Herzlich Willkommen



Um wirklich glücklich zu sein, brauchst du nur etwas, wofür du dich begeistern kannst.

Hier gibt es die neuesten Informationen aus unserem Staudengarten in Gross Potrems, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Ergänzend dazu können Sie in unserer Website (www.wildstaudenzauber.de) auf mehr als 600 Seiten mit ca. 2000 Bildern unseren Wildstaudengarten kennenlernen. Unter Wildstauden verstehen wir züchterisch kaum veränderte Pflanzen und zwar nicht nur die einheimischen, sondern auch Pflanzen aus Europa, Amerika und Asien. Seit fast 40 Jahren gestalten und pflegen wir unseren naturnahen Staudengarten, in dem der Rasen und die Staudenbeete nach und nach durch Staudenwiesen ersetzt wurden. Auf 1000 m² entstanden langlebige Pflanzengemeinschaften mit etwa 500 verschiedenen Wildstaudenarten und zahlreichen Gräsern.

Unseren Staudengarten können Sie von Juni bis September von 10.00 bis 12.00 und von 15.00 bis 18.00 besuchen. Ich biete Ihnen eine einstündige Führung durch den Garten. Um eine Spende von 5 € pro Person zur Erhaltung des Gartens wird gebeten.
Bitte nur nach Voranmeldung, vorzugsweise per E-Mail (jochen@wildstaudenzauber.de) oder Telefon: 03820813345. Leider können wir nur bis zu 15 Personen empfangen (keine Busse). Der Garten ist zu klein und die Wege sind sehr schmal.
Bitte keine Pflanzen mitbringen!

Im Juni 2014 erschien mein Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden", das Sie bei der Gesellschaft der Staudenfreunde für 15 € inkl. Versand erwerben können.

Meine Youtube-Videos können sie in der Mitte des Bildes anschalten und danach unten rechts in den Vollbildmodus gehen.
Von 2000 bis 2012 habe ich verschiedene Naturstandorte unserer Stauden besucht. Sie gaben mir zahlreiche Hinweise zur Verwendung der Wildstauden im Garten. Einige Filme sind 15 Jahre alt und deshalb von geringerer Qualität.
Wenn Sie mehr über die gezeigten Pflanzen wissen möchten, gehen Sie bitte zu meiner Website (www.wildstaudenzauber.de).








Montag, 24. September 2018

Beth Chatto Symposium

Vom 30. bis 31. August 2018 fand in England das Beth Chatto Symposium
 "Ökologische Pflanzung im 21. Jahrhundert" 
statt (https://www.bethchattosymposium.com/) und bei youtube kann man sich den Wortlaut der Vorträge anhören (https://www.youtube.com/results?search_query=Beth+Chatto+Symposium).

Etwa 500 Teilnehmer aus der ganzen Welt hörten die Vorträge von 12 Spezialisten, darunter Cassian Schmidt und Peter Janke aus Deutschland. Die vorgetragenen Themen zur "ökologischen Pflanzung" haben sehr viele Parallelen zu dem von mir angestrebten naturalistischen Gartenstil. Im Folgenden möchte ich einige Exzerpte hier wiedergeben.
Gleich der erste Redner, James Hitchmough mit seinem Vortrag zum Thema "Putting Ecological Planting in Context: Why, Where and How?" lies mich an meinen Englisch Kenntnissen zweifeln, so dass ich hier doch lieber nichts öffentlich kommentieren möchte.
Ist aber sehr interessant und empfehlenswert.

Hier noch ein paar Bilder aus meinem Wildstaudengarten.


Die lieben Gelben: Helianthus microcephalus (hinten, Mitte), Helenium autumnale (rechts), Heliopsis helianthoides (unten, rechts),  Rudbeckia fulgida var. deamii und var. sulivantii (unten, ganz links) und Rudbeckia subtomentosa (Bildmitte).



