätigkeiten, die es in der modernen Landwirtschaft nicht mehr gibt.
Später, nach dem Abitur, arbeitete ich 1 Jahr in der LPG, im Kuhstall und hütete Schafe. Die Industrialisierung der Landwirtschaft begann. Nach dem Studium der Agrarwissenschaft und Promotion arbeiteten wir in einem Forschungsinstitut für Nutztiere.
1975 übernahmen meine Frau und ich einen verlassenen Bauernhof. Die Tiere waren gerade raus, der Mist war noch drin und Bad und Toilette fehlten. Es waren schwere aber auch sehr aufregende Jahre. Plötzlich von der 12 m²-Studentenbude im 11. Stock eines Hochhauses in ein 1818 als Schafstall gebautes Bauerngehöft mit 2000 m² Gartenland. Da waren Obst, Gemüse und Blumen, Kaninchen, Enten und Katzen. Was haben wir nicht alles ausprobiert: Wein, Likör und Marmelade, Pilzzucht u. v. a. Wir waren zu einem hohen Grad Selbstversorger.

Landlust, Landliebe u. ähnliche Begriffe sind heute stark im Kommen. Zeitschriften und auch Bücher zeigen den jüngeren Leuten, wie es damals war und vereinzelt auch heute noch oder wieder ist. Ein Buch zum Thema ist im Ulmer-Verlag erschienen: Hinterm Stall die Blumen. Landfrauen und ihre Gärten. Britta Freith. 2013. 192 S., 225 Farbfotos, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-7894-0. € 29,90

Sie können sich sicher vorstellen, dass uns die „Landfrauen und ihre Gärten“ sehr interessierten und viele Erinnerungen wach riefen. Die Autorin hat 13 Höfe besucht, angefangen von Norddeutschland bis in die Schweiz und Österreich. Dabei lernte sie 13 Bäuerinnen und ihre Gärten kennen.  Auch der Hof, die ganze Familie und die vorhandenen Tiere werden beschrieben. Viele Gartentipps und so manches alte Rezept hat sie erfahren und im Buch niedergeschrieben. Die Blumen hinterm Stall kommen da manchmal etwas kurz weg. Zahlreiche auch großformatige Bilder zeigen das Landleben von seiner schönsten Seite. Es zeigt aber nicht die Realität in der deutschen Landwirtschaft, die von ökonomischen Zwängen bestimmt wird.
Das Buch ist für Menschen geschrieben, die Sehnsucht nach Landleben haben und sich gern selbst versorgen. Für die heutigen Senioren ist es sicher eine liebe Erinnerung und für manchen Jungen ein Traum.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Gärtnern für Senioren-das Zweite

Mitte Oktober im Staudengarten von Gabi + Jochen Wegner
 
Der goldene Oktober ist nun wohl vorbei und der Regen treibt mich ins Haus. Dort warten schon drei Bücher zur Rezension und noch einige andere. Los geht's.

Heute genieße ich meinen Garten... älter werde ich später. Frank Michael von Berger. 2013. 160 S., 179 Farbfotos, geb. ISBN 978-3-8001-7948-0. € 24,90

Nun schon das zweite Buch des Ulmer Verlages in diesem Jahr, dass vor allem für die Senioren geschrieben wurde. Schön für uns Senioren. 
Patty Cassidys Buch „Entspanntes Gärtnern für Senioren. Wie man sich im Alter sein grünes Paradies erhält“ hat die Pflegeleichtigkeit des Gartens in den Mittelpunkt gestellt (http://wildstauden.blogspot.de/2013_03_01_archive.html), während das vorliegende Buch das Genießen im Garten betont. Das Buch soll ein Leitfaden für das Genießen im Garten sein. Neben den Anschauungen des Autors lernt der Leser auch das gärtnernde Ehepaar Walter kennen. So lassen sich auch gegensätzliche Meinungen im Text unterbringen. So schreibt der Autor: „Seit ich meinen Garten nicht mehr vorrangig für die „Massenproduktion“ von Obst und Gemüse nutze, genieße ich es, über den Wochenmarkt zu schlendern, die dort angebotene Fülle an frischen Produkten in Augenschein zu nehmen und nach Herzenslust auszuwählen.“ Bei den Walters hingegen kommt während der Saison nur eigenes Gemüse auf den Tisch. Diese Gegensätze tauchen immer wieder im Buch auf und sind wohl die zwei unterschiedlichen Arten des Genießens. Die Pflegeleichtigkeit, die im Buch auch angestrebt wird, ist nicht immer berücksichtigt.

