Samstag, 25. Oktober 2014

Polygonum polymorphum


Polygonum polymorphum, der Himalaya-Bergknöterich oder auch Wolkenknöterich, kommt aus China. Bei der Umbenennung der Gattung Polygonum erhielt die Pflanze den Gattungsnamen Aconogonum. Persicaria ist auch noch im Angebot?! Einige Staudengärtner bezeichnen die Pflanze auch als unbekannte Hybride mit dem Namen 'Johanniswolke', 'Weißer Drache' oder 'Englischer Staudenflieder'. Sie wird bis 2 m hoch und sieht immer ordentlich aus. Die Blüte beginnt im Juni. Auch im Juli und August, sehen die Blütenstände noch gut aus, auch wenn sie langsam bräunlich werden.


Der Wolkenknöterich Ende August im Abendsonnenschein



Einmal wollte ich den Knöterich verpflanzen. Nachdem ich ihn teilweise frei gelegt hatte, und die fast armstarken Wurzeln sah, wurde mir klar, dass das wohl sehr aufwendig und kaum erfolgreich sein könnte. Eine junge, eintriebige Pflanze zeigte im Frühjahr des zweiten Jahres 8 Seitentriebe an der alten Wurzel, die auch schon zart bewurzelt waren. Sie ließen sich leicht abbrechen und wurden schöne neue Pflanzen.

Vermehrung des Wolkenknöterichs

Ich habe verschiedene Standorte für den Wolkenknöterich getestet. Halbschatten und Wurzeldruck, d. h. Trockenheit, Vollschatten hinterm Haus und volle Sonne und trocken. An allen drei Standorten machte sich der Knöterich sehr gut. Im Schatten wurde er doppelt so groß, wie in der Sonne und blühte länger.
Weshalb ich hier über den Knöterich schreibe, hat aber einen speziellen Grund. Das Exemplar in der Sonne steht neben einer Bank. Einer meiner Gartenbesucher nahm mich beiseite und empfahl mir, den Knöterich vom Sitzplatz zu entfernen. Er riecht nach Mäusepisse!
Leider habe ich keinen so guten Geruchssinn und konnte das nicht bestätigen. Aber es kamen in diesem Jahr noch viele Besucher, und ich befragte sie dahigehend. Etwa zwei Drittel der Leute fanden den Geruch unangenehm, z. B. nach nassem Hund u. a.. Ein Drittel der befragten Besucher fanden den Geruch jedoch angenehm, nach Vanille, nach einem Dessert, nach Weihnachten.
Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht?

Polygonum polymorphum links hinten im Vollschatten und rechts in voller Sonne

Freitag, 24. Oktober 2014

Echinacea purpurea

Roter Sonnenhut in meinem Garten
Oft werde ich gefragt, warum der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) nur sehr kurzlebig ist. Dazu kann ich nur sagen, dass die Art, d. h. die Wildstaude bei mir schon 5 Jahre am gleichen Platz steht und kerngesund ist. Von den zahlreichen Züchtungsformen habe ich alle Pflanzen nach ein bis zwei Jahren wieder verloren.

Trotzdem sich die Art bei mir so gut hält, wollte ich vorsorgen und habe mir Samen bei der GdS bestellt. Das Ergebnis war nicht die reine Art, sondern ein Mischmasch aus verschiedensten Formen des Roten Sonnenhutes. Hier hatte sich wohl die Art mit den Züchtungen gekreuzt.
Schon im zweiten Jahr nach der Aussaat und nicht erst im Winter starben die Mischmasch-Pflanzen ab. Wie im Bild zu sehen, konnte es nicht am Boden liegen. Rechts eine vollkommen gesunde Pflanze und die Pflanze links war bereits Anfang September mausetot. Nach dem Ausgraben habe ich am Wurzelhals nach Lebenszeichen geforscht. Mausetot, und schon schimmlige Wurzeln.