Donnerstag, 23. August 2018

Iris abzugeben

Da die Sumpfwolfsmilch hier im Blog annonciert, gute Abnehmer gefunden hat, möchte ich das hier noch Mal mit Iris pseudacorus 'Rocapina' versuchen. Ich hätte 10 kräftige Pflanzen abzugeben, da ich Platz am Teich brauche. Rocapina ist fast 2 Meter hoch. Ihre Blüten überragen die 'Sulphur Queen' wie im 2. Bild zu sehen.
Terminvereinbarung: jochen@wildstaudenzauber.de




Samstag, 11. August 2018

Mein Naturgarten

Endlich Regen, nach monatelanger Trockenheit, Gelegenheit ein Buch zu lesen:
Natalie Faßmann
Mein Naturgarten. Wie er mir gefällt.  2018. 160 S., 184 Farbfotos, 22 farbige Zeichnungen, geb. ISBN 978-3-8186-0272-7. € 24,90
Mehr als 10 Bücher über den Naturgarten stehen in meinen Regalen. Doch solange die Verluste an Insekten in unserer Landschaft nicht gestoppt werden, ist kein Naturgartenbuch zuviel auf dem Markt. Außerdem geht es in diesem Buch um den ganz speziellen Naturgarten der Autorin, wie es im Untertitel angekündigt wird. 
Die ersten Seiten des Buches sind für mich etwas verwirrend und Seite 10/11 macht mich ärgerlich: Auf Seite 10 nur das Wort "Mein" und auf Seite 11 unten rechts wichtige Hinweise, die man nur mit der Lupe lesen kann. Was soll das?! Geht hier künstlerisches Grafik-Layout vor Inhalt?
Apropos Inhalt. Im Buch wird ein sehr umfassender Überblick über alle Belange des Naturgartens gegeben. Von Blumenwiesen, Staudenrabatten, Trockensteinmauern und Hecken, Teichen und Wegen bis hin zum Nutzgarten. Dabei liest es sich zum Teil wie ein ganz normales Gartenbuch für Anfänger. So hat mich das Kapitel "Rasen im Naturgarten" irritiert. Wird doch hier eine Rasenpflege beschrieben, wie sie in jedem Gartenbuch steht: zweimal pro Woche mähen, ein- bis zweimal pro Woche bei Trockenheit wässern, dreimal im Jahr Düngen, Vertikutieren im Frühjahr, Nichts von dem tue ich dem Rasen in meinem Naturgarten an. Nur gemäht wird aller zwei bis drei Wochen. 
"Entspannt Gärtnern" könnte das Motto des Naturgärtners lauten, steht über dem Praxis-Kapitel am Ende des Buches, wo noch einmal wichtige Hinweise gegeben werden. An erster Stelle steht das Mulchen, Gießen, Kompostieren gefolgt vom Düngen, Schädlingsbekämpfung u. a.. Unter der Überschrift Sauzahn, Sense & Co werden Geräte für den Naturgarten vorgestellt, doch es fehlt der Spaten. Für mich das meist benutzte Werkzeug zum Graben von Löchern für Gehölze und Stauden.
Ein ausführlich bebildertes Buch mit zahlreichen Hinweisen für den Gartenanfänger und Naturfreund.

Montag, 6. August 2018

Dürresommer-Was kann man tun?

Standort gerecht pflanzen!!
Obwohl ich mich seit Jahrzehnten bemühe, meine Pflanzen kennen zu lernen und sie dementsprechend Standort gerecht zu pflanzen, zeigt dieser Dürresommer, wo es noch Lücken im Wissen gibt. Ich will hier doch nochmal einige Kandidaten nennen, die positiv oder negativ auffallen und von den Stauden-Versendern im Internet oft falsch eingestuft sind. Meine Einstufung trifft aber nur für meinen Garten zu.
Aster glehnii 'Agleni', die in der Staudensichtung den Astern für frische bis feuchte Standorte (!!) zugerechnet wurde, steht bei mir trocken und fast zwei Meter hoch, wie eine grüne Wand. Ähnlich unbeeindruckt von der Dürre steht Solidago canadensis.
Bezüglich Scutellaria incana, dem himmelblauen Herbst-Helmkraut steht geschrieben: Die Pflanze verträgt Trockenheit ganz ausgezeichnet. Bei mir steht sie ganz normal und schlappt.