Ansonsten wird viel Bekanntes, wie z. B. Hochbeet, Kräuterspirale, Blumenwiese, Ballerina-Obstbäume u. s. w. im Buch vorgestellt. Darüber hat ein Senior-Gärtner in den vergangenen Jahrzehnten schon unzählige Artikel in Zeitschriften und in Büchern gelesen.

Das Buch zeigt viele schöne Bilder, ist reich gegliedert und dadurch sehr übersichtlich, nur die hellgrünen, kontrastlosen zusätzlichen Texte sind für Senioren nicht bequem lesbar.

Wer erst im fortgeschrittenen Alter zum Garten gefunden hat, findet im Buch alles Wichtige zum Gartenhobby beschrieben. So gesehen ist es ein Anfängerbuch und auch für junge Leute empfehlenswert. Auch die jungen Leute wollen ihren Garten genießen.



4 Sterne

Donnerstag, 26. September 2013

Staudentausch

Im Frühjahr und Herbst ist die große Aktion des Umgestaltens angesagt. Zu alt gewordene Stauden, die innen verkahlen werden rausgeholt und wie ein Kuchen geteilt. Doch, oh Schreck, die manchmal bis zu 10 Kuchenstücke haben keinen Platz mehr. Auf den Kompost wäre der kürzeste Weg. Es ist aber zu schade um die Pflanzen. Wurden sie doch vor Jahren für mindestens 3 Euro in 9x9cm-Töpfen als Winzlinge gekauft. Heute ist selbst ein Kuchenstück 3 bis 5 Mal so groß.
Schön wäre es sie zu tauschen.
Anzubieten hätte ich: Goldbandleisten-Gras, Silberfahnengras (Miscanthus sinensis var. purpurascens) und andere Sorten, Aster simplex, Aster lanceolatus, Schildblatt (Darmera peltata), Wiesen-Iris, verschiedene Akeleien und vieles Anderes.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel noch Ende September blüht.

Die Wiesen-Iris werden aufgenommen, geteilt und wieder neu gepflanzt. Dabei haben nicht mehr alle Platz.

Herrliche Herbstfärbung von Schildblatt und Silberfahnengras. Beides muß verkleinert werden.

Der Rasen mußte schon bis auf einen schmalen Weg den Stauden weichen.
Gesucht werden von mir verschiedene niedrige und halbhohe Herbstastern, verschiedene bläuliche und rosa Phloxe.
Vieleicht findet sich ein Leser meines Blogs aus der näheren Umgebung. Wenn es keine Fahrmöglichkeit gibt, bringe ich die Pflanzen auch zu Ihnen nach Hause.  Wenn nichts zum Tauschen da ist, gebe ich die Teilstücke auch sehr günstig ab.

Tintlinge

Nach dem Strand ist für mich die zweite Alternative zum Garten der Wald. Jedes Jahr im Herbst geht es zum Pilze suchen. In diesem Jahr waren es mehr Steinpilze als in anderen Jahren. Überhaupt ist das Vorkommen der Pilze nach Ort und Zeit eine Wissenschaft für sich. In manchen Jahren haben die Körbe nicht ausgereicht, und wir haben die Jacken ausgezogen und Pilze reingefüllt. In anderen Jahren war es nur ein frustrierender Waldspaziergang.
Nach unseren Erfahrungen gibt es Pilzstellen, die aber nur ein paar Jahre Pilze hervorbringen. Auf unserer heutigen Pilzwanderung fanden wir eine Pilzstelle, die es schon vor fast 40 Jahren gab. Genauer gesagt ist es eine Ansammlung von hunderten Schopf-Tintlingen (Coprinus comatus).