Echinacea-Sämlinge in meinem Garten























Sichtungsbeet für Echinacea-Züchtformen in Weihenstephan
Bei einem Besuch im Sichtungsgarten Weihenstephan wurden meine Beobachtungen bestätigt. Teilweise standen auf den Sichtungsbeeten nur noch die Namensschilder. 63 Sorten werden hier seit 2009 (Vorsichtung) gesichtet. In diesem Jahr (2014) soll das Ergebnis bekannt gegeben werden. Leider habe ich noch nichts finden können.
Trotzdem kann man im Internet bei Staudengärtnern lesen: "Hervorragende Züchterarbeit wurde in den letzten 10 Jahren geleistet. Es wird ständig weitergezüchtet.  Lassen wir uns überraschen was da noch alles kommen wird!"
Mein Rat: Hände weg! Die Wildstaude Echinacea purpurea ist so wunderschön.

Echinacea purpurea am Naturstandort in Virginia, USA, zusammen mit der Seidenpflanze (Asclepias syriaca)


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Sonnenaufgang im Nebel




Lange haben wir auf einen Sonnenaufgang im Nebel gewartet. Ein Fotograf wollte ein Bild für den Kalendermonat Oktober oder November haben, und ich wollte ihm über die Schulter schauen bzw. fotografieren. Entweder war es neblig und trüb oder klarer Himmel und ein gleißender Sonnenaufgang. Nun war es endlich soweit.
 






Montag, 20. Oktober 2014

...gelb die Stoppelfelder

"Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder..." heißt es im Kinderlied.
"Gift im Grundwasser" titelt die Ostseezeitung vom 17.10.2014. "Der wachsende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln belastet das Grund- und Oberflächenwasser. Grenzwerte würden überschritten,..."
Interessiert uns nur das Grundwasser aus dem unser Trinkwasser aufbereitet wird? Was ist mit der Natur, den Pflanzen und Tieren? Brauchen wir die nicht auch für unser Leben?
Was die Umweltschützer für einen Chemiewaffeneinsatz gegen die Natur halten, ist für den Landwirt zeitgemäße Agrarwirtschaft.

Herbizideinsatz
Das Gestrüpp in der Mitte des Bildes bedeckt einen Soll. Als Söll oder Soll wird in Norddeutschland ein meist kreisrundes Kleingewässer mitten im Feld bezeichnet, dass in der Eiszeit durch einen später schmelzenden Eisblock entstanden ist.
In einer Broschüre über das "Mecklenburger ParkLand" kann man lesen:"Ein Soll dient zahlreichen Amphibien und Reptilien als Nahrungs- und Lebensraum wie z. B. Rotbauchunke, Ringelnatter, Lurch (was immer das sein soll), Gras- und Moorfrosch,...
Schauen Sie mal rein, in einen Soll!
Als wir vor fast 40 Jahren nach Mecklenburg kamen, erzählten uns die Einheimischen von Söllen, in denen sie als Kinder Karauschen mit dem Kartoffelkorb gefangen haben. In unseren ersten Jahren hier waren die gewitterschwülen Nächte im Frühjahr von einem fast tropischen Froschkonzert der Laubfrösche in den umliegenden Söllen erfüllt.
Als ich in dieser Zeit Rachel Carsons Buch "Der stumme Frühling" Beck-Verlag München,1962, las, glaubte ich ihr nicht.
In unserem Teich waren in diesem Jahr etwa 10 Wasserfrösche, 10 Molche, eine Ringelnatter und wenige Rotbauchunken. In der Umgebung des Teiches sah ich einige Gras- und Moorfrösche, Erdkröten und in den Stauden saßen viele Laubfrösche.

Unser Gartenteich





Mittwoch, 15. Oktober 2014

Keine Herbstfreude

Seit Jahrzehnten habe ich Sedum telephium 'Herbstfreude' in meinem Garten, und es war jedes Jahr eine Freude zu sehen, wie die Schmetterlinge und auch ein Laubfrosch die Blüten mögen. Auch im Winter waren sie der Hingucker im Garten.
Vor 5 Jahren kaufte ich bei einem bekannten Staudengärtner 10 Stück der in Zeitschriften und Büchern hochgelobten 'Matrona', 5 Sedum spectabile 'Septemberglut und 5 'Stardust'. Sie waren von Anfang an mehr oder weniger traurige Gestalten und entwickelten sich in den 5 Jahren kaum weiter. Sie sahen irgendwie krank aus. Die Blätter waren abgefallen und die Stängel faulten regelrecht. Das betraf alle 20 neugekauften Pflanzen mehr oder weniger. Im Frühjahr diesen Jahres habe ich sie auf den Kompost gebracht.
Doch, oh Schreck, wie sehen denn meine Jahrzehnte alten Sedum in diesem Herbst aus??
Wer hat ähnliches beobachtet? Ist es eine Krankheit? Muß wohl ansteckend sein!?