Aster glehnii 'Agleni' Bildmitte


Scutellaria incana

Rund um den natürlichen Teich steht Alles prächtig, obwohl er einen Meter Wasserstand verloren hat. Allerdings wächst da viel im Sommer nur "Grünes", was jetzt Platz machen soll für "Blühendes".
Die Sumpf-Wolfsmilch, die ich im letzten Post angeboten habe, hat bereits mehrere Liebhaber gefunden. Nun habe ich noch Darmera peltata (https://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/darmera_peltata.htm) und Iris pseudacorus 'Roccapina' (https://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/iris_pseudacorus.htm) abzugeben. 

Die trockene Wiese


Freitag, 3. August 2018

Dürresommer

...und das schon seit dem Frühjahr. Man mag gar nicht mehr in den Garten gehen. Um noch möglichst alle 1000m² Staudenpflanzungen zu retten, kreisen Wasseruhr und Viereckregner um die Wette.
Ein solcher Sommer ist auch sehr lehrreich. So zeigt sich, das sich die Bäume und Sträucher  ihr Wasser holen. Die Stauden in ihrem Wurzelbereich haben nur geringe Chancen. Deshalb meine Empfehlung, die Staudenflächen nicht mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen und einen Abstand  von mindestens 1 Meter zwischen Hecken, z. B. an der Grundstücksgrenze, und Staudenflächen zu halten. Ich nenne es Pflegewege, denn von ihnen kann man die Staudenflächen von hinten pflegen und evtl. Wildobst bequem ernten. Diese Pflegewege werden mit dem Rasenmäher kurz gehalten. Hacken wäre auch eine Möglichkeit, stört jedoch die dort angesiedelten Frühjahrsblüher. Für sie und besonders für Wildtulpen ist der sommertrockene Weg ein idealer Standort.
Hier könnte jetzt auch eine lange Liste folgen mit den Trockenheitsresistenzen der einzelnen Stauden. Ich verzichte darauf, weil sie ja doch nur für meinen Garten gilt. Besonders deutlich wurde der Wassermangel bei Heliopsis, Eupatorium, Ligularien, Phlox und vielen anderen.
In der Umgebung meines natürlichen Teiches ist die Welt noch in Ordnung, obwohl er auch ca. 1 Meter Wasserstand verloren hat. Ich brauche Platz in diesen Grundwasserbereich z. B. für meine Ligularien-Sammlung und muss mich deshalb von meinen großen Büschen der Sumpfwolfsmilch trennen. Bitte bald melden, falls einer aus der Umgebung von Rostock diese Büsche haben möchte. Andernfalls gehen sie auf den Kompost.
Die Sumpfwolfsmilch soll auch mit normalem Boden zurecht kommen.

https://www.pflanzenversand-gaissmayer.de:

Euphorbia palustris ist eine dekorative heimische buschige Solitärpflanze mit weidenähnlichen Blättern und großen, leuchtend gelben Dolden. Die lebhaft grünen Blätter entwickeln im Herbst eine gelbe bis rote Färbung. Sie liebt feuchte bis nasse Uferbereiche und nährstoffreiche Schlickböden, kommt im Garten aber auch mit trockeneren Plätzen zurecht.