Der linke Tintling löst sich bereits in Tinte auf.

Gesammelt werden nur die kleinsten Pilze, die sehr zahlreich erscheinen.



Damals entdeckten wir die Stelle im Wald am Rande eines Dorf-Müllplatzes. Das waren Vertiefungen in der Landschaft, in die jeder Dorfbewohner seine Abfälle entsorgen konnte, z. B. Abrißsteine, alte Fahrräder, Lumpen u.s.w. Später wurde der Müllplatz geschlossen, mit Erde überzogen und mit kleinen Bäumchen bepflanzt. Damit die Rehe nicht die Bäumchen fressen, wurde ein Drahtzaun um das Gelände gezogen. Nun nach fast 40 Jahren sind die Zaunpfähle verrottet, der Zaun verrostet und die Bäumchen sind ein Wald geworden. Seit vielen Jahren waren wir nicht mehr da, aber die Tintlinge waren ihrem Platz treu geblieben.
Den Namen haben die Pilze von der Eigenschaft im Alter zu zerfließen und zu Boden zu tropfen. Diese Flüssigkeit hat man früher als Tinte genutzt. Die jungen Pilze sind ein ausgezeichneter Speisepilz. Tintlinge werden deshalb auch als Spargelpilze bezeichnet. Trotzdem kennt sie kaum einer hier in der Region als Speisepilze. Außerdem vermutet man an dieser Stelle kaum Pilze zu finden. Das heißt, die nächsten Jahrzente sind wir mit Pilzen versorgt.
Allerdings ist da ein gewisses Unbehagen auf Grund des Vorkommens auf einem ehemaligem Müllplatz. Als Saprobiont lebt der Pilz in toter, sich zersetzender organischer Substanz. Reicht sein Myzel bis in den Müll?
Kann mir jemand sagen, ob der alte Müll in irgend einer Weise die Zusammensetzung der Pilze beeinflusst?

Freitag, 6. September 2013

IGS Hamburg

Die Internationale Gartenschau findet aller 10 Jahre statt und diesmal in Hamburg, also für uns gleich um die Ecke. Es sollte also für einen Staudenfreund keinen Grund geben, da nicht hin zu fahren. Die vorherige IGS 2003 in Rostock war uns noch in guter Erinnerung.
Um es gleich vorweg zu sagen, es war eine Enttäuschung für mich. Ähnlich der Floriade, die bedeutendste Garten- Expo der Welt, die wir im letzten Jahr im Juni besucht hatten (siehe http://wildstauden.blogspot.de/2012/06/floriade.html).
Die meisten Beete strotzten vor Buntheit.
So mancher der "Gärten" war stark gewöhnungsbedürftig, wie die Tomatenketschup-Flasche, die Wasserbehälter oder die blauen Glasscherben mit Blechbüchsenabfall. Mal gut, dass es Erklärer gab.
Stauden gab es auch. Auch Wildstauden, mit Dünger und Wasser voll gepumpt, dass sie dunkelgrün und doppelt so hoch waren und dann natürlich umfielen bzw. gestäbt werden mußten.
Besonders traurig sah der "Loki-Schmidt-Garten" aus. Er ist den einheimischen Wildstauden gewidmet. Besonders gespannt war ich auf den eigens für die Gattung Echinacea gestalteten 460 m² großen Garten. Zuerst habe ich ihn glatt übersehen und suchen müssen. Es waren kaum Echinacea zu sehen. Wahrscheinlich schon verblüht Anfang September?





Mal gut, dass es Erklärer gibt!


Blaue Fata Morgana aus Sand, Glassplit und Getränkedosen?

Das Echinacea-Beet am Wasserwerk, im Vordergrund Echinacea tennesseensis
Der Loki Schmidt-Garten, rechts ist ein verblühter Alant zu sehen. Das wars auch schon.