'Herbstfreude' 2007, gesund und wüchsig seit Jahrzehnten.

Wunderschön auch im Spätherbst und Winter 2008
Der Laubfrosch wartet auf Beute
 
Sedum spectabile 'Septemberglut', Neuzukauf 2009, die Blätter sind abgefallen und die Stängel faulen Bild von 2012
meine Jahrzehnte alten 'Herbstfreude' sind 2014 offensichtlich auch infiziert.



Sonntag, 7. September 2014

Strandlektüre



Während in großen Teilen Deutschlands Dauer- und Starkregen niederging, waren es in  MeckPom und vor allem in meinem Garten in den letzten Wochen gerade mal 10 L/m². Soviel Sonnenschein freut natürlich die Touristikbranche, und auch wir waren öfter am Strand als im Garten. Also habe ich das im August erschienene Buch von Katrin Lugerbauer „Immerblühende Beete ganz einfach“ am Strand gelesen. Dabei sind natürlich Sandkörner zwischen die Seiten geraten, die man schwer wieder rausbekommt. Aber das ist nicht schlimm, erinnert es mich doch an einen schönen Sommer.



Doch nun zum Buch. Der erste Blick auf den Buchdeckel hat mir persönlich nicht gefallen, ein warmes Orange der Helenium-Blüte auf kühlem Rosa und dazu ein türkisgrüner Titel? Auch „Immerblühende Beete ganz einfach“ gibt es wohl nicht. Wie man später im Buch liest, ist da eine umfangreiche Kenntnis erforderlich. Aber das Titelblatt konnte Katrin wohl kaum beeinflussen und auffällig ist es allemal im Buchladen.

Ich kenne Katrin, Ihre Webseite und Ihren Blog seit vielen Jahren. Ich habe gerade noch mal in der e-mail-Ablage nachgeschaut: im Januar 2004, also vor zehn Jahren, tauschten wir  erste Komplimente  aber auch Kritiken über unsere Homepages aus. Damals war Katrin noch Gymnasiastin und ihre Webpräsentation lag bereits weit über dem Durchschnitt, war sehr bemerkenswert. Da war eine sehr schöne Sprache, interessantes Faktenwissen gekoppelt mit wunderbaren Garten- und Pflanzenbildern. Daran hat sich nichts geändert.
Das Buch unterscheidet sich von zahlreichen ähnlichen Büchern besonders durch seine hervorragenden Bilder. Die Nahaufnahmen von Blüten oder gerade austreibenden Stauden sind unübertroffen.  Die Farben leuchten wunderbar hell und klar und sehr farbtreu.
Das in mehr als zehn Jahren erworbene Wissen und die Erfahrungen aus dem eigenen Garten hat Katrin im Buch zusammengestellt, wobei sie sich besonders auf die Beetgestaltung mit Stauden konzentriert.  Manchmal ist da für mich zuviel Planung im Spiel und es fehlt die Spontanität. Besonders hervorgehoben ist die standortgerechte Staudenwahl. Katrins Schreibweise ist oft sehr amüsant, wie die ersten Sätze des Buches zeigen: "Pflanzen sind keine geheimnisvollen Wesen. Sie haben schlicht das Pech, nicht mobil zu sein, und haben sich daher an ihre natürlichen Standorte perfekt angepasst."

Das Buch ist sehr lehrreich für Anfänger und verrät auch zahlreiche Tricks für den fortgeschrittenen Staudenliebhaber.

