Immer öfter wird geschrieben, dass man die Stauden erst im zeitigen Frühjahr zurückschneiden sollte, um das Winterbild mit Raureif oder Schnee bewundern zu können. Leider ist ja Schnee bei uns im Nordosten sehr selten geworden. Doch in diesem Jahr soll es mal wieder sein. Bisher hatten wir bis - 10°C und etwa 20 cm Schnee. Das ist nicht viel, der Winter ist ja auch noch nicht zu Ende, reicht aber sicher um die Stauden zu schützen. Hier nun das Ergebnis eines Gartenrundgangs heute morgen.
Auf 1000 m² gestalten wir unseren naturnahen Staudengarten mit etwa 600 Wildstaudenarten. Den Garten zeigen wir auf unserer Homepage (www.wildstaudenzauber.de) und das Aktuellste hier im Blog. Unser Garten ist für Sie von Mai bis Oktober täglich von 10.00 bis 18.00 geöffnet. Bitte nur nach Voranmeldung per Email (jochen@wildstaudenzauber.de). "Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben." (Wilhelm von Humboldt)
Freitag, 12. Februar 2021
Sonntag, 24. Januar 2021
Neuanschaffungen 2020
Im vergangenem Jahr berichtete ich über die Neuzugänge 2019. (https://wildstauden.blogspot.com/2020/02/neuanschaffungen.html). Das waren: Lampenputzergras var. viridescens, Solidago 'Loysder crown' , Althea canabina, Senecio doria, Ligularia japonica und Calamagrostis varia, um nur einige zu nennen. Es ist schon erstaunlich, dass man nach fast 50 Jahren Pflanzen sammeln immer noch was Neues findet und zwar nicht unbedingt Seltenheiten oder kleine Pflänzchen. Oft ist die Quelle der Errungenschaften der Besuch bei Gartenfreunden, die gern etwas abgeben. Die Neuzugänge 2020 sind: Corydalis cheilanthifolia, Linaria purpurea, Nuphar lutea (Gelbe Teichrose), Valeriana officinalis, Alcea rugosa, Sanguisorba tenuifolia 'Korean Snow', Thalictrum delavayi Splendide White', Bergenia ciliata, Liatris pycnostachya, Salvia uliginosa und Silphium morii.
| Corydalis cheilanthifolia |
| Linaria purpurea Rotes Leinkraut |
| Nuphar lutea Gelbe Teichrose |
| Valeriana officinalis Es geht noch weiter. Bitte scrollen! |
| Alcea rugosa |
| Sanguisorba tenuifolia 'Korean Snow' |
| Thalictrum delavayi Splendide white' |
| Bergenia ciliata |
| Liatris pycnostachya |
| Salvia uliginosa |
| Silphium morii |
Nähere Informationen über die gezeigten Pflanzen finden Sie in meiner Homepage im Stauden-ABC (https://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Stauden_ABC.html).
Freitag, 15. Januar 2021
Staudenwiesen 2020
Ich hoffe Sie hatten ein entspanntes Weihnachtsfest mit Ihren Liebsten und sind gut ins neue Jahr 2021 gestartet. Ich freue mich, Ihnen schon jetzt im tiefsten Winter ein paar Bilder von meinen Staudenwiesen zeigen zu können. Wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit schaue ich meine Bilder des vergangenen Jahres durch. Dabei werden Pflanzen nachbestimmt und die Bilder entsprechend beschriftet. Sind sie schöner als die bereits in meinem Stauden-ABC vorhandenen, werden sie ausgetauscht oder ergänzt. In einem nächsten Post werde ich die Neuanschaffungen 2020 vorstellen. In diesem Post möchte ich Ihnen einige Gartenbilder zeigen, die so recht den Wiesencharakter meiner heutigen naturalistischen Pflanzungen darstellen. Zunächst ein Bild, vom Garten, wie er vor 20 Jahren aussah. Breite, grüne Rasenwege führten vorbei an Stauden in Blockpflanzung. So, wie die meisten Staudengärten heute noch aussehen.
Besonders in den letzten 10 Jahren habe ich meinen Garten mehr naturalistisch gestaltet. Das Ergebnis wird in den folgenden Bildern sichtbar. Eine Besucherin meines Gartens sagte nach dem sie diese Bilder in natura gesehen hatte: " Wie wollen sie denn dem wieder Herr werden?" Beth Chatto soll einmal, angesprochen auf ihren vertrockneten Rasen, gesagt haben: "Ich möchte beobachten, was der Rasen macht, wenn ich nichts mache." Meine Antwort lesen sie unter: https://wildstauden.blogspot.com/2020/09/dem-wieder-herr-werden.html.