Pflegeweg, rechts Staudenbeete, links Gehölze

Blüte Ende Mai


Herbstfärbung



Samstag, 30. Juni 2018

Staudenwiesen im Mittsommer

Im Mittsommer gibt es einen Blühhöhepunkt in unseren Staudenwiesen. Auch die Tierwelt wird immer zahlreicher. Die bunten Schmetterlinge fehlen allerdings noch. Dafür gibt es zahlreiche Kohlweißlinge und einige Zitronenfalter.

Trockene Staudenwiese mit Spornblume, Frauenmantel, Glockenblume,Nachtkerze, Schafgarbe und Storchschnabel.

Feuchte Staudenwiese mit Mädesüß, Ochsenauge, Sumpf-Seidenpflanze, Blutweiderich, Wiesenraute und Sonnenauge.




Moschusbock Aromia moschata

Asclepias incarnata Sumpf-Seidenpflanze

Donnerstag, 21. Juni 2018

Das "Wie" der Staudenwiesen


Sehr geehrte Fam. Wegner,

mit großen Interesse habe ich mir Ihr Buch "Wildstauden" angeschaut und muss sagen, es war - nach vielem Oberflächlichem, was ich über Wildstauden und naturnahe Gartengestaltung gelesen habe - fast so etwas wie eine Offenbarung für mich. ... 
Sie haben uns in Ihrem Buch viele Anleitungen gegeben, WAS wir machen können. 
Was mir allerdings etwas fehlt, ist das WIE! Wie komme ich denn zu einer solchen Staudenwiese auf einer Fläche, wo jetzt noch Rasen /Wiese wächst? Abstecken, Wiese entfernen, oder auf diese Wiese einzelne Stauden dazwischen pflanzen, oder Stück für Stück in Beete verwandeln?
Dann: wieviele Stauden von jeder Sorte, wie dicht pflanzen, wie den Boden abdecken, bis alles zugewachsen ist?? Dazu hätte ich gern noch etwas Anleitung. Könnten Sie sich dazu bitte mal äußern?

Vielen Dank im Voraus. Ich habe Ihr Buch übrigens schon mehrfach weiter empfohlen, ...

Beste Grüße aus dem heute sehr sonnigen Ruhrpott

Die Beantwortung der Fragen habe ich auf einen Tag mit Regenwetter verschoben. Seit Gestern unwettert es mit Regen, Sturm und eben sogar Hagel.

Staudenwiese in unserem Garten im Juni


Da die Beantwortung der Fragen doch etwas Arbeit macht, habe ich mir erlaubt, sie hier zu posten. Vielleicht gibt es ja auch noch Ergänzungen von meiner Leserschaft?
Oft werde ich von Besuchern gefragt, wie man zu einer so dicht zugewachsenen Staudenwiese kommt. Scherzhaft sage ich dann 40 Jahre pflanzen und pflegen!?

Wie komme ich denn zu einer solchen Staudenwiese auf einer Fläche, wo jetzt noch Rasen /Wiese wächst?
Vorab: Nur soviel Rasen in Staudenbeet umwandeln, wie gepflegt werden kann, also Stück für Stück. Ich würde nicht empfehlen auf die Wiese einzelne Stauden dazwischen zu pflanzen Die Wiese muss weg. Zum Abstecken nehme ich einen Schlauch, da die Wege im Naturgarten selten gerade sind. Zuerst wird der Rasen ganz kurz gemäht, dann entlang des Schlauches mit dem Spaten abgestochen.

Rasen zu Staudenbeet umwandeln, hier am Beispiel der Verschmälerung eines Weges.















Wenn es sich um Unkraut freien Rasen handelt, grabe ich ihn einfach um und trete ihn fest. Immer darauf achten, dass das Gras ganz unten liegt. Bei verunkrauteten Flächen steche ich mit dem Spaten quadratische Würfel aus. Diese werden solange auf den Boden oder das Spatenblatt geschlagen bis die Erde ausfällt und die Unkrautwurzeln übrig bleiben. Es kann auch der Einsatz eines Handgrubbers notwendig werden, wenn der Erdwürfel sehr verfilzt ist. Es macht sich auch gut, eine Plane unterzulegen beim Ausschütteln des Unkrauts. So kann man sicher gehen, das das Unkraut nicht wieder untergebuddelt wird. Im Bild ein Eimer für gewöhnliches Unkraut zum Kompostieren und ein Eimer für z. B. Winde zum Müll.
So gesäubert kann dann neu bepflanzt werden.