Weitere Buchempfehlungen finden Sie auf meiner Homepage: http://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Buchempfehlungen.htm

Hier noch ein paar Bilder vom Sommer:

Baden am Strand Graal-Müritz-Ost
Schiffe gucken in Warnemünde

Wandern am Weststrand des Darss








Montag, 1. September 2014

Sonnenblumen

Der Monat August war gelb, wie jedes Jahr. Anlass mal die Sonnenblumen unseres Gartens unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls sich von einigen zu trennen. Dass ich so viele Arten gesammelt habe, liegt daran, dass ich in den USA und Kanada so viele verschiedene gesehen habe und glaubte, sie wären eine Bereicherung unseres Gartens. Nach einigen Jahren muss ich nun feststellen, dass sie sich erstens, nicht so stark unterscheiden und zweitens aber doch recht unterschiedliche Wuchsformen und vorallem unterschiedliche Wucherneigungen zeigen. Also entbehrlich sind. Die mehr als 50 Arten der Gattung Helianthus kann ich leider noch nicht alle auseinander halten. Hier findet sich ein Bestimmungsschlüssel: http://www.bvnh.de/bnh/bestimm/gatth/helianthus.html.

Da wäre z. B. Helianthus strumosus, die übermannshohe Kropfige Sonnenblume, Sonnenwurzel oder auch Helianti aus dem Osten der USA. Sie ist in Blatt und Blüte der Kleinblütigen Sonnenblume (Helianthus microcephalus) recht ähnlich. Letztere ist jedoch wesentlich standfester und wuchert nicht. Also ist H. strumosus vor allem wegen des Wucherns entbehrlich!

rechts H. microcephalus 'Lemon Queen', mitte H. microcephalus, die Art und links H. strumosus
H. strumosus auf dem Weg zum Kompost

Helianthus microcephalus, die Kleinblütige Sonnenblume aus Nordamerika mit etwa 2 m Wuchshöhe und einer sehr langen Blütezeit von August bis Oktober ist eine meiner Favoriten auf die ich nicht verzichten möchte. Ich habe sie u. a. zwischen die Herbstastern gepflanzt. Sie wendet ihre Blüten immer dem Licht zu, was man beim Pflanzen beachten sollte. Die Schmetterlinge mögen sie auch. Sie verträgt viel Trockenheit und Wurzeldruck. Wegen des vergleichsweise kleinen Wurzelballens lässt sie sich gut verpflanzen.
Helianthus microcephalus "Lemon Queen" soll eine Naturhybride von H. pauciflorus var. subrhomboideus x H. tuberosus sein, die in den USA im mittleren Westen wächst.

Helianthus microcephalus 'Lemon Queen'






Helianthus rigidus syn. Helianthus pauciflorus, die mannshohe Steife Sonnenblume aus der nordamerikanischen Prärie ist bekannt für ihr Wuchern. Ich habe sie schon seit Jahrzehnten im Garten. Wenn da nicht die schönen Blüten wären, hätte ich sie schon längst rausgeschmissen, weil sie nicht nur wuchert sondern auch noch umfällt und zarte Stauden unter sich begräbt.  H. rigidus ist ähnlich der bekannteren Topinambur (H. tuberosus). Von dieser jedoch durch die rotbraunen Röhrenblüten (bei Topinambur gelb!) zu unterscheiden. Sie blüht im Juli/August.

Helianthus rigidus

Helianthus decapetalus, die brusthohe Staudensonnenblume, kommt aus den Prärien Nordamerikas und liebt warme, nährstoffreiche und durchlässige Böden. Sie wuchert etwas und sollte nach einigen Jahren verpflanzt werden. Die Sorten Capenoch Star, Loddon Gold, Soleil d’ Or und Triomphe de Gand, werden auch als Kreuzungen zwischen Helianthus annuus und Helianthus decapetalus bezeichnet und heißen dann Helianthus x multiflorus, die Vielblütige Sonnenblume. 'Soleil d’ Or' wurde bereits um 1890 von William Baylor Hartland, einem englischen Gärtner, gefunden und in den Handel gebracht. Sie blüht im Juli/August. Die beiden im Bild gezeigten 'Soleil d’ Or' und 'Triomphe de Gand' gehören für mich zu den schönsten Staudensonnenblumen.