Dienstag, 20. August 2013

Die besten Gärten im Norden

Bereits im Mai 2009 wurde unser Garten im NDR-Nordmagazin von den Zuschauern zum "Schönsten Garten in Mecklenburg-Vorpommern" gewählt.
In diesem Jahr findet im NDR-Fernsehen in der Reihe "Das Beste am Norden" eine Wahl der schönsten Gärten und Parks ganz Norddeutschlands statt. Wir sind sehr stolz, dass wir in der Vorauswahl der 20 Besten sind. Unter folgendem Link können Sie abstimmen, welchen Platz wir am Ende bekommen. Die Konkurrenz ist sehr groß. Wenn Ihnen unser Garten gefällt, hoffen wir auf Ihre Stimme.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hitlisten_des_nordens/hitlisten303_liste-131.html


Nachtrag:
Die Abstimmung ist nun beendet und das Ergebnis wird in dem Film "Die schönsten Gärten und Parks des Nordens" im NDR-Fernsehen am 20. Dezember 2013 um 20.15 und am 01.Januar 2014 um 15:25 Uhr gezeigt.


Gestern war ein Aufnahmeteam vom NDR in unserem Garten. Ich war sehr besorgt, denn es war der regnerischste Tag seit vielen Wochen. Erstaunlich mit wie vielen Tricks und Technik Sonne und Wind in den Garten gezaubert wurden. Heute war das Team dann noch Mal bei schönstem Wetter da. In einem ausführlichen Interview, das sicher noch stark gekürzt werden muss, konnte ich unseren Naturalistischen Gartenstil begründen und darlegen.
Der 90 Minuten-Film wird am 20.12. um 20.15 im NDR-Fernsehen ausgestrahlt. Die Abstimmung (siehe oben) ist Mitte September beendet und dient zur Festlegung der Reihenfolge und des Umfangs der Darstellung der Gärten im Film.




Zum naturalistischen Gartenstil hatte ich bereits im Februar vergangenen Jahres einen Beitrag geschrieben (wildstauden.blogspot.com/2012/02/naturalistischer-gartenstil.html).
Hier noch Mal eine kurze Zusammenfassung:
Natur und Garten sind eigentlich Gegensätze. Der Naturalistische Gartenstil lässt viel Natur zu.
Soviel, dass der ästhetische Wert der Pflanzung erhalten bleibt und das Überleben der gepflanzten Stauden und Gräser garantiert ist. Die Staudenpflanzungen in unserem Garten sollen an die Natur erinnern, das Gefühl geben, eine Waldlichtung zu betreten, durch eine Wiese zu laufen und in einer Senke einen Tümpel zu finden. Über all dem gaukeln die Schmetterlinge, singen die Vögel, quaken die Frösche und zirpen die Heuschrecken. Eine naturalistische Pflanzung ist pflegeleicht und nachhaltig.  Es wird nicht gedüngt, gewässert und beschnitten. Die absterbenden Pflanzen sind Teil des natürlichen Gartenbildes.Die Pflanzung erfolgt standort- und klimagerecht. Es werden hauptsächlich Wildstauden und ihre Auslesen verwendet, die absolut winterhart, standfest und langlebig sind. Sehnsucht nach Natur, die tief in uns Menschen steckt, begründet sich sicher darin, dass zwei Millionen Jahre der Entwicklung des Menschen in der Natur stattfanden.

Gypsophila pacifica, das Mandschurische oder Pazifische Schleierkraut, dient als "Weichmacher" für die kräftigen Blüten der Stauden dahinter.






Freitag, 26. Juli 2013

Zwischen Strand und Garten

Um die 30 °C kann man nicht mehr im Garten arbeiten. Da bleibt nur noch der Strand, der nur eine halbe Stunde von uns entfernt ist. Dort sind es bei auflandigem Wind gerade mal 22°C und 20°C Wassertemperatur. Was will man mehr. Und Blumen gibt es auch.

Graal-Müritz Ost, Strand mit viel Natur
Sonchus arvensis, die Acker-Gänsedistel blüht hier auf dem blankem und trockenem Sand der Dünen in Graal-Müritz Ost. Dahinter das Große Ribnitzer Moor.