Schneckeneier im Herbst

Schneckeneier werden abgesammelt und gehen ebenfalls in den Hausmüll.

Plane zum besseren Trennen der Unkraut haltigen Erde
Nun zur Frage: "Wieviele Stauden von jeder Sorte, wie dicht pflanzen, wie den Boden abdecken, bis alles zugewachsen ist??
Fange ich mit der einfacheren Frage an. Ich würde den Boden nicht abdecken, wie es oft empfohlen wird. Schnecken und Mäuse finden die Abdeckung jedoch gut. Die ersten Jahre muss man eben etwas Unkraut ziehen oder hacken und man hat im zweiten Jahr die Chance das Sämlinge aufgehen, wenn man nicht zu früh zurück schneidet.  Zum Mulchen hier noch ein Bild vom Öffentlichen Grün. Die gepflanzten Kleinsträucher wurden hier vom Rindenmulch ermurkst.



Wie viele Stauden von jeder Sorte, wie dicht pflanzen?
Das ist sehr abhängig von der Staudenart. Meiden Sie kleine , sogenannte Steingartenstauden. Auch vom Geldbeutel ist es abhängig. Die Angaben mancher Staudengärtner zur Anzahl Pflanzen pro m² erscheinen mir oft zu hoch. Das wird sehr teuer.
Am schnellsten kommt man zu einer geschlossenen Pflanzung wenn man vom Nachbarn oder Freunden Stauden bekommt. Im Bild unten rechts auf dem Tisch, Stauden vom Gärtner für 100 €, links unten, Stauden- Batzen aus meinem Garten für Gartenfreunde.



Dienstag, 19. Juni 2018

Kerria stirbt?

Das der Ranunkelstrauch (Kerria japonica) nach dem Winter an den Spitzen immer etwas zurück gefroren ist, ist normal bei uns in Nordost-Deutschland. Doch was jetzt bei dieser Record-Trockenheit (seit Mitte April nur ein Gewitterregen ausgerechnet zum "Offenen Garten" am 10. Juni, zum Vorschein kommt, ist leider mehr und wohl nicht nur der Trockenheit geschuldet. Laut Google ist hier der Pilz Blumeriella kerriae (Synonym: Coccomyces kerriae, Higginsia kerriae) der Verursacher. Eine chemische Bekämpfung erfolgt mit Präparaten, die den Wirkstoff Azoxystrobin enthalten.
Zunächst habe ich die braunen, toten Zweige ausgeschnitten. Morgen spritze ich das Ganze mit COMPO Duaxo Universal Pilz-frei zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten an Obst, Gemüse, Zierpflanzen und Kräutern, Konzentrat inkl. Messbecher, 150 ml.
Wie auf dem 2. Bild zu sehen ist, sieht die Hecke im Schatten der Haselnuss wesentlich besser aus als in der Sonne.



Kerria-Hecke nach dem Rückschnitt

Montag, 21. Mai 2018

Frühjahrspflanzung von Stauden

Ostern Schnee, dann Matsch und Pfingsten Trockenheit seit einer gefühlten Ewigkeit. Wie soll man da Staudenfrühjahrspflanzung realisieren?
Im Buch steht: "Pflanzen in ein genügend großes Loch stecken, Erde einfüllen, festtreten und in Gießrand gießen." Ob da wohl unten bei den Wurzelspitzen Wasser ankommt?
Hier meine Methode: Vor dem Pflanzen das Pflanzloch mit reichlich Wasser füllen, anschließend Pflanze versenken, 10 bis 20 Minuten warten bis sich der Ballen und das umgebende Erdreich voll gesogen haben. Es sollte kein Wasser mehr zu sehen sein. Danach locker Erde nachfüllen, nicht festdrücken, damit die Sonne nicht gleich alles Wasser wieder raus zieht (Kapillarwirkung). Anschließend Pflanzfläche oder Einzelpflanzen ein paar Tage schattieren, falls die Sonne immer noch vom Himmel brennt, wie gerade jetzt in diesen Tagen.