In der Bildmitte ist der Rasenweg zu sehen, der sich durch das mannshohe Staudendickicht schlängelt. Das Eintauchen in die Pflanzung, statt sie nur wie ein Bild von außen zu betrachten, ist ein wesentliches Merkmal des naturalistischen Gartenstils. Siehe hierzu auch meinen Post zu Nigel Dunnetts Buch. (https://wildstauden.blogspot.com/2020/11/naturalistische-gartengestaltung.html)
Sonntag, 20. Dezember 2020
Filipendulion
Den Begriff "Hochstaudenflur" habe ich bisher immer links liegen gelassen. Zeitweise dachte ich sogar damit sind die kleinen Blümchen des Hochgebirges gemeint. Nun aber ist mir der Begriff wieder untergekommen und im Dezember ist auch genügend Zeit da mal nachzuforschen. Laut Wikipedia sind Hochstaudenfluren "von hoch wachsenden, mehrjährigen krautigen Pflanzen bestandene Flächen. Es gibt verschiedene Arten von Hochstaudenfluren, z. B. auf feuchten Standorten wachsende, sogenannte Mädesüßfluren, von Botanikern mit den schönen Namen "Filipendulion" bezeichnet. Die blütenreiche Vegetation wird typischerweise aus dem Mädesüß (Filipendula ulmaria), Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Echtem Baldrian (Valeriana officinalis), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Sumpf-Ziest (Stachys palustris), u. a. gebildet."
Spätestens hier, bei der Aufzählung der Stauden wurde mir klar, dass ich in meinem Garten ein Filipendulion habe. Einen feuchten, nährstoffreichen Standort rund um meinen natürlichen Teich. Sehen sie hier die Bilder:
Dienstag, 24. November 2020
Unterirdisches
Wenn oben nicht mehr viel los ist, kann man unterirdisch noch Interessantes entdecken. Den Kobold kennen Sie schon vom vorangegangenem Post. Es ist ein Gebilde der Zaunwinde, soviel ist klar. Ich habe noch mehr, allerdings kleinere Kobolde, im Kompost gefunden (nächstes Bild).
Montag, 16. November 2020
Fundstücke im Kompost
Der zweijährige Kompost wird nicht durch ein Sieb geworfen, sondern mit der Mantis-Gartenfräse zerkleinert und auf die späteren Gemüsebeete (Starkzehrer) ausgebracht. Dabei ist auf Unkrautwurzeln, vor allem Quecke und Winde zu achten. Sie sind beide weiß und gut zu erkennen (2. Bild). Im 3. Bild ist ein Mäusebau mit zahlreichen "gehamsterten" Windenwurzeln zu sehen. Das 4. Bild zeigt die Verzweigung der gerade austreibenden Windenwurzeln. Doch was ist im 5. Bild zu sehen? Wer hat so etwas schon mal gefunden? Es war im Kompost zusammen mit Windenwurzeln.
Montag, 9. November 2020
Naturalistische Gartengestaltung

Die Geschichten im Kapitel 2 "Die Anfänge" erinnern wohl so manchen Leser an die ersten, eigenen Erfahrungen mit Pflanzen. In diesem Kapitel erzählt der Autor auch von seinen Reisen nach China ins Shangri-La-Tal und nach Nordamerika zum Blue Ridge Parkway, die ihn sehr beeindruckt haben. Beide Pflanzenparadiese konnte ich auch durchstreifen (https://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Yunnan_Shangrila.htm und https://www.wildstaudenzauber.de/Seiten/Virginia.html).
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Frage was zeitgenössischer Naturalismus eigentlich ist. Es ist ein Sammelbegriff für zahlreiche und vielfältige Ansätze und Strömungen. Nach einem Exkurs in die Vergangenheit werden vom Autor drei Ausprägungen des zeitgenössischen Naturalismus festgemacht: der impressionistische, technokratische und modernistische. Der impressionistische Naturalismus wird mit William Robinson und Gertrude Jekyll in Verbindung gebracht. Interessant ist, dass der technokratische Naturalismus von Hansen und Stahl und Deutschland vertreten wird. Hier gibt es strenge Gestaltungsregeln auf der Basis wissenschaftlicher Ökologieerkenntnisse. Für den modernistischen Ansatz stehen die Niederländer mit Piet Oudolf. Blöcke und Drifts mit einer niedrigen Gesamtanzahl von sorgfältig ausgewählten Arten sind charakteristisch.