'Soleil d' Or'

'Triomphe de Gand'

Im letzten Jahr habe ich Helianthus occidentalis neu aus Samen gezogen, die brusthohe Westliche Sonnenblume oder auch Wenigblättrige Sonnenblume. Sie kommt, wie der Name sagt aus der westlichen USA. Dort wächst sie auf trockenen und sandigen Wiesen. Sie ist wegen ihrer kleinen Blüte und den wenigblättrigen Stängeln nicht mit anderen Sonnenblumen zu verwechseln. Sie blüht spät von August bis Oktober. In Einzelstellung fällt sie um und muss durch andere Stauden und Gräser gestützt werden.

Helianthus occidentalis

Helianthus pauciflorus ssp. subrhomboideus, die übermannshohe Armblütige Sonnenblume aus Nordamerika hat zahlreiche Synonyme: Helianthus laetiflorus var. subrhomboideus, Helianthus rigidus ssp. laetiflorus, Helianthus rigidus ssp. subrhomboideus und Helianthus subrhomboideus. Es könnte sich auch um Helianthus pauciflorus ssp. pauciflorus handeln. Näheres zur Identifikation unter:
http://minnesotaseasons.com/Plants/stiff_sunflower_%28subrhomboideus%29.html.
Sie kommt auf feuchtem Grasland vor. Andere Quellen schreiben trocken bis leicht feucht.
Der besondere Wert von Helianthus pauciflorus ssp. subrhomboideus liegt in der späten Blüte zusammen mit blauen, roten und weißen Herbstastern.

Helianthus pauciflorus ssp. subrhomboideus links und H.strumosus rechts



Mittwoch, 13. August 2014

Nachtviole und Kohlweißlinge

Die Nachtviole, Hesperis matronalis, ist eine wertvolle Staude für das Frühjahr. Kaum eine andere Staude blüht schon im Mai mit so hohen Blütenständen. Die Blüten erinnern etwas an Phlox.


Im 2. Bild leistet sie der Wieseniris Gesellschaft und im 3. Bild steht sie, und zwar die var. alba, im Schatten zusammen mit bunter Akelei und gelben Gämswurz.


 Mit dem Beitrag möchte ich keineswegs Frühlingsgefühle wecken. Dafür ist es noch viel zu früh. Aber trotzdem lohnt es sich den Blattrosetten der Nachtviole etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Mein ganzer Bestand in Monokultur in einem Tuff ist fast vernichtet. Kohlweißlingsraupen haben sich über die Blätter des Kreuzblütlers hergemacht.
Einfach haben sie es ja nicht, die Kohlweißlinge, denn wer baut denn noch Kohl an. Vor einigen Jahren hatte ich schon Crambe cordifolia, ein Riesenexemplar, an die Kohlweißlinge verloren. Da ich die Kohlweißlinge nicht verjagen kann und die Raupen nicht vergiften möchte, werde ich mich von den Nachtviolen trennen.



Melica altissima 'Atropurpurea'
 Auch von Melica altissima 'Atropurpurea', erst in diesem Frühjahr ausgesät und hier noch im Anzuchtbeet, werde ich mich wieder trennen. Die Halme fielen beim ersten stürmischen Regen um.

Achnaterum calamagrostis 'Lemperg'




Auch Achnaterum calamagrostis 'Lemperg' neigt sich so unschön zur Seite und bedeckt den Storchschnabel. Können sie nicht alle so straff stehen wie Försters Sandrohr?


Donnerstag, 7. August 2014

Wilder Rittersporn


In unserem Wildstaudengarten gibt es auch einige , wie ich meine, unverzichtbare Beet- oder Prachtstauden und zwar Rittersporn, Phlox und Sonnenbraut.

Delphinium elatum Sämlinge

Die Gattung Rittersporn enthält etwa 300 Arten und zwar nicht nur blaue sondern auch gelbe, rote und hellgrau-blaue. Sollte da nicht auch was für den Wildstaudengarten dabei sein, ohne jetzt Delphinium elatum und seine Abkömmlinge ablösen zu wollen. In China kommen 150 Arten endemisch vor. 61 Arten sind in Nordamerika beheimatet. Dort habe ich am Alaska-Highway Delphinium glaucum sehr oft am Straßenrand gesehen.