Die Kerzenknöteriche wurden in den Wasserlöchern versenkt.

Erde wurde locker aufgefüllt

Die gesamte Neupflanzung wird schattiert.

Montag, 30. April 2018

Staudenkauf online

Im Internet bekommt man alle Staudenwünsche ohne langes herum Reisen erfüllt. Doch wann soll man kaufen?
Wie ich bereits im Post 2015 und 2016 schrieb ( http://wildstauden.blogspot.de/2015/11/november-kein-ende-des-gartenjahres.html, http://wildstauden.blogspot.de/2016/04/herbst-oder-fruhjahrspflanzung-von.html) wird die Staudenbestellung im Internet konträr diskutiert, und böse Zungen behaupten, die Staudengärtner plädieren für den Herbst, denn sie wollen ja auch im Herbst was verkaufen!? Zitat: "Die beste Pflanzzeit ist nach wie vor der Herbst, von September bis November: Dann ist das oberirdische Wachstum der Stauden abgeschlossen, während im warmen Boden die Wurzeln noch wachsen." Das ist z. B. eine oft verbreitete Meinung. Jedenfalls habe ich im  Herbst 2016 mal wieder Stauden im 9 x 9-Pöttchen gekauft, obwohl ich in der Vergangenheit eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte und wieder waren einige Stauden über Winter verfault und alles andere als eingewachsen.
Deshalb in diesem Jahr mal wieder Frühjahrsbestellung und zwar sehr zeitig Mitte Januar mit dem Hintergedanken das eine frühe Lieferung kaum beschädigt werden kann, und die Staudenversender zuerst die Pflanzen verschicken, die bereits ein grünes Lebenszeichen zeigen. Da ich viele spezielle Wünsche hatte, habe ich bei sechs verschiedenen Staudenversendern bestellt und konnte so mal vergleichen. Die Verpackung war bei allen recht gut. Ob Heu, Stroh oder Zeitungspapier, alles Bio! Allerdings müssen Heu und Stroh gepolsterte Pakete möglichst draußen ausgepackt werden. Das Strohpaket hatte noch zusätzlich große weiße Plastiksäcke gegen Durchfeuchtung, was wohl nicht notwendig ist, wie die anderen Versender zeigten.
Doch entscheidend ist der Zustand der Pflanzen, und da gab es leider große Unterschiede (siehe Fotos). Die Fotos wurden nach einem Monat Aufenthalt im Gewächshaus gemacht.
Man sollte wohl nie größere Stückzahlen bestellen denn bei Salvia nemorosa ‚Amethyst‘  7x, Salvia nemorosa ‘Blauhügel’  5x und Geranium gracile ‚Sirak‘  5x  waren jeweils ein Drittel tot!!
Geliefert wurde im Februar und März, also war es ein Irrtum, das zuerst Töpfe mit Lebenszeichen versendet werden. Eine Lieferung habe ich erst für Mitte April bestellt und hatte schon Bedenken, dass die Pflanzen zu weit ausgetrieben seien. Aber mitnichten, es waren wohl die letzten, die gerade noch ausgetrieben waren.
Natürlich kann man auch Pech haben und mein Vergleich kann sicher nicht verallgemeinert werden, aber ärgerlich sind die Unterschiede trotzdem. Wer wissen möchte, wer hinter den Nummern der Versender steckt, schreibe mir bitte eine Mail an: jochen@wildstaudenzauber.de.
Soviel möchte ich aber verraten, und es hat mich gefreut, dass Allgäu-Stauden, die ich auf meiner Homepage empfehle, die Nummer 3 ist, und als einziger Versender mit ausgezeichnet bewertet wurde.