Sonchus arvensis


In unserem Garten beginnt jetzt der Blühhöhepunkt, der sich bis zum September hinzieht. Hier ein paar Ausschnitte:

Blutweiderich und Goldkolben wachsen um den Teich

Ziest und Färberkamille im Vordergrund

Vor ein paar Tagen habe ich mich von Petasites japonicus var. giganteus getrennt, obwohl er sehr gigantisch und tropisch anmutet. Er wird einfach zu groß für meinen Garten und bei Hitze schlappt er. Den feuchten Schattenplatz möchte ich lieber für filigranere Wiesenstauden nutzen.
Die gegenwärtige Hitzewelle gibt wieder mal Gelegenheit, die falschen Standorte einzelner Stauden zu erkennen und zu ändern.
Bei uns im Garten wird grundsätzlich nicht gegossen. Die einen sagen "Nachhaltigkeit", die anderen sagen Faulheit. Beides zusammen ist Pflegeleichtigkeit. Das versuchen wir immer mehr zu realisieren.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Herbstzeitlose

Ich verstehe die Aufregung um den Sachalin-Knöterich im Garten nicht. In der Landschaft ist das was anderes. Da gehört er nicht hin.
Ich habe ihn seit fast 40 Jahren im Garten (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/polygonum_sacchalinensis.htm). Nunmehr am 3. Platz zwischen einer etwa 50 jährigen Linde, Feldahorn und Schlehen und einem Schotterweg, der gemäht wird. Er verdeckt dort den Wäscheplatz. Ein bis zweimal im Jahr entferne ich 3 oder 4 Schößlinge, die in der Nähe hoch kommen.

von vorn, zwischen rechts der Linde und links der Schlehe, vorn wilde Herbstastern, Sonnenblumen und Seidenpflanze

von hinten, rechts Schlehe, links Linde, davor Wäscheplatz



Als wir unser Haus und Grundstück 1975 kauften, war da plötzlich eine 1000 m² große Gänsewiese zu begrünen. Damals hatte ich eine Annonce in der Kleingärtner-Zeitung: "Große, wuchernde Stauden gesucht". Neben dem Sachalin-Knöterich und einigen anderen, bekam ich auch den bösen Riesen-Bärenklau, der auch als "Stalins Rache" bezeichnet wird, weil er aus dem Kaukasus kommt. Dieser ist nun schon ein Jahrzent weg, weil er nach der Blüte einen häßlichen Anblick bot, ein Loch im Beet hinterließ.
Vom Sachalin-Knöterich möchte ich mich nicht trennen. Der Wäscheplatz könnte sicher auch mit einem anderen Gewächs verdeckt werden, aber der Sachalin-Knöterich ist nun mal die größte Staude der gemäßigten Klimazone und ein bischen Sammler ist wohl jeder Pflanzenfreund. Seine richtige Verwendung habe ich am Naturstandort kennengelernt (http://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Kuju_Hochland_Sommer.html), wo er auch noch am Kraterrand eines tätigen Vulkans wächst.

Probleme sind für mich z. Zt. z. B. die Verwendung der Herbstzeitlosen. Lange Jahre hatte ich sie am Beetrand zum Rasen gepflanzt (http://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/colchicum_autumnale.htm). Nun habe ich eine Massenanpflanzung unter einem Schneeball-Strauch gewagt. Sieht im Herbst und Frühjahr sehr schön aus, aber jetzt?

Hat sich da ein Hund im Beet gewälzt? So und ähnlich waren die Bemerkungen der Besucher zum Offenen Garten.
Es sieht wirklich für mehrere Sommerwochen nicht schön aus. Ich werde versuchen, sie nun noch mal in geringen Stückzahlen zwischen niedrigwachsende Stauden zu plazieren. Hat jemand einen Vorschlag zur Verwendung?
Wer möchte Zwiebeln haben? Zur Hälfte des Preises gebe ich sie ab oder im Tausch mit anderen Zwiebeln. Bitte meldet euch bei Bedarf.