Das für mich spannendste Kapitel 4 ist mit "Die Natur lesen" überschrieben. Was sind nun die der Natur abgeschauten Gestaltungsrichtlinien? Als Referenzmodell wird eine Wiese in Shangrila, China herangezogen. Auf dieser Wiese blühten nur zwei Arten gleichzeitig, als der Autor sie besuchte. Er entwickelte daraus seinen P3-Leitsatz: "Maximal drei verschiedene Arten tragen gleichzeitig zu den wirkungsvollsten und schönsten Naturbildern bei". Die Pflanzung besteht jedoch aus 20 bis 30 Arten, die nacheinander blühen. Dieses nacheinander Blühen wird als Farberuption bzw. Blühwellen bezeichnet. Naturalistische Pflanzungen mit vielen Arten sind für den Autor ein zusammengestückelter, verwirrender Mischmasch?! Die Wiese in Shangrila zeigte eine Schichtenbildung, d. h. früh blühende Pflanzen wachsen relativ niedrig und werden von höheren später blühenden Pflanzen überwachsen. Flüsse und Drifts entstehen durch geringe Unterschiede in der Feuchtigkeit oder Nährstoffverfügung und sind ein wichtiges Gestaltungselement im Garten. Sie lenken das Auge und geben Struktur. An den Rändern der Drifts gibt es Durchmischungen und Verzahnungen, d.h. ausgefranste Ränder. Unter der Überschrift "Aggregation" geht es um die Verteilung der Pflanzen in der Fläche. Wenn man mit Samenmischungen arbeitet werden die Pflanzen gleichmäßig über die Fläche verteilt. In Wirklichkeit neigen Pflanzen dazu, sich in Clustern oder Haufen selbst zu organisieren. Dabei können Haufen und Drifts auch wiederholt auftreten, besonders hohe Arten, die dann Wiederholung und Rhythmus in die Pflanzung bringen. Das Eintauchen in die Pflanzung ist eines der Kernprinzipien dieses Buches und ein essenzieller Bestandteil der gestalterischen Arbeit des Autors. Hier ist auch die Transparenz zu erwähnen. Wenn man höhere, durchsichtige Pflanzen näher am Betrachter platziert, erzeugt man ein Gefühl für den Vordergrund und damit mehr Tiefenwirkung in der Pflanzung. Am Schluss des Kapitels gibt der Autor einen Einblick in seine Dissertation zur "Theorie der Pflanzenstrategien", die mir leider auch beim zweiten Lesen unverständlich blieb.
Das folgende Kapitel 5 "Baukasten Pflanzendesign" zeigt die Anwendung der im vorangegangenem Kapitel beschriebenen Muster, ist aber auch nicht leicht zu lesen. Der Autor betont, dass sich sein Buch in erster Linie als Aufforderung zum Experimentieren versteht. Es geht ihm nicht um das Anwenden von Regeln.
Im Kapitel 6 "Natur der Zukunft" werden die zahlreichen Projekte des Autors mit dem Schwerpunkt Dachgärten vorgestellt.
Im abschließendem Kapitel 7, überschrieben mit "Leitfaden für den Anbau", werden unterschiedliche Vorgehensweisen für die Pflanzung und Pflege beschrieben.
Beim ersten Durchblättern des Buches war ich begeistert von den sehr zahlreichen malerischen Bildern. Wobei die kleinen Bilder nicht immer deutlich erkennen ließen, welche Pflanzen verwendet wurden. Weniger wäre mehr gewesen. Meist werden große wiesenähnliche Pflanzungen gezeigt. Doch wo sind die Bilder von naturalistischen Pflanzungen an Gehölz- oder Teichrändern im Garten?
Ein sicher sehr nützliches, weil bisher einmaliges Buch für Garten- und Landschaftsgestalter und weniger verständlich für Hobbygärtner. Aber gerade auch für diese ist naturalistisches Pflanzdesign eine aktuelle Alternative zur traditionellen Gartengestaltung.