Versender 1 sehr gut

Versender 2 sehr gut
Versender 3 ausgezeichnet
Versender 4 mangelhaft, bei den 7 Salvia nemorosa 'Amethyst' gab es große Unterschiede bis zum Ausfall

Versender 4 mangelhaft, die Hälfte der Geranium gracile 'Sirak' war tot!
Versender 5 ausgezeichnet

Versender 6 ungenügend, Lieferung Mitte April, Agastache 'Pink Sunrise' ist wohl vertrocknet oder erfroren





Samstag, 31. März 2018

Iris im Schnee Zeitraffer



Ostern 2018 im Schnee hier in Nordostdeutschland. Das gibt Gelegenheit für Aufnahmen von  Frühlingsblühern im Schnee. Zum ersten Mal habe ich ein Zeitraffervideo von der Iris reticulata und den Winterlingen im schmelzenden Schnee versucht. Mein Enkel Timon stand mit mit Rat und Tat zur Seite.

Ostersonntag nochmal 30 bis 40 cm Neuschnee

Ostermontag, Sonnenschein und Tauwetter


Dienstag, 20. März 2018

Genießen statt Gießen


Annette Lepple
Genießen statt Gießen. Trockenheitstolerante Gärten gestalten.  2018. 144 S., 155 Farbfotos, 6 farbige Pläne, Flexcover. ISBN 978-3-8001-5844-7.     € 24,90

So ein wertvoller Inhalt und dann wieder dieser lappige Flexcover!? 

Genießen statt Gießen, das sage ich auch immer wieder meinen Gartenbesuchern. Ich gieße sehr selten und beregnet wird auch nicht. Zugegeben, es tut einen ganz schön leid, wenn man die Pflanze gelb am Boden liegen sieht. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass sehr selten eine Staude ganz tot ist. Spätestens im darauffolgendem Jahr treibt sie wieder aus. Allerdings liegt mein Garten in einer Senke und der Boden ist sehr lehmig. Auf Sandboden muss man das anders sehen. Die Autorin hat in drei grundverschiedenen eigenen Gärten Erfahrungen gesammelt. Ihre daraus resultierenden Vorschläge zum "Genießen statt Gießen" kann ich voll unterschreiben. Da ist zum Beispiel die Möglichkeit sich vom Idealbild des englischen Gartens, der von Gartenmagazinen und -büchern zelebriert wird, zu verabschieden, und statt einer ganzjährig üppigen Staudenrabatte mit enormer Pflanzenvielfalt, eine Standort gerechte und Klima gerechte Bepflanzung zu wählen. Das könnte der naturalistische Stil sein, der sich unter den Begriffen: New Perennial Movement, Dutch Wave, New American Garden oder New German Style verbirgt.
Besonders auch gartenwürdige Wildstauden machen das Gärtnern leichter. Wir holen uns mit ihnen zuverlässige, robuste Darsteller auf die Gartenbühne und kommen einem gesunden, pflegeleichten Garten näher, meint die Autorin.
Eine weitere Möglichkeit ist den Wasserschlucker Nr. 1, den Rasen, in Staudenbeete umzuwandeln. Friedvolle Wochenenden ohne das Heulen der Rasenmäher, nur mit dem Summen der Insekten, ist das nicht eine schöne Vorstellung, fragt die Autorin.
Die Vorschläge zum "Genießen statt Gießen" werden mit wertvollem Grundlagenwissen, z. B. über Bodenarten, Überlebensstrategien im Pflanzenreich u. a. untermauert. Die Autorin spricht sich für Biologische Vielfalt aus, das heißt auch nicht einheimische Pflanzen sind im Genießergarten willkommen. Ein Kapitel ist der Pflege gewidmet. Die Empfehlungen sind teilweise widersprüchlich, wie auf Seite 53 unten:"Saugende Insekten, vor allem Läuse, rücken in manchen Jahren zuhauf an, ... Zwingt man sich in diesen Fällen zur Geduld lösen sich die Probleme meist von selbst,... Erkennt man Probleme rechtzeitig, lässt sich meist durch Entfernen befallener Triebe oder Schädlinge eine Ausbreitung verhindern."
Während im ersten Teil des Buches unter den Überschriften: "Die Theorie", "Die Praxis" gärtnerisches Wissen verbunden mit wertvollen persönlichen Erfahrungen der Autorin dargestellt wird, werden unter der Überschrift "Das Ergebnis" verschiedene Gärten vorgestellt und  sechs Pflanzpläne gezeigt. Der erste Garten wird der New Perennial Movement zugerechnet. Die Bewegung akzeptiert das Werden und Vergehen und sieht Schönheit in Beiden. Dieser Stil ist sehr dynamisch. Die Beete sind nicht konservativ höhengestaffelt. Hohe Gewächse finden sich auch mittig oder am Wegrand. Ein großes Plus dieses Stils ist seine Attraktivität für die zunehmend bedrängte Fauna, für die solche Gärten wertvolle Zufluchtsorte sind. Weitere vorgestellte Gärten sind Kiesgärten, vertikale Gärten, mediterrane Gärten, sowie moderne, minimalistische Gärten.
Die Pflanzenporträts am Ende des Buches sind für Anfänger sehr hilfreich, wenn auch nicht alle der genannten Pflanzen im kühleren Teil Deutschlands den Winter überstehen. Stimmungsvolle Bilder runden das rundum gelungene Buch ab.