Delphinium glaucum

Im letzten Jahr habe ich mir Delphinium exaltatum, den brusthohen Rispigen Rittersporn aus dem Nordosten der USA bei "Dawnswildthings" (http://www.dawnswildthings.com/) bestellt. Auf zahlreichen Bildern ist er blau. Meiner ist grau-weißlich. Er blüht recht lange von Juli bis August.
Wer hat noch andere Wildarten und kann mir Samen oder Pflanzen schicken. Größere Pflanzen hole ich auch gern ab.


Delphinium exaltatum


Delphinium exaltatum









Samstag, 26. Juli 2014

Wildlilien

Lilium leichtlinii Japan-Lilie

"Wachwechsel" am Teich. Die Goldkolben verblühen und die gelben Japanlilien tragen das Gold weiter.
Wenn ich meine Besucher durch den Wildstaudengarten führe, glauben sie spätestens dann, wenn wir vor den Wildlilienhorsten stehen, mich erwischt zu habe: "Das sind doch keine Wildstauden, das sind Prachtstauden!?"
Und ob das Wildstauden sind!

Lilium pardalinum Pantherlilie

Während für Lilien meist eine gute Drainage und ein trockener Untergrund für die Zwiebel notwendig sind, gibt es auch "Sumpflilien", wie z. B. Lilium pardalinum, die Pantherlilie oder Lilium leichtlinii, die Japanlilie oder Gelber Türkenbund genannt. Beide stehen bei mir im feuchten Umland des natürlichen Teiches. Die Panterlilie schon seit Jahrzehnten. Gelegentlich wird sie von Wühlmäusen dezimiert aber der Bestand ist inzwischen so groß, dass sie sich immer wieder regeneriert.

Die Zwiebeln der Pantherlilie sind recht groß und hängen zusammen.



Lilium tenuifolium, syn. L. pumilum Feinblatt-Türkenbund, Lacklilie oder Korallenlilie

Lilium tenuifolium, syn. L. pumilum, der Feinblatt-Türkenbund oder auch als Lacklilie und Korallenlilie bezeichnet, kommt aus Sibirien und Nord-China. Sie wird nur kniehoch und blüht bereits im Juni zusammen mit Rittersporn und Glockenblumen. Die signalroten Blüten sind recht klein.

Lilium martagon, Türkenbundlilie


Ebenfalls mit kleinen Blüten, schon im Juni, blüht die einheimische Türkenbundlilie. Ihre Farbe ist nicht gerade spektakulär. Deshalb wird oft die var. alba gepflanzt.

Lilium tigrinum var. splendens
Lilium tigrinum, die fast mannshohe Tiger-Lilie, wurde in unserem Garten oft von den Wühlmäusen verspeist. Heute heißt sie L. lancifolium. Ich habe den alten Namen beibehalten, weil er sich wesentlich besser einprägt.
Im Kuju-Hochland in Japan sah ich sie auf den Bergwiesen. Sie blüht im Juli.

Tigerlilien auf einer Wiese im Kuju Hochland, Japan

Lilium henry  Riesen-Türkenbund



Lilium henryi, der Riesen-Türkenbund kommt aus Zentral-China. Die Pflanzen werden bis mannshoch und blühen Ende Juli in einem schönen Orange.
Die Lilienhorste habe ich in Drahtkörbe, sogenannte Kartoffelkörbe gepflanzt um sie vor Wühlmäusen zu schützen.
Ständig sollte man nach den Lilienhähnchen schauen, einem kleinen roten Käfer. In diesem Jahr gibt es keine. Auch andere Schädlinge, wie die grauen Raupen am Salomonsiegel sind dieses Jahr selten. Ob es an den neu aufgehängten Meisenkästen liegt? Sie sind von Sumpfmeisen bewohnt.
Im Bestand von Lilium leichtlinii habe ich dürre Stängel entdeckt.

kranke Stängel bei Lilium leichtlinii
Weiß jemand, was das ist und wie ich es bekämpfen kann?

Hat jemand die einheimische  Feuerlilie (Lilium bulbiferum) zu verkaufen?