Dienstag, 25. Juni 2013

Hitlerkraut

Schon über einen Monat Funkstille. Es gab aber auch viel zu tun bis zum "Offenen Garten" und auch die Ostsee rief mich mehrmals an den Strand, aber erst einmal auch ins Wasser (15°C).

Nun ist der "Offenen Garten" Geschichte. Fast 400 Leute zogen durch, und ich hatte kaum Gelegenheit zu interessanten Gesprächen. Was man aber auch alles erfahren kann?! So sagte mir eine Dame, der Sachalin-Knöterich wurde früher "Hitlerkraut" genannt, weil er auf den Flugzeug-Hangars als Tarnung gepflanzt wurde. Das weis nicht mal Google!
Beim letzten "Offenen Garten" erfuhr ich, dass man den Riesen-Knöterich wie Spargel zubereiten kann. Er soll gut schmecken.
Nun hoffen wir noch auf den Besuch vieler Staudenfreunde aus nah und fern und viele interessante Gespräche.
Jede Menge interessante Stauden aus der Frühjahrsaussaat warten noch auf neue Besitzer. Diesmal waren es Samen von der GdS und der RHS (Royal Horticultural Society), England.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Lesetag


Den ganzen Tag regnet es schon, beste Gelegenheit zum Lesen.


Das Gestaltungsbuch ist in erster Linie ein Lehrbuch für Studenten und Auszubildende der Grünen Berufe im Garten- und Landschaftsbau. Der Autor, Professor Borchardt, vertritt das Lehrgebiet „Pflanzenkunde/ Pflanzenverwendung und interessiert sich besonders für die Systematik der Pflanzenverwendung. Im Buch wird die Thematik in 5 Kapiteln auf 300 Seiten wissenschaftlich abgehandelt. Im ersten Kapitel geht es um Formen und Farben der Pflanzen, die im 2. Kapitel geordnet werden. Weitere Kapitel widmen sich den Bäumen, Stauden, Rosen und Sommerblumen. Im letzten Kapitel gibt es eine praktische Anleitung von der Gestaltungsidee zum Pflanzplan. Herzlich eingeladen sind vom Autor auch die Gartenliebhaber nach dem Motto „Mehr wissen, besser genießen“. Nach meiner Erfahrung sind es wohl höchstens 5 % der Gartenfreunde, die mehr wissen wollen. Hauptsächlich werden Vorbilder aus Büchern, Zeitschriften und besuchten Gärten genutzt um den eigenen Garten zu gestalten, die der Autor jedoch als selten übertragbar einstuft.

Für die Gartenfreunde, die mehr wissen wollen, ist das Buch ein spannender Blick hinter die Kulissen der „Vorbilder“. Eine grundlegende Gestaltungsaufgabe mit Pflanzen ist es, durch gezielte Anordnung sorgfältig ausgewählter Pflanzen, Freiräume mit bestimmter Erlebnisqualität zu schaffen. Zahlreiche Prinzipien stecken hinter dem Erlebnis Garten, wie z. B. Farbe bricht Form, der „Goldene Schnitt“, Dreieckskomposition und Primzahlsetzung. Bezüglich der Gestaltung mit Stauden werden zahlreiche Einzellösungen systematisiert, wie z. B. Flächenfigurpflanzung, Block-, Drift-, Herden- und Mosaikpflanzung, sowie Misch- und Aspektpflanzungen, Streupflanzung und andere. Abschließend fordert der Autor auf auch Neues zu entdecken, die bekannten Muster kreativ zu verbinden oder in Frage zu stellen.
Zahlreiche Fotos illustrieren das Geschriebene und ebenso viele Skizzen machen die Prinzipien besonders deutlich.
Ein umfassendes, gut systematisiertes Lehr- und Handbuch, das trotz seiner Wissenschaftlichkeit und seines Umfangs angenehm und interessant zu lesen ist. Es kann den Studenten und Auszubildende der Grünen Berufe im Garten- und Landschaftsbau unbedingt empfohlen werden.

5 Sterne