Das Buch ist für ambitionierte Anfänger und erfahrene Gartenfreunde gleichermaßen wertvoll. Es enthält mehr gärtnerisches Wissen als nur die Gestaltung trockenheitstoleranter Gärten.

Übrigens, für mich wäre ein Buch hilfreich, wie man feuchtigkeitstolerante Gärten gestaltet. Vielleicht ist es ja schon in Arbeit?

Neidisch habe ich die Posts von den beiden vergangenen Wochenenden gelesen und die schönen Bilder von den Frühlingsblühern gesehen. Bei uns blühen nur die Winterlinge, Schneeglöckchen und Alpenveilchen und das schon sehr lange. Der Frost bis -13°C hat ihnen nicht geschadet. 
Ihr konntet schon im Garten arbeiten? Undenkbar bei uns im Nordosten. Überall Matsch und ständig Regen. Die Erdbeeren stehen seit Wochen im Wasser, haben das aber in vergangenen Jahren immer gut überstanden. Wie wird es bei den Stauden aussehen? Schon im letzten Sommer hatten wir mit 837 l/m² ein Drittel mehr Niederschlag als der Durchschnitt.  Der kleine Tümpel in der Gartenmitte hat einen Überlauf. Ansonsten stünde der halbe Garten unter Wasser.
Inzwischen ist eine Woche für das Studium des Buches vergangen und im Garten hat nun auch noch wieder die Kälte mit starken Ostwind und fast ohne Schnee die Stauden gebeutelt.


Die Erdbeeren als Sumpfpflanzen










Mittwoch, 7. März 2018

Gefrorene Seifenblasen

Wusstet Ihr, das es so etwas gibt? Ich hätte es nicht geglaubt. Mein Enkel, Timon, hat die beiden Bilder von den gefrorenen Seifenblasen geschossen.

Timon mit seinem Makroobjektiv auf einer Sommerwiese nahe Groß Potrems
So sieht es heute bei uns im Nordosten aus.

Foto: Timon Mickley

Foto: Timon Mickley